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"Auslandspraktikum in Südafrika"

Südafrika Jura Praktikum Kamwimbi

Menschenrechte in Südafrika von Karoline Schröder

Ich bin Jurastudentin in Berlin und nach meinem 6. Fachsemester hatte ich soweit alle meine Scheine und Hausarbeiten absolviert, dass ich die kompletten Semesterferien für ein Praktikum nutzen wollte. So hat es mich für drei Monate nach Kapstadt geführt, um dort im Human Rights Office juristisches Arbeiten unter einem ganz anderen Rechtssystem kennen zu lernen - in einer anderen Sprache und zudem noch in einer mir bisher unbekannten Kultur.

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Das Human Rights Office wird von dem Juristen Theodore Kamwimbi betreut, welcher selbst ein Flüchtling aus dem Kongo und eine sehr beeindruckende Persönlichkeit ist. Er hat mich immer wieder mit seiner Leidenschaft zu seiner Arbeit und zu den Menschen berührt. Als Freiwillige haben wir Theodore Kamwimbi dabei unterstützt, Rechtsberatung für Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Teilen Afrikas anzubieten und ihre Fälle zu betreuen. Meistens werden die Fälle dann an die UN weitergeleitet oder in sonstiger Weise versucht, voran zu bringen. Es hat mich in meiner Arbeit von Anfang an begeistert, mit Menschen aus der ganzen Welt konfrontiert zu sein, was das Arbeiten bis zum Ende sehr bereichert und spannend gemacht hat.

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Neben der Zusammenarbeit mit einheimischen Kollegen habe ich mit den anderen Freiwilligen die verschiedensten Projekte betreut. Zum einen besteht die Arbeit aus dem juristischen Teil mit der Rechtsberatung in Flüchtlingsfällen und zum anderen gibt es den sozialen Bereich, der sich mit verschiedensten Projekten innerhalb der sozial schwachen Regionen von Kapstadt für die Umsetzung und Verbesserung der Menschenrechte einsetzt. Diesen Teil der Arbeit habe ich persönlich als besonders bereichernd empfunden und nicht nur viel über die verschiedensten Menschen gelernt, sondern gleichzeitig auch über mich selbst.

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Beispielsweise habe ich ein Projekt in einer Untersuchungshaftanstalt für Jugendliche betreut. Ich habe dort zwei Mal pro Woche für Kleingruppen von ca. 12 Häftlingen im Alter von 13-14 Jahren und 16-18 Jahren Workshops gegeben. Diese Jungs kommen aus den ärmsten townships von Kapstadt, in denen Jugendbanden ihre eigene Regeln festlegen. Während diese Jungs in U-Haft auf ihren Prozess warten, haben wir mit Hilfe von Workshops Problemthemen wie Drogen, Gangstertum und ihre Rechte als Gefangene thematisiert. Dadurch, dass diese Jungs ja noch sehr jung sind, war es jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, mit ihnen zu arbeiten und sich auf sie einzulassen. Ich fand immer wieder neue Strategien, um sie zu erreichen und ihnen spielerisch ein paar Werte zu vermitteln. Beim Abschied schienen die Jungs wirklich traurig, dass ich jetzt wieder gehen muss und haben mir ihre Dankbarkeit auf ihre Weise gezeigt: indem ich das schönste Abschiedsgeschenk bekam - eine Bestätigung dafür, Sinnvolles getan zu haben. Doch ich kann immer nur sagen, dass bei der Arbeit immer auf beiden Seiten ein Lernprozess stattfindet. Dabei bin ich von Zeit zu Zeit immer mehr in jegliche Art von Arbeit hineingewachsen.

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Auch, wenn meine hier geschilderten Eindrücke sehr arbeitslastig sind, bin ich nebenbei viel gereist und habe die Stadt und die Umgebung am Wochenende durch die Touristenbrille gesehen. Und gerade auch in dieser Hinsicht hat Südafrika wahnsinnig viel zu bieten. Immer wieder habe ich die unglaublichsten Kontraste zwischen landschaftlicher Schönheit und sozialen Krisengebieten mit Erstaunen feststellen müssen.

Was mir das Ganze im Nachhinein betrachtet gebracht hat? Vermutlich mehr als ich anfangs für möglich gehalten hätte. Und selbst jetzt noch, wo ich mich wieder im Unialltag bewege, verspüre ich oft so genannte Aha-Effekte und entdecke wieder etwas, was ich von meinem Abenteuer in Kapstadt mitgenommen habe. Das Schönste jedoch, was ich mitnehmen konnte, ist die Herzlichkeit und Wärme der Menschen, die ich - so kitschig wie das auch klingen mag - für immer in meinem Herze habe. Juristisch gesehen, basiert das deutsche Recht auf einem völlig anderem Grundgedanken als das Recht in Südafrika, doch der Vergleich und das Entdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden ermöglichen einen Blick über den Tellerrand. Mein persönliches Fazit: eine der wertvollsten Erfahrung, die ich machen konnte!

Karoline Schröder

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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