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So entstand eine tolle Zusammenarbeit

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Medizin - Praktikum in Tansania von Constanze Rost-Schnabel

Nach 30 Jahren Hebammentätigkeit in Deutschland entschloss ich mich, mal einen anderen Weg zu gehen. Die zunehmende Technisierung des Geburtsprozesses und die rechtliche Situation der Hebammen in Deutschland brachten mich sehr zum Nachdenken und so fand ich im Internet die Organisation Projects Abroad. Ich bewarb mich kurzer Hand und die Bearbeitungszeit für Tansania war nicht lang.

Bald darauf wurde ich von Jacky, einer Mitarbeiterin von Projects Abroad, in einem Gesundheitszentrum in Arusha vorgestellt und der Alltag wurde besprochen. Schon nach wenigen Minuten war mir bewusst, dass das Leben hier zu Deutschland nicht unterschiedlicher sein könnte. So manche Überraschung wartete auf meine australische Kollegin Lise, eine Krankenschester, und mich. Wir arbeiteten zwei Monate zusammen und wurden beste Freundinnen.

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Das Gesundheitszentrum ist eine staatliche Einrichtung, die vorwiegend Frauen und Kinder ambulant behandelt. Es gibt eine Schwangerenberatung mit fünf Behandlungsräumen, einen Kreisssaal mit zwei Betten, einen Schlafsaal mit 22 Betten, eine Babyklinik, eine Kinderklinik und ein Familienberatungszentrum.

Das Zentrum ist rund um die Uhr besetzt und beschäftigt zwei Ärzte und 34 Krankenschwestern. Im Kreissaal selbst sind immer ein bis zwei Krankenschwestern mit Hebammenausbildung und eine Assistentin bzw. Reinigungskraft. Jährlich werden hier 3500 Kinder entbunden. Für Deutschland also ein großes Entbindungszentrum.

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Eine Versorgungsstrecke, so wie wir es kennen, gab es nicht, stattdessen stand ein altes ausrangiertes Unterteil eines Kreisbettes an der Wand und diente als Wickeltisch und Ablage. Es folgte ein Regal, das sehr staubig war, denn es gab keine geschlossenen Fenster und der Staub von den trockenen Straßen sammelte sich im Raum. Demzufolge waren die Medikamente und die gelagerten Materialien in einem Karton auch diesem Problem ausgesetzt. Die Geburtsbestecke wurden in alte Lappen eingepackt und in einem etwas älteren Sterilisator aufbereitet – für deutsche Kliniken und Geburtshäuser mit Qualitätsmanagemant nach ISO kaum vorstellbar. Außerdem konnte das Waschbecken nicht benutzt werden, denn es gab kein fließendes Wasser.

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Im Gesundheitszentrum waren die Krankenschwestern sehr freundlich, auch die Gastfamilie war sehr angenehm. Alle waren sehr bemüht, mich zu unterstützen. Die ersten zwei Wochen half ich in der Schwangerenberatung und übernahm typische Hebammentätigkeiten. Martha, meine einheimische Kollegin, gab mir sehr viel Hilfe bei der Kommunikation, denn die meisten Frauen sprachen kein Englisch. Ich untersuchte die Bäuche, hörte Herztöne, ermittelte den Symphysen-Fundus-Stand, beurteilte den Allgemeinzustand, bestimmte Entbindungstermine und entnahm Blut für HIV- und Syphilistests. Nach den zwei Wochen war ich dann vorwiegend im Kreisssaal stationiert.

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Ich hatte mich an die afrikanischen Verhältnisse gewöhnt und konnte akzeptieren, dass keine regelmäßigen Herztöne während der Geburt gehört werden, dass die Frauen nach Bedarf untersucht werden und dass sie vorwiegend allein ihre Wehenarbeit verrichten. Sie bekommen ihre Mahlzeiten von den Familienangehörigen gebracht, und nach Absprache wird saubere Wäsche geliefert. Zur Geburt selber bringen sie einen kleine Beutel mit Kangas (Stofftücher) für die Mutter und mehreren Laken für das Neugeborene mit. Außerdem haben sie eine Ampulle Oxytocin oder Methergin, zwei bis drei Paar sterile Handschuhe für die Hebamme und Watte aus der Apotheke dabei. Gelegentlich findet man auch eine Nabelklemme zur Abnabelung.

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Wenn es dann zur Geburt kommt, begeben sie sich selbständig in den Geburtsraum und bitten eine Hebamme, ihr bei der Geburt zu helfen. Ist alles geschafft, wird Mutter und Kind in ein neues Bett gebracht. Am nächsten Tag geht die junge Mutter mit ihrem Neugeborenen nach Hause und nach sieben Tagen wird sie wieder kommen und es erfolgt eine nächste Kontrolle des Neugeborenen.

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Die Arbeit im Kreissaal hat mir viel Spaß gemacht, und die Frauen haben meine Hilfe bei Entbindungen dankend angenommen. Auch die Hebammen waren an meinem Arbeitsstil interessiert, und so entstand eine super Zusammenarbeit. Lise war sehr wichtig während dieser Zeit. Sie half liebevoll bei den Arbeiten, wog die Kinder und betreute die Mütter gemeinsam mit mir.

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Durch diese gemeinsamen Erfahrungen hatten wir den Drang, einige Dinge zu ändern und zu helfen. Lise startete eine Spendenaktion in Australien und hatte nach wenigen Wochen mehrere Tausend Dollar Spendengelder zur Verfügung. Ich startete eine Spendenaktion bei mehreren Firmen. So konnten wir Materialien aus Deutschland kommen lassen und kauften in Arusha unzählige notwendige Dinge, so zum Beispiel 2000 Nabelklemmen. Das Wichtigste war ein Sauerstoffgerät und zwei Absauggeräte.

Ein beeindruckender Augenblick war unsere Präsentation aller Spenden, und uns wurde klar, wie wichtig unsere Hilfe für das Projekt war. Für die Zukunft des Krankenhauses wünschen Lise und ich, dass noch viele Freiwillige die Arbeit vor Ort tatkräftig unterstützten können!

Constanze Rost-Schnabel

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