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Herzlichkeit pur

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Menschenrechte und Französisch Sprachkurs im Senegal von Simeon Lauterbach

Nach dem Abitur entschied ich mich für ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen. Da ich schon immer ins frankophone Afrika wollte fiel meine Wahl auf den Senegal.

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Im Winter war es dann soweit. Sehr nervös kam ich nachts in Dakar an. Die Senegalesen sind ein sehr freundliches und hilfsbereites Volk, und manchmal fühlte ich mich in Afrika sogar sicherer und besser aufgehoben als in Deutschland.

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Nach meiner Ankunft in Dakar ging es am nächsten Morgen nach St. Louis, wo ich einen Monat lang einen Französischkurs besuchte, 3 Monate in einer Menschenrechtsorganisation arbeitete und einen Monat lang unterrichtete. Die letzten 4 Wochen verbrachte ich hauptsächlich mit Reisen. Dabei habe ich ich fast das ganze Land kennengelernt.

Angekommen in St. Louis stellte ich fest wie schön und vielseitig diese Stadt ist. Es gibt einerseits die Langue de Barberie, wo die Fischer zu Hause sind. Das Zentrum, im alten kolonialen Stil, findet man auf der vorgelagerten Insel und auf dem Festland spielt sich das wahre afrikanische Leben ab.
Im „richtigen Leben“ wohnte ich damals bei einer wunderbaren Gastfamilie. Meine Gasteltern und Geschwister waren immer freundlich und sehr hilfsbereit. Gerade nach mehreren Monaten kannte mich das ganze Viertel. Für einen Fußweg von 20 Minuten benötigte ich am Ende immer die doppelte Zeit, weil ich mich überall verquatschte. Und abends nach der Arbeit spielte ich draußen immer Fussball.

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Arbeiten in der Human Rights Organisation machte mir sehr viel Spaß. Ich musste einen Bericht verfassen: Die Rolle der Frauen bei einer Heirat im Senegal. Dazu besuchte ich mit einer Koordinatorin viele Familien und interviewte die Frauen. Dies gab mir einen sehr tiefen Einblick in die Lebensweise der Senegalesen und auch deren Probleme. Gleichzeitig betreuten wir aber auch viele Klienten, die sich keinen Anwalt leisten konnten. Die Fälle waren sehr interessant und unterschieden sich gar nicht so von deutschen Problemen. Leider ist jedoch das gesamte Justizwesen unterbesetzt und teilweise auch sehr willkürlich, so dass wir manchmal wenig ausrichten konnten.

Nach meinem Praktikum unterrichtete ich noch einen Monat an 3 verschiedenen Schulen Englisch. Für mich war das eigentlich die tollste Zeit. Ich arbeitete mit einem wundervollen Englischlehrer zusammen, der mich überall mit hinnahm. Am Ende war ich fast jedes Wochenende auf Lehrerkonferenzen in St. Louis, Dakar und auf Dörfern unterwegs. Überall wurde man herzlich empfangen und als „richtige“ Lehrkraft angesehen. Auch die Arbeit war sehr herausfordernd. Mein Begleitlehrer ließ mich oft selber unterrichten, was mir sehr viel Selbstbewusstsein gab, aber mir auch einiges abverlangte. Einen Englischunterricht in Französisch vor rund 80 Schülern zu geben, die teilweise älter waren als ich, ist sicherlich nicht die einfachste Aufgabe. Anfangs hatte ich ein wenig Angst, aber sobald der erste Lacher (was immer sehr schnell ging) durch die Reihen ging war die Lockerheit zurück. Ich schloss Freundschaften mit Schülern, mit denen ich noch heute in Kontakt bin.

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Die Freizeit kam auch nicht zu kurz. Ich bin unheimlich viel gereist, gerade die letzten 5 Wochen meines Aufenthaltes war ich nur noch unterwegs und habe fast den ganzen Senegal erkundet. Am eindrücklichsten war wohl meine Wanderung mit 2 Kanadieren und einem Österreicher auf der Île de Carabane in der Casamance. Wir wollten dort ein Dorf besuchen und kamen schließlich nach 4 Stunden Marsch ohne Essen und Trinken vollkommen ausgelaugt dort an. Es stelle sich heraus, dass das Dorf lediglich aus 4 Fischerhäusern bestand. Die Fischer waren so aus dem Häuschen, Weiße zu sehen, dass sie für uns mehrere Stunden lang kochten. Es war unglaublich zu sehen, wie die Ärmsten der Ärmsten sich für uns reiche Europäer so viel Mühe machten.
Zum Abschluss noch ein paar Tipps:

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Macht euch bewusst, worauf ihr euch einlasst. Man kann keine europäischen Standards erwarten.
Seid offen, dann werdet ihr die schönste Zeit eures Lebens haben. Die Senegalesen sind es und danken es euch mit unglaublich viel Herzlichkeit und Lebensfreude.
Reist so viel ihr könnt und schaut euch Dakar an. Es gibt so viele schöne Seiten im Senegal.
Für die sportlichen: Geht surfen in Jesper’s Surfcamp auf der l’Île de Ngor ;)
Geht tanzen! Es macht so viel Spaß und die Afrikaner haben die Musik einfach im Blut

Simeon Lauterbach

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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