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Über Lehrer-Tag und Reis-Tag

Ich mit meiner Gastmutter

Medizin Praktikum und Unterrichten in Nepal von Lukas Deiss

Nachdem ich an meinem ersten Tag an der nepalesischen Schule dem Rektor und meiner Verbindungslehrerin vorgestellt worden war, erfuhr ich, dass heute kein Unterricht abgehalten werden würde. Stattdessen folgte ich der Schulgemeinschaft auf den Sportplatz, wo sich Lehrer und ältere Schüler zum Volleyball-Match gegenüber standen. Die restlichen Schüler und Lehrer unterstützten lauthals die Kontrahenten. Umgehend wurde ich in die Lehrermannschaft aufgenommen und war nach kurzer Zeit voll beschäftigt, zu pritschen und zu baggern. Wie für den Schuleinsatz empfohlen trug ich ein Hemd und eine Anzughose, die mich extrem ins Schwitzen brachten und am Ende ganz schön eingestaubt waren. Was ich damit sagen will, ist, dass besonders in einem Land wie Nepal unvorhergesehene Dinge auf einen zukommen.

Englischunterricht

Generell geht es in Nepal ein wenig chaotisch zu. Verabredungen sind nicht immer zwingend. Busse fahren nicht nach Fahrplan, sondern wenn sie voll sind. Ein geregelter Verkehr ist nicht zu erkennen. Oftmals sichern sich die Fahrer die Vorfahrt durch Hupen. Zuweilen fällt für mehrere Stunden der Strom aus. Preise müssen natürlich verhandelt werden.

Bei einer Wanderung

Dafür sind die Menschen unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich. Das erfuhr ich sowohl in den Gastfamilien, die sich stets um mich kümmerten, als auch auf der Straße, wenn ich einmal nicht weiter wusste und nach dem Weg fragen musste. Auch die Natur ist einzigartig. Oftmals nutzte ich mein freies Wochenende dazu, kleinere Wanderungen ins Grüne zu unternehmen.

Mein Projekt in Nepal war zwei geteilt. Den ersten Monat verbrachte ich im 25 km östlich der Hauptstadt Kathmandu gelegenen Banepa, wo ich im HRDC, einem orthopädischen Krankenhaus für (behinderte) Kinder aus bedürftigen Familien, arbeitete. Dabei konnte ich vormittags viel lernen, wenn ich mit den Ärzten auf Visite ging, ihnen bei der Versorgung ambulanter Patienten über die Schulter schaute und sie mir dabei manche der Fälle genauer erklärten. Außerdem war es mir möglich in der Physiotherapieabteilung die Anwendungen der Therapeuten zu beobachten, mit den stationären Patienten Übungen durchzuführen oder auch mal beim Gipsen mit anzupacken. Die Nachmittage verbrachte ich mit den anderen Freiwilligen oft auf Station, wo wir uns mit den kleinen Patienten unterhielten, spielten oder bastelten. Das Lächeln der Kinder, die teilweise ihre Betten nicht verlassen konnten, dabei machte mir eine besondere Freude, weil mir damit klar wurde, dass auch ich hier etwas bewirke.

Für die zweiten vier Wochen zog ich nach Satdobato, am südlichen Rande Kathmandus. Dort kam ich an der Arniko Boarding School zum Einsatz. Meine Aufgabe war es, den Englischlehrer in die Klassen 4 bis 8 zu begleiten und zu unterstützen. Helfen konnte ich besonders bei Konversation und Aussprache, aber auch in Sachen Grammatik. Da die Schüler kurz vor den Semesterabschlussprüfungen standen, bezog sich der Großteil des Unterrichts auf letzteres. Manchmal leitete ich eine Unterrichtsstunde alleine und nahm beispielsweise die Pronomen durch. Die größte Herausforderung bestand für mich darin, die Aufmerksamkeit der ca. 20 bis 30 Schüler pro Klasse aufrecht zu erhalten und mir Gehör zu verschaffen. Die Disziplin der Schüler war oft nicht das, was ich aus meiner eigenen Schulzeit gewohnt war. Dennoch gelangen meine Stunden meistens. Außerdem fanden an der Schule nette Veranstaltungen statt, wie der „Lehrer-Tag“, an dem die Schüler ein aus Tanzeinlagen, Spielen und ähnlichem zusammengestelltes Programm vorführten und zum Abschluss die Lehrer beschenkten, oder der „Reis-Tag“, an dem alle gemeinsam zu einem Feld fuhren, um Reis anzupflanzen. Man vermittelte mir stets das Gefühl, zur Schulfamilie zu gehören. Mit einer traditionellen Zeremonie wurde ich im Kreise der Lehrerschaft verabschiedet.

Der Aufenthalt in Nepal war für mich in zweierlei Hinsicht eine großartige Erfahrung. Zum einen konnte ich im medizinischen Praktikum viele Eindrücke für mein angestrebtes Medizinstudium sammeln und es eventuell als vorgeschriebenes Praktikum zählen lassen. Noch wichtiger waren für mich allerdings die persönlichen Erfahrungen. Zu sehen, mit wie wenig Menschen glücklich leben können. Den Mut aufzubringen, Teenagern Englisch beizubringen. Den Kindern im Krankenhaus mit kleinen Dingen eine Freude zu bereiten.

Lukas Deiss

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