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"Hola doctora"

Der Kinderarzt und ich

Medizin - Praktikum in Mexiko von Paula Baumann

Immer wieder frage ich mich : wo soll ich nur anfangen zu erzählen, wenn Freunde und Bekannte wissen wollen: Erzähl' doch mal, wie war's in Mexiko, aber das ist gar nicht so einfach und ein paar Sätze wären den ganzen Erlebnissen, Erfahrungen und Eindrücken die ich machen durfte gar nicht würdig.

Na ja, jede Reise hat einen Anfang und das war bei mir so: Heidelberg, im August 2008...hinter mir lag das endlich vollbrachte Abitur, eine menge Spaß und Feierei und schließlich die Frage: Was mach ich jetzt? Mir war klar, das ich im Bereich Medizin ein Praktikum machen wollte, da ich eventuell Medizin studieren möchte. Außerdem wollte ich unbedingt ins Ausland und mein Spanisch praktizieren.

Eines der Kinder

Eigentlich ging's dann ganz schnell: google-Suche Praktikum + Medizin + Lateinamerika - so bin ich dann schnell auf Projects Abroad | Projekte weltweit gestoßen, da es genau mit meinen Vorstellungen übereingestimmt hat und ehe ich mich versah, stieg ich auch schon in Guadalajara aus dem Flieger und wurde von Jorge, einem Mitarbeiter aus dem Büro von Projects Abroad in Guadalajara, empfangen.

Gleich an diesem Tag stand ein Ausflug mit allen Freiwilligen, die zur Zeit in der Stadt waren, auf dem Programm. Ich war zwar total müde, aber dafür hatte ich das Glück, alle Freiwilligen auf einmal kennen zu lernen. Auch im gemütlichen Büro traf man immer wieder auf Kaffeetrinkende, Gitarrespielende oder sich Unterhaltende Freiwillige. Alle haben es gemocht, den Leuten von Projects Abroad einen Besuch abzustatten, weil es einfach immer nett und lustig war, und sie einem ob bei Zahnweh oder Hotelbuchungsproblemen für Wochenendtrips stets zur Seite standen und gerne geholfen haben.

In meiner Gastfamilie habe ich mich auch gleich wie zu Hause gefühlt. Gerade durch andere Freiwillige, mit denen man sich ein Zimmer teilt, ist man nie allein und kann seine Freizeit unter der Woche und am Wochenende gemeinsam planen... und natürlich jeden Donnerstag zusammen zum Salsa-Abend gehen.

Ein ganz anderer, aber um so wichtigerer Teil meines Aufenthaltes war meine Arbeit im Krankenhaus. Es war unglaublich, die Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und sogar die Putzfrauen haben mich jeden Morgen mit "?Hola doctora?" begrüßt - und auch so behandelt! In den ersten beiden Wochen war ich bei den Menschen mit Schlaganfällen und Herzproblemen. Dort durfte ich unter anderem den Puls messen, Bäuche abtasten und den Herzrhythmus abhören. Es war sehr interessant. Manchmal hat der Arzt gesagt: "So, das ist jetzt dein Patient", und ich durfte die Routinesachen alleine machen. Natürlich hat er alles noch mal nach geprüft, aber es war natürlich sehr aufregend. In der Pause bin ich immer mit ein paar Medizinstudenten Tacos essen gegangen.

Dann war ich noch beim Kinderarzt. Das muss man sich so vorstellen: ein großes Wartezimmer und außen herum verschiedene Sprechstundenzimmer für gesunde und kranke Kinder, und für die Neugeborenenkontrolle. Ich bin jeden Tag - genauso wie die Ärzte - routiert, da gab viel Abwechslung. Die meisten der kleinen Patienten waren Babys; nachdem ich den nächsten Patienten aus dem Wartezimmer gerufen habe, was gar nicht so einfach ist bei diesen langen Doppelnamen und einem Raum voll schreiender Kinder, habe ich das Kind "entgegengenommen", gewogen und von Kopf bis Fuss ausgemessen und dann die Daten dem Arzt gegeben, der sich in der Zwischenzeit mit der Mutter unterhalten hat. Manchmal durfte ich auch das Herz abhören oder in den Mund gucken. Die Ärzte haben mich total respektiert und viel mithelfen lassen, obwohl ich keine medizinische Erfahrung hatte. Zwischendurch war ich auch bei chirurgischen Eingriffen dabei. Bei einer Blinddarm-OP durfte ich dem Chirurg sogar seine Instrumente reichen. Gar nicht so einfach auf Spanisch, ich habe auch manchmal geraten was er meint =)

Dann war ich noch in der Frauenklinik und im Sprechstundenzimmer für Familienplanung. Da kamen junge Frauen, die sich über Verhütungsmittel informiert haben und diese dann auch kostenfrei bekommen haben. Viele junge Mädchen haben im Alter von 17 Jahren oder früher schon 2 Kinder, wenn z. B. die Pille jetzt auch noch was kosten würde, würden sie sie wahrscheinlich erst recht nicht nehmen. Viele kannten die zur Verfügung stehenden Verhütungsmittel gar nicht, deshalb musste man sie erstmal aufklären...

Das aller größte Erlebnis war aber, dass ich bei einer Geburt dabei sein durfte. Es war unglaublich, ich hätte nicht gedacht das mich das so überwältigt, ich durfte direkt neben der Hebamme stehen und als das Kind dann kam, sind mir einfach die Tränen gekommen, weil es so schön war!

Ich habe festgestellt, das die Ärztinnen und Ärzte einem alle Türen öffnen und alles zeigen und beantworten, man muss nur auch manchmal fragen. Selbst wenn ich an manchen Tagen nur 3 Stunden im Krankenhaus war, war ich danach meistens vor lauter Aufregung total hungrig und müde, aber durch die leckere mexikanische Küche meiner Gastmutter und den vielen Dingen, die es in der Innenstadt zu sehen und auch hören gibt, war das schnell wieder vergessen und so ging jeden Tag ein aufregender und langer Tag zu Ende...

Paula Baumann

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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