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„Ein Highlight war jeden Abend das Essen mit 8 bis 10 Personen“

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Sozialarbeit und Medizin – Praktikum in Tansania von Johanna Silberg

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Habe ich das alles nur geträumt? Das frage ich mich manchmal ernsthaft, wenn ich an meine Zeit in Tansania zurückdenke und das kommt doch häufig vor. Es scheint mir so unbegreiflich, dass ich vor nicht allzu langer Zeit noch in einem Land auf der anderen Seite des Äquators gelebt habe. Ich habe dieses ganze Land voller Chaos, Staub, Improvisation, Musik und intensiver, wenn auch nicht immer schöner, Gerüche wirklich lieben gelernt. Einen großen Beitrag dazu hat die Arbeit mit den Einheimischen im Waisenhaus und im Krankenhaus geleistet. Natürlich war es nicht immer einfach, weil vor allem Sprachbarrieren die Zusammenarbeit erschwert haben. Man stelle sich nur einmal vor, man soll 6-12 jährigen Waisenkindern auf Englisch Lesen oder schriftliches Addieren beibringen. Es ist manchmal frustrierend, wirklich. Doch dann gibt es diese schönen Momente, in denen man gemeinsam lacht oder ein plötzliches Erfolgserlebnis hat und schon fühlt man sich wieder gut. Manchmal reicht es auch schon, wenn man merkt, wie sehr sich ein Kind über die Aufmerksamkeit freut, die man ihm schenkt.

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Im Krankenhaus habe ich den Großteil meiner Zeit auf der Geburtsstation verbracht. Ich konnte viel lernen und helfen, wenn ich anfangs den Schwestern Spritzen und Schalen angereicht oder die Babies zum Wiegen in Empfang genommen habe. Später habe ich auch direkt bei den Geburten assistiert und sogar ein Baby alleine zur Welt gebracht! Nebenher habe ich Botengänge erledigt oder mich beim Putzen auf der Station nützlich gemacht. Wenn dann weniger Betrieb war, habe ich auf anderen Stationen z.B. beim Gips anlegen oder abnehmen, beim Wunden nähen und verbinden oder beim Röntgen und Ultraschall geholfen. Ich muss sagen, ich habe zwar nicht nur schöne Dinge zu sehen bekommen, aber ich habe diese Zeit sehr genossen. Die Doktoren waren immer freundlich und stets positiv eingestellt, wir hatten viele lustige Momente und Gespräche und sie gaben sich Mühe, Wissen zu vermitteln und die Freiwilligen mit einzubeziehen.

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Doch neben den Menschen hat mich an Tansania fast ebenso die landschaftliche Vielseitigkeit beeindruckt: Da wären der unvergessliche Blick vom Mount Kilimanjaro auf den Sonnenaufgang über Afrika, der Mount Meru, den man von unserem Haus aus sehen konnte, die Nationalparks mit der berauschenden Tier- und Pflanzenwelt, die traumhaften Strände des indischen Ozeans oder die tropischen Wälder an den Hängen der Usambara Mountains, um nur einige Dinge zu nennen, die ich während meiner Zeit zusammen mit anderen Freiwilligen erkunden konnte. Besonders ans Herz gewachsen ist mir aber die absolute Krönung des Chaos: die Stadt Arusha mit ihren unzähligen kleinen Cafés, vollgestopften Läden, überfüllten Straßen, hupenden, sich in halsbrecherischen Manövern ihren Weg bahnenden Autos und Motorrädern, dem pulsierenden Nachtleben und den bunten Märkten, auf denen man so ziemlich alles bekommt, was man gerade braucht oder auch nicht braucht. All das machte jeden Ausflug in die Stadt zu einem neuen Erlebnis.

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Im Kontrast dazu stand mein einer Erholungs-Oase ähnelndes Zuhause bei meiner Gastfamilie in einem Vorort von Arusha. Der Garten war voller bunter Bananen-, Guaven- und Papayabäume, und eine Hühnerfamilie war regelmäßig beim Scharren und Staubbad nehmen anzutreffen. Neben entspannten Lesestunden in diesem wunderschönen Garten habe ich vor allem die Abende mit meiner Gastfamilie genossen: ab etwa 5 Uhr nachmittags begannen alle Familienmitglieder nach und nach einzutrudeln. Das Hausmädchen war zu diesem Zeitpunkt eigentlich immer schon mit dem Abendessen beschäftigt und begrüßte jeden herzlich, der nach Hause kam und dann zwangsläufig durch die Küche ins Haus musste. Zuerst tauchten meine jüngeren Gastbrüder auf: die 12-jährigen Zwillinge, die es sofort vor den Fernseher zog, um wieder einmal eine der unzähligen japanischen Serien zu schauen, die sie so liebten. Danach kamen dann meine Gasteltern von der Arbeit in ihrem Schreibwarengeschäft nach Hause. Mein Gastvater geselte sich häufig zu mir ins Wohnzimmer, wo wir lange Gespräche über Gott und die Welt geführt haben und dazu Tee oder Kaffee tranken. Ein Highlight war jeden Abend das Essen mit 8 bis 10 Personen: eine Auswahl an Reis, Gemüse, Huhn, gekochte Maiskolben, Chapatis (runde Teigfladen), Ugali (traditionelles Gericht aus Wasser und Maismehl), selbstgemachten Pommes Frittes oder Kartoffeln mit gekochten Bananen standen bereit und natürlich durften Avocado, Ananas, Bananen, Wassermelone, Papaya oder Mango zum Nachtisch nicht fehlen.

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Insgesamt bin ich unendlich froh, dass ich mich für diesen Auslandsaufenthalt entschieden habe und möchte all denen, die noch zweifeln, raten, sich selbst den Gefallen zu tun und keinen Rückzieher zu machen. Ich kann euch sagen: es hat mir so viel gegeben, diese Menschen zu treffen, neue Freunde zu finden und diese völlig anderen Erfahrungen zu machen, dass ich es nur jedem nahe legen kann, sich die Zeit zu nehmen, Afrika auf diese ganz persönliche Art kennenzulernen.

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Johanna Silberg

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