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"Ich hatte nie das Gefühl, verloren zu sein"

Mongolei Menschenrechte Arbeitsgruppe

Menschenrechts - Projekt im National Legal Centre in der Mongolei von Tanja Kernchen

Mongolei Menschenrechte Supervisor

Warum bin ich in die Mongolei gegangen? Es stand für mich fest, nach dem Abitur auf jeden Fall zu reisen, um eine Art Praktikum zu machen. Projects Abrod bot genau die richtigen Programme an, denn ich will anfangen, Jura zu studieren und möchte irgendwann auch im Ausland tätig sein und daraufhin sprang mir eben das Human Rights Project sofort ins Auge. Für die Mongolei entschied ich mich, weil sie für mich am exotischsten und am weitesten entfernt war.

Mongolei Menschenrechte Projekt

Der Beginn in der Mongolei hätte für mich nicht besser sein können. Ich hatte zwar mein Gepäck durch Aeroflot für zwei Tage vermissen dürfen, aber meine Gastfamilie half mir freundlicherweise aus und auch die Betreuer von Projects Abroad standen mir mit Hilfestellungen beiseite. Generell kann ich sagen, dass ich nie das Gefühl hatte, irgendwie verloren gewesen zu sein. Zum Einen, weil mir meine Gastfamilie durch Offenheit und Gastfreundlichkeit den Aufenthalt sehr angenehm gemacht hat, und zum Anderen, weil ich mich mit den Leuten vor Ort und auch anderen Freiwilligen sehr gut verstanden habe.

Mongolei Menschenrechte Arbeitsplatz

Mein Projekt ist schwer zu erläutern. Ich war in dem National Legal Center, wo sowohl Auszubildende im Bereich Recht als auch Juristen arbeiten. Mein Supervisor Sukhbataar versuchte mir meine Aufgaben gut zu erklären. Da ich und meine Mitfreiwilligen keinen juristischen Hintergrund besaßen, bestanden diese am Anfang hauptsächlich aus Recherche und wir mussten uns natürlich auch über das mongolische Recht informieren. Danach war es wichtig, in Kontakt mit den Menschen zu kommen, die nicht ausreichend Information über das Rechtssystem hatten und selbst nicht wussten, wie sie sich hätten helfen können. Also machten wir Informationsposter, Ausfüllbogen und trafen die Menschen persönlich.

Mongolei Menschenrechte Büro

An unserer Seite war immer ein Supervisor, der für uns übersetzte und uns auch viel über das mongolische Recht erzählen konnte. Manchmal bekam ich trotzdem den Eindruck, dass wir als Freiwilligen gar nicht alles erfahren haben, was besprochen wurde. Das ist auch wirklich das Einzige, was mich an meiner Arbeitsstelle gestört hat. Ich bin ich mir dessen bewusst, dass es schwer für unsere Supervisor gewesen ist, das Gesagte ins Englische korrekt zu übersetzen. Immer blieben alle Parteien extrem freundlich.

Dass ich das mache, was ich machen will, zeigte mir ein Moment, als ein kleiner mongolischer Junge im Randgebiet von Ulaanbataar mir seine Hand gab und stolz sein Zuhause zeigte, das für meine Verhältnisse kein Zuhause für eine Familie mit einer alleinerziehender Mutter ist und trotzdem strahlte er eine unglaubliche Freude aus, allein deswegen, weil er mir sein Heim präsentieren konnte. Generell in den Orten, in denen ich gearbeitet habe, hat man die Unterschiede zwischen den Ständen stark gespürt. Die Mongolei ist ein Entwicklungsland und dementsprechend können manche profitieren und andere leiden an der Armut. Natürlich gibt es diesen Ständeunterschied in anderen Nationen, auch in Industrienationen, aber ich hatte das Gefühl, dass der Unterschied nicht so groß ist. Deswegen war ich glücklich, in die Mongolei gereist zu sein und an gerade diesem Projekt teilgenommen zu haben.

Ich lernte die Mongolei kennen und lieben und bereue es total, nur einen Monat dorthin gereist zu sein. Natürlich wollte ich in meinem Projekt arbeiten, aber auf der anderen Seite wollte ich auch gerne viel rumkommen. Zwar hat mir Projects Abroad sehr vieles angeboten, zum Beispiel Wochenend-Trips oder Tagesprogramme, an denen wir noch andere Seiten der Mongolei sehen konnten, aber dafür ist ein Monat defintiv nicht lang genug. Die Menschen sind unendlich gastfreundlich und die Landschaften sind sehr weit und leer und doch faszinierend – davon wollte und will ich immer noch mehr, obwohl ich schon wieder in Deutschland bin.

Es gab auch Momente, in denen ich merkte, dass ich ganz einfach einen anderen Standard gewöhnt bin. Es ist anfangs schwer für mich gewesen, kleine Kinder, die bettelten abzuweisen oder einen kleinen Welpen nicht zu streicheln, weil er vielleicht Flöhe hatte oder mich beißen könne. Das andere Klima und das fleischlastige Essen machten mir anfangs physisch auch zu schaffen. Trotz alledem muss ich dazu sagen, daß es immer eine Eingewöhnungszeit gibt und man kann sich immer irgendwie helfen. Gerade in der Hauptstadt Ulanbataar gibt es genügend Möglichkeiten, zum Beispiel mal eine Pizza zu essen.

Ich fühlte mich wohl und konnte letzten Endes doch mit allen neuen Herausforderungen umgehen. Ich lernte Vieles in der Mongolei, nicht nur über die Mongolei, sondern auch über mich, weil ich aus dem kleinen, sicheren Dorf Europa mal rausgeguckt habe. Das Wichtigste, was mir jetzt - zurück in Deutschland - auffällt ist, dass ich äußerst geduldig und gelassen geworden bin. Mir hat die Mongolei viel gebracht, das Projekt gab mir einen Einblick in einen Bereich, in dem ich mal arbeiten könnte, die Mentalität der Menschen lehrte mich Gelassenheit und ich gewann viele neue Freunde. Reisen ist toll!

Tanja Kernchen

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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