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Learn how to freedom – 6 Monate unterwegs in der Welt mit Projects Abroad

Naturschutz in Mexiko von Lucas Hagen

Teil 1: Was tun?

 Naturschutz in Mexiko, Projects Abroad

Wenn ich es mir heute so recht überlege, steckt die Erinnerung an meine Zeit mit Projects Abroad einfach in Allem, was ich tue. Wo Menschen rastlos sind, habe ich Ruhe, wo der Konsum und die Gier unendlich scheinen, weiß ich Alles zu schätzen, was mich umgibt. Die Freiheit zu lernen, zu helfen und zu entdecken ist mit Projects Abroad grenzenlos. Aber beginnen wir von Anfang an:

Das Abitur hab ich in der Tasche. Doch was jetzt? Studium? Ausbildung? Keine Ahnung. Erst mal ins Internet, nach Flügen gucken: Australien, Kanada, was ein junger Deutscher ohne richtigen Plan eben macht. Doch der Gedanke stellte mich nicht zufrieden. Jener Gedanke, wieder ein halbes Jahr zu haben, in dem ich nach wie vor nur für mich lebe. Das hatte ich 13 Jahre getan, ich wollte etwas zurückgeben.

So kam ich nach gründlicher Recherche auf Projects Abroad. Eine Organisation, die mir hilft vor Ort Fuß zu fassen. Auf nahezu jedem Kontinent vertreten, gespickt mit ansprechenden Projekten. Das passte! Einziges Problem: Der Preis. ‚Lohnt sich das denn?‘, fragte ich mich. Ja, es lohnt sich. Das kann ich nun im Nachhinein sagen! Damals plünderte ich mein Sparkonto und ging extra Schichten im Supermarkt schieben, um dann 6 Monate Projects Abroad zu buchen: 3 Monate Mexiko, 3 Monate Jamaika. Zwei Projekte: Naturschutz und Sport Unterrichten. Warum diese Projekte? Ich weiß es nicht wirklich. Manchmal muss man eben machen, was die innere Stimme einem sagt. Hilfreich war dabei auch, dass jede Frage die ich hatte, perfekt, freundlich und mit großer Ruhe von den Mitarbeitern Projects Abroads beantwortet wurde.

Teil 2: Ab ins Schildkrötencamp!

Ich buchte also meine Flüge und los ging‘s. Erste Station Guadalajara, Mexiko. Nach 27 Stunden transatlantischer Reise, sammelte mich ein freundlicher Herr mit einem großen Projects Abroad Schild ein. Zusammen mit Meg, einem jungen und pfiffigen australischen Mädchen wurde ich dann in unser Domizil für die Nacht gebracht. Die Art und Weise des mexikanischen Fahrstils ist eigen, ich hab keine zehn Minuten gebraucht um das zu verstehen. Beschreiben kann man’s nicht. Stell es dir so vor: Würde man Mexikanern erzählen, was Deutsche für die Führerschein Prüfung lernen, würde die ganze Geschichte in lautstarkem Gelächter enden.

Nach einer Nacht mit ausgezeichnetem Schlaf, brachte uns der Sohn unserer Gastfamilie (welche sehr nett war, allerdings verbrachten wir dort weniger als 12 Stunden, viel erzählen kann ich also nicht) zum Busbahnhof. 4 Stunden Busfahrt später kamen wir in Tecoman an. René, der bis dato coolste Typ, den ich je kennengelernt habe, sammelte uns mit dem riesigen Chevrolet von Projects Abroad auf. Knapp 30 Minuten später kamen wir im Camp an. Erwartungen hatte ich nicht wirklich welche - sie wurden dennoch übertroffen! Mit Salzwasser zu duschen, auf Holzpritschen mit Moskitonetzbaldachin zu schlafen, das benutzte Klopapier zu verbrennen und auch recht ungeschützt vor sämtlichen Krabbeltieren zu essen, das stört dich nicht, wenn du einmal die Schönheit dieses Ortes wahrgenommen hast! Das Rauschen des Meeres, die Brise und die totale Einsamkeit - all das zog mich von Minute eins in seinen Bann.

