Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

Kayla Lehne - Global Gap Auslandsjahr

Ankunft in Ghana

Kayla Lehne

„Ich will aus meinem Alltagstrott ausbrechen und die Dinge, die ich als normal empfinde, in Frage stellen. Ich will neue Leute kennenlernen, in meiner Gruppe, meine Gastfamilien und die Einheimischen. Ich will tief in die Kulturen eintauchen und mich für Dinge begeistern, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt. Ich hoffe, ich bleibe mir selbst und meinen Zielen während meiner Reise treu.“

Das waren die ersten Zeilen, die ich mir nach meiner Ankunft in Ghana vor acht Monaten in mein Tagebuch geschrieben habe. Ich war auf der anderen Seite der Erde, mit sechs Fremden und ich hatte Angst. Allein zu reisen verstärkt deine Emotionen und bringt Unsicherheiten, Ängste Schwächen, aber auch deine Stärken hervor. Meine Reise hätte an keinem besseren Ort beginnen können.

Ich möchte die außergewöhnliche Herzensgüte der ghanaischen Menschen gerne mit einem Beispiel veranschaulichen. Zuerst nimmt man ja an, dass die bloße Hitze im Land jeden mürrisch und griesgrämig machen muss. Aber so ist es ganz und gar nicht.

Wenn es eine Sache gibt, die meine Eltern mir vor meiner Abreise eingebläut haben, dann diese hier: hüte deinen Reisepass wie deinen Augapfel! Am dritten Tag vergaß ich meinen Pass auf dem Rücksitz eines Taxis, als ich mein verspätetes Gepäck am Flughafen abholen war. Als ich später unter Tränen in die Polizeistation lief, wurde ich drei oder viermal angehalten und gefragt: "Are you ok?". Jemand sagt zu mir: „Vergieße keine Tränen, was immer dir Sorgen bereitet, wird sich klären. Gott ist mit dir.“ Für die Menschen war ich eine Fremde. Keiner wusste, was passiert war und trotzdem haben sie mich so herzlich behandelt. Diese Menschen schenkten mir die wichtige Erkenntnis für meinen weiteren Lebensweg. Sie lehrten mich, dass selbst wenn man in einer belastenden Situation steckt, man die Wahl hat zu leiden oder nicht.

Menschenrechts – Projekt in Südafrika

Kayla Lehne

Als ich in Südafrika ankam, war ich überwältigt von der Offenheit der Menschen für verschiedene Glauben, Hoffnungen und Ziele. In dieser Zeit (er)lebte ich zum ersten Mal echte kulturelle Vielfalt und die Südafrikaner brachten mir bei, dass diese Mannigfaltigkeit der Gesellschaft Toleranz zu mehr als nur einer Tugend macht – sie wird zur einer Voraussetzung für das Leben.

Die Freiwilligenarbeit im Menschenrechts – Projekt hat meine Geduld und Toleranz allerdings auf eine harte Probe gestellt. Gleichzeitig hat es mich sensibler dafür gemacht, sorgfältig zuzuhören und andere Lebensstile besser zu verstehen. Jeden Dienstag und Donnerstag fuhren wir durch eine sanft geschwungene Hügellandschaft, die über und über mit violetten Blumen gesprenkelt war und eine gewisse Ruhe ausstrahlte. Jedes Mal, wenn wir unser Ziel - den mit Stacheldraht umzäunten tristen Betonbau - erreichten, drehte sich mir der Magen um. Es ist immer noch schwer für mich zu begreifen, dass an einem so schönen Ort gleichzeitig solche Abgründe existieren können. In solchen Momenten begriff ich, wie privilegiert und dankbar ich für die Möglichkeiten in meinem Leben bin. Ziel der Projektarbeit in der Haftanstalt ist es, die Jungen auf ihrem Weg während der Haft rechtlich und moralisch zu begleiten. Diese Jungen waren es, die mir beibrachten, wachsam zu sein. Bis heute denke ich oft an diese Jungen und werde sie immer in meinem Herzen tragen und für sie beten.

Nach drei großartigen Wochen zu Hause war ich gespannt auf die zweite Hälfte meines Auslandsjahrs.

