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Ganz anders - oder doch gleich ?

Medizin Praktikum Ghana Therese

Medizin – Praktikum als Hebamme von Therese Hailer (Schweiz)

Medizin Praktikum Ghana Hebamme

Ein langer Wunsch, den ich schon als junge Hebamme hatte, ging endlich in meinem 50. Lebensjahr in Erfüllung. Ich konnte einen Monat in Ghana als Volunteere in einem Health Center in der Maternity mitarbeiten. Afrikanische Hebammen bei ihrer Arbeit begleiten, sehen und erleben können, wie Kinder an einer anderen Ecke unserer Welt geboren werden, ganz anders – oder doch gleich? –wie bei uns in der Schweiz- darauf wartete ich freudig gespannt!

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So schnell ich mit dem Flugzeug auch dort war, so schnell holte mich die Realität ein –alles um mich herum war so fremd, ich wäre am liebsten mit dem nächsten Flugzeug wieder zurück ins vertraute Appenzellerland geflogen. Mit meiner ersten Geburt in Ghana änderte sich dies schlagartig: Die Geburt verlief in mir vertrauten gewohnten Rhythmus – und ich bekam meine innere Hebammensicherheit wieder zurück. Das Verhalten der Frau zeigte mir, in welchem Stadium der Geburt sie war. Wie das Baby langsam nach unten drückte, wie die Frau unruhiger wurde, zu pressen begann, das Köpfchen mit den vielen kruseligen schwarzen Haaren sichtbar wurde. Und dann der immer wieder schönste Augenblick, wie die Mutter das Kind in die Armen nahm, begrüsste und liebkoste: alles bekannte Reaktionen, die ich von den Müttern und Kindern in meiner Heimat kannte. Somit hatte ich wieder festes Terrain unter den Füssen.

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Diese Tatsache, dass ein Baby auch unter so einfachen Umständen genau so gut und schön zur Welt kommen kann wie bei uns, hat mich oft zu Tränen gerührt. Gerührt und betroffen gemacht hat mich aber auch, zu sehen, wie viele Mütter sehr arm waren. Sie hatten oft nicht mal das Nötigste, was sie zur Geburt hätten mitnehmen sollen. Auch Frauen, die mit dem 10. Kind schwanger waren, ausgezerrt und kraftlos durch all die Schwangerschaften und oft auch schon jahrelang die Malaria hatten. Auch fehlte es im Health Center an Vielen für uns Selbstverständlichen. Ich dachte oft an die aktuell kursierende Schweinegrippe in der Schweiz, die Dekadenz unserer Maximalversorgung im Gesundheitswesen mit Maskenpflicht und sonstigen Vorkehrungen, Massnahmen.

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Die ghanaische Hebamme vermittelte mir aber auch eine Lektion aus ihrem Erfahrungsschatz: Sie arbeitet ganz stark mit Ihren Sinnen und Händen, da sie gar nicht im Besitz von irgendwelchen Apparaturen und Hilfsmitteln sind. Die Herztöne werden mit dem Pinard abgehorcht, die kindliche Lage, Haltung und Einstellung mit den Händen ertastet. Theresa hat sich nie geirrt. Auch begleitet sie Zwillingsgeburten und Beckenendlagen mit einem grossen Geschick und der nötigen Ruhe. Bei den Müttern hatte ich den Eindruck, dass ihre Instinkte zum Gebären und dann als Mutter ausgeprägter waren als bei uns. Ich musste nie einer Mutter behilflich sein, ihr Kind zu Stillen, das hatte einfach geklappt!

In meiner Gastfamilie fühlte ich mich sofort wohl. Wie konnte es anders sein bei soviel Herzlichkeit, die ich erfahren durfte. Von den afrikanischen Mitarbeitern von Projects-Abroad wurde ich sehr gut begleitet. Einmal in der Woche gab es ein Treff mit einem afrikanischen Krankenpfleger und allen Volunteers, die ein medizinisches Praktikum absolvierten. Dort bekamen wir eine sehr interessante Lektion über tropische Krankheiten. Ich hätte Gelegenheit gehabt, am Wochenende interessante Ausflüge zu machen. Doch mein Focus lag in der afrikanischen Geburtshilfe. Ich brauchte meine Freizeit vor allem, um die vielen schönen, aber auch zum Teil belastenden Begegnungen zu verarbeiten. Doch ab und zu gönnte ich mir einige Stunden am Strand und im wunderschönen warmen Meer zu schwimmen.

Ich werde diesen Monat, gespickt mit vielen kleinen, prägenden Details, in eindrücklicher Erinnerung mit in meinen Hebammen-Alltag nehmen.

Therese Hailer

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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