Naturschutz in Mexiko, Projects Abroad

Wie darf ich mir das Leben auf einer Schildkrötenfarm wohl vorstellen? Anstrengend und glückseelig! Ein typischer Tag verläuft so. Zwischen 5 und 7 Uhr ist in der Regel aufstehen angesagt. Die Nachtpatrouille bringt die Tüten mit frischen Schildkröteneiern ins Camp. Diese müssen eingegraben werden. Jedes Nest wird dokumentiert. Wie viele Eier waren es, waren welche kaputt etc. Es ist nicht immer ein sanfter Start in deinen Tag, allerdings ist Schlaf ohnehin überbewertet. Je früher man aufsteht, desto mehr Sonnenlicht bekommt man. Zumindest an der Pazifikküste Mexicos! Der weitere Tagesablauf variiert immer davon abhängig, welche Aufgaben für den jeweiligen Tag zu erledigen sind. Mal kann es sein, dass die ganze Volunteer Crew samt Projects Abroad Mitarbeitern nach Tecoman fährt. Einkaufen, Internet haben, die üblichen Laster einer westlichen und modernen Kultur eben. Dabei ist es dir immer freigestellt im Camp zu bleiben, zu lesen, zu schlafen, eben einfach frei zu sein! Nachmittags steht dann immer der Arbeit an. Es kann sich um Renovierungsarbeiten handeln (Hütten anstreichen, Zäune bauen etc.), Vogelpopulationen werden beobachtet und gezählt, und natürlich arbeitest du mit den Schildkröten. Das Naturschutz - Projekt funktioniert wie folgt: Nester am Strand werden in der Nacht ausgegraben (Schildkröten mögen Tageslicht nicht so super gern, vor allem mögen sie die Hitze nicht so sehr), im Camp wieder eingegraben. Nach etwa 30 Tagen schlüpfen Schildkrötenbabys, die dann in die Freiheit im Meer entlassen werden. Die benutzten Nester gräbt das Camp Team nun wieder aus um zu zählen, wie viele der eingebuddelten Eier geschlüpft sind, wie viele der Tiere verendet und auch wie viele anscheinend unbefruchtet waren. Warum das Ganze? Schildkröteneier gelten in Mexico als Delikatesse. Diebe treiben sich Nacht für Nacht am Strand rum um gelegte Eier zu stehlen. Weltweit geht der Bestand von Meeresschildkröten zurück. DU arbeitest aktiv daran mit, dagegen zu halten. Alleine dieses Wissen befriedigte mich immer ohne Ende. Das Wissen, aktiv Widerstand gegen den Verbrauch der Natur zu leisten. Wenn du dann am Meer sitzt, den Sonnenuntergang mit einer frischen Kokosnuss genießt und ca. 500 Schildkrötenbabys an dir vorbei ins Meer krabbeln - dieses Gefühl ist unbeschreiblich schön. Es lässt dich ruhig werden, es lässt dich verstehen und schätzen, was dieser Planet alles kann. Ich habe so verstanden, die Natur zu achten.

Einmal in der Woche geht es mit der ganzen Truppe gut eine Stunde lang in die Pampa. Tief im Wald befindet sich eine Krokodilfarm. Dort werden die Käfige gesäubert, Unkraut gerupft und und.. Das ist NICHT immer angenehm. Wenn du mit einer Schaufel Unkraut rupfst, während 5 Meter von dir entfernt ein 320 Kilo schweres Ungeheuer liegt, was lediglich von einer Schnur um den Hals gehalten wird, ist einem nicht immer so ganz wohl zumute. Aber jeder Mitarbeiter von Projects Abroad weiß, was er tut.

Wie ist das Leben im Camp sonst?

 Naturschutz in Mexiko, Projects Abroad

Genial! Als ich da war, hatte ich eine junge, internationale Truppe Menschen um mich. Alle waren getrieben vom Gedanken, die Welt zu verbessern. Viele schöne und auch viele wilde Abende habe ich dort verlebt. Wir haben zusammen gelacht, bei der Arbeit geschwitzt und über Alles nachgedacht, was junge Menschen eben bewegt. Das Essen war jeden Tag frisch, es gab immer Früchte und frischen Saft. Magen-Darm hatte ich trotzdem. Wir Europäer sind einfach keine Bakterien gewöhnt, die überempfindliche Art mit der wir sonst mit Lebensmitteln umgehen ist einfach unnatürlich.

Ich möchte zum Abschluss meines Turtle Camp Berichtes noch eine kleine Story erzählen: ‚Die Patroullienstory‘. Patrol fährt man nie allein. Einer der Projects Mitarbeiter ist immer dabei. Auf großen Quads fährt man also den Strand entlang.