Unterrichten in Peru

Alles in allem war das Unterrichts – Projekt in Peru eine tolle Erfahrung. Ich glaube fast, ich habe mehr gelernt als meine Schüler! Zusammen haben wir uns die Regeln und Ausnahmen der verschiedenen englischen Zeitformen angeschaut. Meine Klasse war schlau und immer sehr interessiert am Unterricht und so gestalteten wir zusammen viele produktive Schultage. Nach sechs verrückten Wochen endete der Unterricht mit einer Präsentation im peruanischen Bildungsministerium. Meine Klasse stellte einen Tanz vor. Am schönsten war es für mich, die Freude in den Augen der Kinder zu sehen. Sie riefen mich und die eine weitere Lehrerin auf die Bühne und überreichten uns eine Rose und ein wunderschönes Fotoalbum. Das hat mich sehr gerührt.

In Peru genoss ich das Hier und Jetzt. Das wunderschöne Land hat mir ein großes Geschenk gemacht und ich kann mich an dieser Erfahrung für den Rest meines Lebens erfreuen. Ein Grund dafür ist die peruanische Lebensart – in Peru wird nämlich IMMER gefeiert! Jeden Tag hörte man Feuerwerk von irgendeiner Feier. Peru wird mich immer daran erinnern, das ich hier bin, weil wir hier sind und wie wichtig es ist, im hier und jetzt zu leben, und den Moment so intensiv wie möglich zu genießen, egal wo, egal wann.

Medizin in Indien

Kayla Lehne

Anmerkung: Unsere Projekte in Indien sind momentan geschlossen. Die Station in Indien wurde mit dem Zielland Nepal ersetzt.

Als wir im Chennai Flughafen in Indien ankamen, waren wir alle schlicht überwältigt, nicht nur von der Hitze, sondern auch von den kulturellen Verschiedenheiten. In ein Land zu reisen, dessen Gepflogenheiten und Traditionen man nicht kennt, kann einschüchternd sein. Etwas Banales wie mit der linken Hand nach einem Gegenstand zu greifen wird zum Beispiel als beleidigend angesehen, ganz zu schweigen von der Sprachbarriere.

Meine Erfahrungen während der Freiwilligenarbeit in Indien waren sehr vielfältig. Ich habe ein die Geburt eines Babys miterlebt, das mit endlosen Möglichkeiten auf diese Welt kam und alle im Raum mit so viel Glück erfüllt hat aber auch im Hospiz gearbeitet, in dem ich Menschen in ihren letzten Tagen begleitet habe.

Wenn ich zurückdenke, beschreiben folgende Worte wohl am besten, was ich erlebt habe: friedliches Chaos. Obwohl es nicht einen Moment der Stille gibt, die Straßen immer chaotisch sind und nichts sich jemals zu verlangsamen scheint, ist jeder sehr freundlich, nett und die Menschen scheinen aneinander interessiert zu sein und respektvoll miteinander umzugehen. Das macht das Land so wunderschön, die Leute, die Kultur, das Essen und natürlich das tägliche Yoga. Ich denke jeden Tag an meine Zeit in Indien und bin mir sicher, dass ich eines Tages dorthin zurückkehren werde.

Naturschutz in Thailand

Als wir in unserer letzten Station Thailand ankamen, hatte ich das Gefühl, ich wäre gestorben und nun im Himmel angekommen. Die Thailänder sind die herzlichsten und gastfreundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe. Es ist eine Wohltat, wenn man aus Amerika kommt, wo am Flughafen alle unfreundlich und ungeduldig sind und dann in ein Land kommt, in dem man freundlich und höflich behandelt wird. Allein das zaubert ein Lächeln auf jedermanns Gesicht.

Als ich in der Unterkunft des Naturschutz – Projekts „Dawn of Happiness“ ankam, konnte ich zuerst gar nicht fassen, dass dies meine Bleibe für den nächsten Monat sein würde. Es war ein Bungalow für zwei Personen und zwar direkt am Strand. Die Mahlzeiten aßen wir am Strand und zusammen mit den anderen Freiwilligen des Naturschutz – Projekt als „Familie“. Obwohl ich während des Auslandsjahres mit meiner Gruppe gereist bin und wir auch als Gruppe in die neuen Projekte kamen, war der Empfang durch die anderen Freiwilligen im Projekt in Thailand besonders herzlich. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung im Gemeinschaftshaus in Thailand, alle Freiwilligen verstehen sich gut und haben Spaß zusammen. Obwohl wir uns am Anfang nicht kannten, haben alle Freiwilligen mich unterstützt und es entstand ein ganz tolles Gemeinschaftsgefühl.

