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“Der Aufenthalt im Human Rights Office machte den Aufenthalt zu einer bewegenden Erfahrung”

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Menschenrechts – Projekt in Südafrika von Paul Oscar Lehmann

"Somewhere over the rainbow, wehre the blue birds fly"...so oder so ähnlich hatte ich mir Südafrika vorgestellt, als ich Ende August 2010 die Boing 747 bestieg, die mich in 11 Stunden von London nach Kapstadt bringen sollte. Acht Uhr Ortszeit verließ ich das Flugzeug, betrat zum erstem Mal südafrikaninischen Boden, an den sich meine Füße in den kommenden zwei Monaten nun gewöhnen sollten. Passkontrolle, herzliche Begrüßung am Flughafen, ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Wochen auf dem Weg vom Flughafen nach Woodstock und ich traf knapp zwei Stunden später in der sonntäglichen Vormittagsruhe südafrikanischer Vorstadtidylle meine Gastfamilie. Schnell wurde mir klar, dass auch Capetownians ihre Wochenenden nicht anders verbringen, als ich es von zu Hause gewohnt war. "Canal Walk" - 400 Läden, Restaurants, Unterhaltung und mehr, kurz: Südafrikas größter Shopping-Vergnügungs-Ess-Tempel, zog meine Gastfamilie und mich in den Bann. Es war wie zu Hause. Zumindest fast: es war schwarz, weiß, braun, dunkel, hell, christlich, muslimisch, hinduistisch; es war bunt - "Rainbow Nation" halt. Am nächsten Tag ein ähnliches Bild: Aus Minibussen hallt es "Caaape Tooownn" und "Wyyyynberg", während sie sich durch den dichten Morgenverkehr drängeln. Es geht zum Projects Abroad Office in Newlands, einem modernen Business-District, früher eine "white area", heute bunt.

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Mein Kapstadt-Aufenthalt nimmt Gestalt an: Nach der allgemeinen Einführung geht es nun zur Riverside Mall in Rondebosch, Sitz des Projects Abroad Human Rights Office. Nun folgt die Einführung in das Projekt: Der Social Justice-Manager wirbt für Workshops in Schulen und Community Centres, an deren Organisation ich mich beteiligen kann, der Legal Services Manager spricht von vielen interessanten Fällen die es zu bearbeiten gibt, von Möglichkeiten für, Studienarbeiten zu forschen. Der Office Manager spricht von Vergewaltigung. Von Fremdenfeindlichkeit, von braun gegen schwarz gegen Ausländer, von Gewalt. Ich falle, falle mit diesen Worten vom Regenbogen. Keineswegs war ich vollkommen naiv nach Südafrika gekommen. Natürlich wusste ich um die Probleme bei der Bewältigung des Apartheid-Regimes, um Armut und Gewalt. Doch die deutlichen Worte, die Theo fand, schockierten mich. Als am nächsten Morgen ein schwarzer Passagier von einem coulered Fahrer, nach einem Afrikaans-Englisch-Xhosa Wortgefecht, aus einem Minibus rausgeschmissen wurde, dankte ich innerlich Theo für die vortägliche Vorwanung.

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Ich begann, diese bunt gemixte Umgebung mit anderen Augen zu sehen. Befand ich mich im Zentrum von Kapstadt, war ich zwischen Wolkenkratzern und Shoppingmeilen, restaurierten Gebäuden der Kolonialzeit, Plätzen und Parks, vor der monumentalen Kulisse des Tafelbergs, den ich zwei Mal zu Fuß bestiegen hatte, dessen Natur mich faszinierte. Befand ich im Office, begegneten mir Menschen, die, wenn sie Glück hatten, in Blechhütten hausten, die durch Krieg und Not aus der Heimat vertrieben wurden und nun kurz davor standen aus ihren neuen Heimat, Südafrika, vertrieben zu werden, weil der Verwaltungsapparat des Home Affairs Office mit der Masse an Flüchtlingen aus anderen Ländern schlicht überfordert war, begegneten mir Jugendliche, die kein Abitur machen konnten, sondern arbeiten gehen mussten.

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Hätte ich Südafrika nur einen Urlaub lang besucht, wären mir viele dieser Eindrücke entgangen. Erst die Arbeit im Human-Rights-Office machte den Aufenthalt zu einer bewegenden Erfahrung. Eine "Rainbow Nation" ist Südafrika ganz sicher nicht. Muss es auch gar nicht sein, denn die herzlichen Menschen, die atembraubende Natur sind eigentlich genug, um diesem Land einen Besuch zu widmen. Ein anderer Freiwillige sagte sinngemäß: "Kapstadt ist eine Stadt, die für ihre Vielseitigkeit und Kontraste gewürdigt werden muss." Und genau das war der bleibendste Eindruck für mich: Die Vielseitigkeit und die Kontraste sind es, die Kapstadt einzigartig machen, wenngleich diese auch der Grund für die vielen Probleme sind, die nicht nur Kapstadt, sondern ganz Südafrika bewältigen muss.

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Paul Lehmann

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