Stell dir vor, du braust mit deinem chilligsten Lieblingssong in den Ohren durch die Nacht. Der Fahrtwind weht dir ins Gesicht. Auf der einen Seite der Pazifik, beleuchtet vom Mondlicht, auf der anderen Seite Palmen, erleuchtet von unzähligen Glühwürmchen, die in den Kronen der Bäume herum schwirren. Und über dir ein Sternenhimmel von atemberaubender Schönheit. Auf einmal verringert der Fahrer des Quads die Geschwindigkeit. Im Kegel der Scheinwerfer: Eine große Meeresschildkröte. Du steigst ab vom Quad, der Motor wird abgeschaltet und du bist einfach bei diesem faszinierenden Tier und erlebst diese Momente. Ich werde sie nie vergessen.

Teil 3: Moving to Guadalajara

Naturschutz in Mexiko, Projects Abroad

Nach 2 Monaten im Camp beschloss ich nochmal etwas anderes zu tun. In erster Linie war es das Konzert des Musikers James Blake, der in Guadalajara eine Show spielte. Spontan teilte ich Projects Abroad mit, dass ich umziehen wollte, und eine Woche später saß ich im Bus in die Stadt. Ein neues Kapitel begann, ich war aufgeregt. Zwar hatte ich auch in meiner Zeit im Camp einige Wochenend-Trips gemacht, aber eine Stadt der Größe von Guadalajara war nicht dabei. Angekommen in der Stadt wurde ich wie schon zu Beginn meiner Reise abgeholt und in zu meinem neuen Heim gebracht. Ich wohnte ab sofort bei Leslie, die wohl coolste Gastmama, die ich mir hätte wünschen können. Einfach eine lockere, aufgeschlossene Frau mit dem Wunsch, jungen Menschen zu zeigen, was ihr Land so kann.

Das Konzert war super, aber auf der Afterparty wurde mein Handy geklaut. Bei aller Euphorie ist niemals außer Acht zu lassen, dass es weltweit auch Menschen gibt, die nicht nur dein Freund sein wollen. Besonders in Mexiko ist besondere Vorsicht durchaus von Nöten.

Mein neues Projekt war, verschiedene Vogelarten im Parque Agua Azul zu pflegen. Bei weitem nicht so atemberaubend wie das Turtle Camp, empfand ich meine Arbeit auch hier als sinnvoll. Besonders die Möglichkeit dauerhaft an meinem Spanisch zu arbeiten bereitete mir Freude. Ich führte Papageien spazieren, säuberte Käfige und half bei der Fütterung der Vögel. Manchmal kümmerte ich mich Stunden lang mit einer Heckenschere um sämtliche Sträucher, die der Park so zu bieten hatte. Wer mit der Illusion auf ein Projekt fährt, es gäbe wenig zu tun, den muss ich hiermit leider enttäuschen. Langweilig ist mir nie geworden. Auch nach der Arbeit nicht. Zusammen mit Roommate Nando ging es in Restaurants, Bars und Clubs. Guadalajara ist eine Stadt mit urbanem Charakter. Hier findet sich eine sehr gute Techno Szene, in die ich durchaus das ein oder andere Mal eingetaucht bin. Weiterhin findest du aber auch Märkte, traditionellen Tanz und kulinarische Genüsse.

Im Büro von Projects Abroad finden regelmäßig Volunteer Events statt. Tanzkurse, Spieleabende, und auch der sogenannte „Dirty Day“, ein Tag an dem sich alle Freiwilligen versammeln und gemeinsam ein soziales Projekt der Stadt unterstützen. Diese Projekte sind immer verschieden. Einmal haben wir Fahrräder weiß angemalt und diese in der ganzen Stadt an Orten verteilt, wo ein Radfahrer zu Tode gekommen ist. Ein anderes Mal sind wir in eine Auffangstation für Menschen gefahren, die über Mexiko in die USA flüchten wollten. Als mir ein Mann erzählte, auf welche Art und Weise er seinen Sohn auf der Flucht verloren hatte, begannen sowohl er als auch ich zu weinen. Das Leid jener Menschen zu sehen beschäftigt dich und schafft eine neue Perspektive auf den Reichtum, den wir in unseren warmen Nestern in Deutschland haben.

Alles in Allem ist Guadalajara ein Ort, der dich weiter bringen kann, wenn du willst. Hier lernt man eigenständig in einer mittelamerikanischen Millionenstadt von A nach B zu kommen und hat die Möglichkeit Sprache und Kultur kennenzulernen!

Lucas Hagen

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