Kayla Lehne

Was das Projekt angeht, kann ich kaum beschreiben, wie großartig es war. Montags arbeiteten wir mit einer landbasierten Naturschutzorganisation APE. Eines ihrer Hauptprojekte ist die Wiederaufforstung, um der Zerstörung des Regenwalds im südlichen Thailand entgegenzuwirken. Wir halfen in der Baumschule mit und konnten Ende Juni dann über 2000 Bäume neu auspflanzen. Außerdem halfen wir beim Bau des neuen Büros, von dem aus die Organisation zukünftig arbeiten wird. Die Männer fällten Bäume und wir entfernten die Rinde mit einer Machete. Danach kamen die Baumstämme in eine Schleifmaschine, um sie glatt zu schleifen. Das war aufwändige Arbeit aber es gibt kein besseres Gefühl, als die Dielen eines neuen Hauses mit den eigenen Händen zu schaffen. Obwohl die Arbeitstage für die APE nicht zu meinen persönlichen Lieblingstagen zählten, lernte ich, geduldig zu sein und harte Arbeit wertzuschätzen. Hier zu Hause scheinen wir für alles eine Maschine oder elektronisches Werkzeug zu haben, das uns die Arbeit abnimmt. Aber in Situationen wie in Thailand fühlt man sich erst richtig nützlich und produktiv. Es gibt wirklich nichts besseres als dieses Gefühl und das Endresultat ist die harte Arbeit dreimal wert!

Dienstage, Mittwoch und Donnerstag waren meine Lieblingstage, denn es standen Tauchgänge auf dem Programm. Nachdem ich meinen open water Tauchschein und mein Zertifikat für fortgeschrittene Taucher absolviert hatte, konnte ich mithelfen, Korallenriffe zu inspizieren und Treibgut und Unrat aus der Unterwasserlandschaft zu entfernen. Zuerst kam ich mir ein bisschen wie in der Schule vor, da ich mehr als 50 Fischarten und 30 Korallenarten lernen musste und die Zeichen, mit denen man ihren Gesundheitszustand bestimmt. Es ist schon verrückt, wie schnell man Sachen lernt, für die man wirklich brennt!

Es gibt so viele verschiedene Arten und wir lernen sie in der Vorbereitung auswendig, damit wir sie Unterwasser bestimmen können und wissen, was wir vor der Nase haben. Es ist ein tolles Gefühl, sich mit der Natur auszukennen, die einen umgibt. Alle gesammelten Daten haben wir anschließend in die internationale Online Datenbank von Projects Abroad eingefügt. Die Daten sind auf diese Weise von der ganzen Welt aus einsehbar und Umweltforscher können sich schnell über Fischpopulationen in einem ganz bestimmten Seegebiet informieren und Wege finden, die Überfischung dieser Arten zu verhindern.

Kayla Lehne

Das andere Unterwasserprojekt nennt sich „dive against debris“. Diese Tauchgänge haben mein Umweltbewusstsein stark geschärft. Jede Verpackung oder Dose, die jemand aus dem Fester wirft, kann im Meer enden. Es ist unglaublich, wie etwas so Einfaches wie eine Wasserflasche unsere Korallenriffe beschädigen kann und gleichzeitig ihre Schönheit zerstören. Wahrscheinlich könnt ihr euch vorstellen, dass wir allerhand verschiedene Dinge in unseren Bergungstaschen ans Tageslicht befördert haben. Eines der größten Probleme in Thailand sind die Fischerboote, die ihre Netze, Seile, Käfige usw. im Wasser entsorgen, in denen sich dann Meereslebewesen verfangen und die die Korallenriffe am Wachsen hindern. Egal, was wir aufsammeln, Seile, Kleidung oder Müll, wir schützen damit die Riffe und Unterwasserwelt und helfen der Natur, sich zu regenerieren.

Meine Erfahrung im Global Gap Auslandsjahr mit Projects Abroad

5 Länder, 6 unglaubliche Leute und 8 unvergessliche Monate – ich kann kaum glauben, dass mein Global Gap Jahr nun vorbei ist. Ich habe in den letzten Monaten mehr über mich selbst und die Welt gelernt als ich es mir je hätte vorstellen können. Ich möchte jeder Person danken, die mich auf meinem Weg unterstützt und begleitet hat, persönlich und finanziell, denn ohne euch hätte ich diese großartige Erfahrung nicht machen können. Ich bin unendlich dankbar für die Erinnerungen und Lehren, die ich aus dem Jahr mitnehme. Ich möchte alles, was ich gelernt habe, in meinem täglichen Leben anwenden und möchte lernen, mehr Mitgefühl und Verständnis mit allen zu haben, die solch eine Erfahrung noch nicht machen können. Nun schaue ich nach vorne zur nächsten Station in meinem Leben und werde mein Auslandsjahr nie vergessen.

Kayla Lehne

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Global Gap Auslandsjahr
Nach oben ▲