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„Meine Zeit in Barra Honda“

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Naturschutz in Costa Rica von Andrea Stingl

Zuerst war mein Plan einfach nur mit dem Rucksack durchs Land zu reisen. Auszeit vom Berufsleben und vom Alltag. Da ich mich aber sehr für Naturschutz und die Erhaltung des Regenwaldes intressiere, dachte ich mir „Warum nicht aktiv daran mitwirken?“ Ich wurde von Richard, dem Parkcoordinator, abgeholt, um 20 Minuten später dort an zukommen wo ich vier Wochen verbringen würde. Mir wurde alles gezeigt, erklärt, Angestellte und aktuelle Voluntäre vorgestellt. Es war Sonntag und ich konnte mir alles in Ruhe anschauen. Natur pur um mich herum, schön!

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Am nächsten Morgen gab es, unter anderem, Reis und Bohnen zum Frühstück, ein sehr üppiger Teller. Da ich zu Hause eigentlich morgens nichts esse, war es erst mal ungewohnt. Dann ging mein erster Arbeitstag los, noch wusste ich nicht, was kommt. Der Berg, man könnte sagen das Tor zum Nationalpark, da musste man hoch um die Höhlen und den Aussichtspunkt, den Mirador, zu besuchen. Mir ging schnell die Puste aus und ich musste oft stoppen. Oscar, ein Mitarbeiter, war geduldig an meiner Seite. Er meinte, so ginge es vielen am Anfang. Nach unendlich erscheinender Zeit waren wir dann am Punkt, wo alle erst mal Pause machten. Von dort aus ging es zu den verschiedenen Projekten. Entweder die Schmetterlingsnetze aufhängen (bzw. am nächsten Tag wieder abhängen), die Sensorkamera umhängen oder aber eine Umgebungsbeschreibung durchführen. Und das alles fern ab von den Wegen: da, wo die Touristen nicht hin kommen. Dort begegnet man vielen Tieren wie zum Beispiel Nasenbären, Brüllaffen oder auch mal einer Schlange. Ich habe mich immer gefreut, dort oben an den Projekten zu arbeiten. Die Zeit schien still zu stehen.

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Der Tagesablauf hatte eine gewisse Routine, aber dennoch war kein Tag wie der andere. Es konnte passieren dass Arbeiter nicht erschienen oder der Regen zu stark war, der mit einem Gewitter über uns zog. Auch Stromausfall konnte es jederzeit geben. Irgendwann war das ganz normal, man lernte damit zu leben. Einmal hatten wir am Abend einen Stromausfall, es war Vollmond und der tauchte die Umgebung in ein geheimnisvolles Licht. Da schwebten die Glühwürmchen um uns herum. Ein funkeln von tausenden tanzenden Punkten, das hatte etwas Zauberhaftes. Die Arbeit war immer abwechslungsreich und der Spass kam nicht zu kurz. Alle waren gut gelaunt und Oscar hat immer wieder gesungen "I like my job". Das merkte man auch.

Schon beim zweiten Mal bin ich den Berg ohne Pause hoch gelaufen. Das Fledermausprojekt war heute an der Reihe. Wir stellten die Netze im Dunkeln, im Schein der Taschenlampe, auf. Dann suchten wir einen Platz zum Warten. In regelmässigen Abständen wurden die Netze kontrolliert. Wenn eine Fledermaus drin war, wurde sie behutsam rausgeholt und in einem Stoffsäckchen zum Lager gebracht. Dort wurde sie gewogen, gemessen, das Geschlecht und die Art bestimmt und notiert. Danach wurde sie wieder in die Nacht entlassen. Wir warteten eine eile, es war dunkel um uns herum. Die Tiere der Nacht waren nun aktiv und die Geräusche intensiv. Ich vermutete, um uns herum war Einiges los. Gegen 23.00 Uhr bauten wir die Netze wieder ab und traten den Heimweg an. Nun wusste ich Einiges mehr über Fledermäuse als je zuvor.

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An meinem letzten Arbeitstag bin ich hinter das Geheimnis gekommen, warum alle Touristen, die in der Höhle waren, immer dreckig zurück kamen. Wir Voluntäre bekamen eine spezielle Cave Tour, als Dankeschön. Es war die einzige der Höhlen, die für Touristen zugänglich war. Sehr abenteuerlich die 17 Meter tiefe Leiter am Anfang. In den unteren Etagen musste man viel klettern und sich durch enge Ritzen quetschen. Als wir dann wieder im Tageslicht waren, sah meine Hose genau so dreckig aus wie bei all den Touristen. - Geheimnis gelöst. Die Besichtigung war ein eindrucksvolles Erlebnis.

Für mich war es wichtig, nicht nur in Costa Rica reisen zu können, sondern auch das alltägliche Leben kennen zu lernen. Mit den Menschen, Tieren und der Natur in Kontakt zu kommen, wie man es als Tourist nicht erlebt. Zu lernen, warum es so wichtig ist die Regenwälder zu erhalten. Zeit zu haben um einfach nur mal da zu sitzen, mit einem Kaffee in der Hand, und den Gedanken freien Lauf lassen. Zu beobachten wie ein Iguana einen Baum hoch klettert, oder eine Horde Brüllaffen am Camp vorbei zieht. Oder einen Abend lang beim Salsa tanzen zu verbringen. Pura Vida!

Andrea Stingl

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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