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Ecuador: Ama la vida - Liebe das Leben

Tanz, Theater, Kunst und Musik – Projekt in Ecuador von Miriam Wallimann

Freiwillige am Strand von San Cristóbal

„Ama la vida" - zu Deutsch „Liebe das Leben". Das ist das Motto Ecuadors, dem Land in das ich mich mit Projects Abroad nach dem Gymnasium aufmachen wollte.

Als ich mich nach dem Abitur dafür entschied ein Gap Year einzulegen, wusste ich, dass ich das Leben tatsächlich „lieben" bzw. genießen, mein Zwischenjahr jedoch gleichzeitig möglichst sinnvoll verbringen wollte. Doch wie stellt man das genau an? Bei meiner Recherche im Internet stieß ich auf die Organisation Projects Abroad und nach einem kurzen Überblick der Projekte war mir klar: Ich wollte im Naturparadies der Galapagos - Inseln Teil des Tanz, Theater, Kunst und Musik – Projekts werden.

Selbstgebastelte Kronen zweier Kinder des Projekts

Und so flog ich tatsächlich im April für zwei Monate auf die Galapagos - Inseln. Am Flughafen San Cristóbal erwartete mich dann bereits eine Mitarbeiterin von Projects Abroad, die mich sogleich in meine Gastfamilie brachte. Dort angekommen, bekam ich zum ersten Mal zu spüren, was dieses „Ama la vida" vielleicht bedeuten könnte. Nach einem kurzen Rundgang durch das Haus, versammelte sich die ganze Familie (von meinen beiden Gastmüttern bis hin zu deren Enkeln) in und um die Hängematten im Innenhof. Sie lachten und redeten mit mir (obwohl ich kaum einen ganzen Satz in Spanisch zustande brachte) den ganzen Nachmittag lang. Kurz: Vom ersten Augenblick an wurde ich vollkommen als „hija", sprich Tochter, in die Familie integriert. Über meinen ganzen Aufenthalt hinweg, änderte sich auch nichts an dieser ungezwungenen Art und der großen Fürsorge, die mir von allen entgegenbracht wurde. Durch genau diese Offenheit und Herzlichkeit der Menschen ist eine Eingewöhnung in Land und Kultur schlussendlich auch wirklich leicht - auch wenn alles zu Beginn sehr viel anders ist, als das, was man von Zuhause her kennt. Auch die anfängliche Sprachbarriere ist sehr schnell überwunden. Man muss sich nur trauen, die fremde Sprache auch wirklich anzuwenden!

In meinem Projekt war die Anfangsphase etwas holprig und die ersten Tage fühlte ich mich ziemlich überfordert mit dem Unterrichten in einer ganz fremden Sprache. Doch bald begann ich herauszufinden, wie das Schulsystem in Ecuador funktioniert und wurde sicherer in meinem Auftreten. Da ich während den ecuadorianischen Schulferien auf die Galapagos – Inseln gereist war und die regulären Projekte daher nicht stattfanden, half ich die erste Zeit im Summer Camp - Projekt mit. Hierbei unterrichtete ich Kinder verschiedenen Alters in Englisch und Französisch, spielte mit ihnen oder bastelte. Auch kleine Exkursionen zum Strand oder zu den „Bomberos" – den Feuerwehrmännern - standen auf dem Programm. Durch dieses vielseitige Programm waren die Tage gut gefüllt und so vergingen die ersten zwei Wochen meines Aufenthaltes wie im Flug.

Freiwillige besuchen eine andere Insel des Archipels

Im zweiten Teil meines Aufenthaltes konnte ich dann endlich im Tanz, Theater, Kunst und Musik – Projekt starten. Durch meine Anfangszeit im Summer Camp hatte ich schon viel über den Schulbetrieb gelernt - die anfänglichen Unsicherheiten des Unterrichtens und die Schwierigkeiten mit der Sprache waren längst vergessen und ich fühlte mich tatsächlich langsam aber sicher als kompetente Lehrperson. Somit begannen mir das Unterrichten und das Vorbereiten des Unterrichts nicht nur viel leichter zu fallen, sondern auch umso mehr Spaß zu machen! Da ich täglich dieselbe Klasse von ca. fünfjährigen Kindern unterrichtete, konnte ich meine Schüler auch richtig kennenlernen und fühlte mich jedes Mal stolz, wenn ich einen Lernfortschritt bei „meinen Kindern" bemerkte. Gelernt wurden einfache englische Vokabeln und Sätze sowie das Alphabet und die Zahlen. Da mir viele Freiheiten beim Gestalten des Unterrichts gelassen wurden, versuchte ich den Kleinen, da sie weder lesen noch schreiben konnten, den ganzen Schulstoff jeweils möglichst spielerisch und mithilfe ganz vieler Kunstprojekte näherzubringen.

Nach dem täglichen Englisch- bzw. Kunstunterricht, ging es für mich jeweils weiter in die Musikschule, wo ich zwei bis drei Stunden Klavierunterricht gab und die Musiklehrerin bei anderen Instrumental- und Theorieunterrichtsstunden unterstützte. Auch hier wurden mir gestalterische Freiheiten gelassen, weswegen nicht das Beibringen anspruchsvoller Musikstücke, sondern vor allem das Vermitteln der Freude an Musik für mich im Vordergrund stand.

Neben dem Unterrichten gab es aber natürlich auch Freizeit. Vor allem an den Wochenenden hatte ich viel Zeit, die Insel mit anderen Freiwilligen zu erkunden und mich an der atemberaubenden Natur- und Tierwelt der Galapagos - Inseln zu erfreuen. Auch am Ende meines Aufenthaltes geriet ich noch jedes Mal ins Staunen beim Erblicken all der Meerechsen (einer Leguanart), Meeresschildkröten oder Seelöwen. Nicht zuletzt trugen auch unvergessliche Schnorchelausflüge und ein mehrtägiger Trip auf die anderen Inseln dazu bei, dass mir immer wieder aufs Neue bewusst wurde, an was für einem magischen und einzigartigen Ort ich gelandet war.

Muttertag zusammen mit Gastmutter

Als es dann nach zwei Monaten hieß, nach Hause zurückzukehren, freute ich mich zwar auf Freunde und Familie und auch ein wenig auf den geregelten Alltag zurück in der Schweiz, fühlte mich aber auch sehr traurig angesichts des Gedankens, die Galapagos - Inseln zu verlassen und vielleicht nie mehr zurückzukehren. Denn ich hatte in meiner Zeit auf den Inseln nicht nur eine zweite Familie und gute Freunde gefunden, sondern mich selbst in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt.

Mein Aufenthalt auf den Galapagos – Inseln war daher zusammengefasst nicht nur auf mehrfache Weise sinnvoll verbrachte Zeit, sondern auch eine einmalige Möglichkeit, eine für mich ganz fremde Welt kennenzulernen. „Ama la vida" - ja, dieser Spruch fasst meine Erfahrungen auf den Galapagos - Inseln rückblickend tatsächlich sehr gut zusammen. Die Menschen, die Natur, einfach der ganze Lebensstil auf den Galapagos – Inseln macht es einem unmöglich, das Leben nicht zu „lieben". Und dieses Lebensgefühl auf den Inseln ist etwas ganz und gar Einzigartiges. Es ist etwas, das einen das Leben ganz neu kennenlernen lässt. Etwas, das einen auch nach seiner Reise nicht mehr so schnell loslässt.

Miriam Wallimann

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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