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"Ein Weißer, der auf einem Reisfeld arbeitet"

Khmer-Projekt und Sozialarbeit in Kambodscha

Khmer - Projekt und Sozialarbeit von Michel Gross (Luxemburg)

Khmer Projekt:

Ich hatte mich entschlossen am Khmer Projekt teilzunehmen, weil ich mir einen besseren Einstieg in die Kultur versprach. Man ist beim Khmer Projekt viel unterwegs und lernt Land und Leute kennen, wie es den meisten unmöglich bleibt. Ich wurde permanent von einem Kambodschaner, der für Projects Abroad arbeitet, begleitet.

Khmer-Projekt und Sozialarbeit  in Kambodscha

Am ersten Tag stand Sightseeing in Phnom Penh an – ich besichtigte die königlichen Gemäuer und das Nationalmuseum, was beides sehr eindrucksvoll war. Am zweiten Tag rückte die schreckliche Vergangenheit Kambodschas in den Mittelpunkt: Morgens stand die Besichtigung des „Tuol Sleng“ Museums an, welches unter der Khmer Rouge Herrschaft als Foltergefängnis benutzt wurde. Ungefähr 15.000 Menschen wurden hier in 4 Jahren fast zu Tode gequält, ehe sie dann zu den „Killing Fields“ etwa 20 Minuten außerhalb von Phnom Penh gebracht wurden, wo sie dann zusammen mit Tausenden anderen Gefangen ermordet wurden. Nachmittags besichtigten wir dann eben jene Killing Fields. Unter der Herrschaft Pol Pots und seinen Genossen kamen fast 30 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung durch Folter, Mord und Hunger um.

Nach diesem Sightseeing Rundgang, lernte Ich während einer Woche, wie man auf traditionelle Art und Weise (wird heute noch immer angewandt) Kupferstatuen z.B. von Buddhas anfertigt, traditionelle Marionnetten herstellt und die Sprache spricht. Ich fertigte also meine persönliche Buddhafigur und meine eigene kambodschanische Puppe. Abends bekam ich noch Sprachunterricht.

Khmer-Projekt und Sozialarbeit in Kambodscha

Dann wurde es zum richtig aufregend: Es standen 3 Tage auf einem Dorf an – ich sollte bei einer Bauernfamilie leben und auf dem Reisfeld arbeiten. Die Leute hatten fast noch nie eine westliche Person gesehen – so war die Verwunderung und Aufregung erst mal groß, aber als ich dann auch noch anfing, mitzuarbeiten, brach die helle Begeisterung und Verständnislosigkeit aus. Ein Weißer mit viel Geld, der freiwillig auf einem Reisfeld arbeitet, das sprengte die Vorstellungskraft der Einheimischen. Abends half ich dann in der lokalen Schule etwas Englisch zu unterrichten. Am nächsten Morgen besichtigte ich ein Fest, wo junge Leute als Mönche aufgenommen wurden. Das ganze dauerte ein paar Stunden und war sehr interessant zu verfolgen, weil diese Gelegenheit wohl vorerst nicht wiederkehrt.

Wieder in Phnom Penh stand ein Kochkurs auf dem Programm, wo man zuerst auf einem der zahlreichen Märkte alle Zutaten besorgt und dann lernt, kambodschanische Gerichte zuzubereiten. Am nächsten Tag durfte ich meine neu erworbenen Kenntnisse dann unter Beweis stellen – ich kochte für meine Mitbewohner. Ich war in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, in einer WG untergebracht, in der auch andere Freiwillige von Projects Abroad untergebracht waren.

Khmer-Projekt und Sozialarbeit in Kambodscha

Dann stand Tage auf „Mekong Island“ sowie nach Siem Reap an – Siem Reap ist die Stadt direkt bei den Angkor Tempelanlagen. Auch besichtigten wir ein Dorf, das in einen Fluss nur auf Stelzen gebaut wurde. Die Holzstelzen sind bis zu 8 Meter hoch, und im Dorf mangelt es, abgesehen vom Armut, an nichts. Von einer Kirche bis Schweineställe auf Stelzen ist alles vorhanden. Wir gingen auch auf eine Seidenfarm, auf der wir die Kunst der Seidenherstellung gezeigt bekamen.

Der nächste Trip führte uns in die Kompong Chnnang Provinz. Diese Provinz ist berühmt für ihre Lehmprodukte. Auch hier standen 3 Tage auf dem Programm. Wir verbrachten unsere Tage also auf dem Land bei einer Familie, die uns das Töpfern näher brachte, sowohl traditionelle Methode wie die moderne, mit dem Rad.
Als Fazit kann ich sagen, dass das Khmer Projekt eine wahnsinnige Erfahrung war – es ist unmöglich, ein Highlight zu nennen. Man lernt die Kultur, Menschen und Land kennen, wie es einem wahrscheinlich so schnell nicht mehr möglich wird.

Sozialarbeit:

Die folgenden Monate arbeitete ich im Waisenheim: Morgens brachte ich den Kids Englisch bei, nachmittags stand meist Sport und Spiel auf dem Programm. Es wurde gebastelt, gelacht, gespielt, gehüpft usw.

Nach 2 Wochen änderte sich mein Alltag: Morgens arbeitete Ich mit Sozialarbeitern in den Slums und mittags im Waisenheim. Auch wenn beide Arbeiten sich unterschieden, machten beide doch gleich viel Spaß. Weder die Sozialarbeiter, noch die Kambodschaner allgemein viel Englisch sprechen, hatte ich morgens immer einen Rucksack mit kleinem Spielzeug mit, um mit den Kids spielen zu können - wenn die Sozialarbeiter mit einer Familie etwas zu besprechen hatten. Stifte und Papier, Nagellack, Springseile, Bilderbücher und Ballons waren unverzichtbar.

Vor Weihnachten kam mir die Idee, einen Spendenaufruf in der Heimat zu starten. Da relativ viel Geld zusammen kam, konnte ich einigen Jugendlichen aus den Slums eine Ausbildung bezahlen, einigen Familien helfen, einen kleinen Laden auf die Beine zu stellen, sowie Schuluniformen usw. zu kaufen und mithilfe der Sozialarbeiter zu verteilen.

Hier war das Khmer Projekt dann von großer Hilfe. Ich konnte ein paar Wörter Khmer sprechen, wenn es auch nicht wirklich zu Gesprächen reichte, so konnte ich die Leute wenigstens etwas beeindrucken. :-) Vor allem aber kennt man die Kultur und der Umgang mit den Kids und Familien in den Slums wird sofort viel leichter weil man weiß, wie das Leben hier funktioniert und man nicht diese Tage bis Wochen der Einfindung braucht.

Sehr schnell waren die 3 Monate wieder vorbei. Es stehen eine Unmenge neuer Erfahrungen, Bekannt- und Freundschaften, sowie eine unvergessliche und unersetzbare Zeit in einem völlig fremden, aber wunderschönen und faszinierendem Land zu Buche, wohin ich es kaum noch erwarten kann, zurückzukehren.

Michel Gross

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