Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

"Rucksacklos in den Regenwald"

Rainbow boa und ich

Naturschutz in Peru von Henry Mertinkat

Nach meinem Abitur im Juli 2007, ging es für mich in den peruanischen Regenwald.Meine Reise, die von Anfang an spannend und lehrreich für mich war, startete in Berlin. Bevor ich jedoch in Puerto Maldonado angekommen war, musste ich erst mal in London, Chicago, Miami, Lima und Cusco umsteigen. Auf dem riesigen Flughafen in Chicago kam die erste Bewährungsaufgabe auf mich zu. Ich verpasste meinen Flug und kam somit mit einem Tag Verspätung in Puerto Maldonado an, und leider auch erst mal ohne mein Gepäck.Als ich erst mal angekommen war, brachte mich die Hitze und die Luftfeuchtigkeit schnell auf andere Gedanken. Die ersten Tage ohne Rucksack waren nicht sehr einfach, aber dadurch lernte ich gleich mehr Eigenständigkeit und Selbstvertrauen. Nach drei Tagen war mein Rucksack dann auch endlich gelandet. Doch die Anstrengung und das Warten sollte sich sehr bald lohnen.

Im Hafen in Puerto Maldonado angekommen, ging es mit einigen anderen Freiwilligen und Projects Abroad Mitarbeitern in Richtung "Taricaya", was für die nächsten drei Monate mein neues Zuhause sein sollte. Die Bootsfahrt wurde sehr schnell zur Routine und man gewöhnte sich schnell an den Anblick des breiten, braunen Flusses und die Goldgräber, die dort mit zahlreichen Booten waren.

Als ich im Camp ankam, wurde ich von insgesamt 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie Mitarbeitern freudig empfangen, die gerade eine Abschiedsfeier für zwei Jungs aus Holland veranstalteten. Das Kommen und Gehen der Freiwilligen war ein fester Bestandteil von Taricaya, und somit wurde es nie langweilig.

Da wir tief im Dschungel wohnten, war die Unterkunft natürlich auch sehr einfach, aber sehr angenehm. Ich zog in einen Bungalow mit eigenem Balkon, vier Betten , Bad, Dusche und WC ein. Es gab keine Fenster, aber dafür Moskitonetze, die dort auch dringend notwendig sind.

Vogelspinne

Täglicher Bestandteil meiner Arbeit, war die Beobachtung der Vögel, die auf drei verschiedenen Plattformen stattfand. Die eine Plattform befindet sich an einem Sumpf, die andere auf einer Modell-Farm und die dritte auf einer Höhe von 42 m, mit einer einmaligen Aussicht auf den tropischen Regenwald.

Am Anfang war es nicht sehr einfach jeden Vogel zu benennen, vor allem da sie so viele englische Namen tragen. Doch schon recht bald konnte ich die Vögel anhand ihres Aussehens, der Art des Fluges und ihrer Laute erkennen. Am Ende konnte ich schon fast über 50 Vögel erkennen und benennen, worauf ich sehr stolz bin!

Die Arbeit war sehr abwechslungsreich und reichte von der Arbeit auf der "Model-Farm", der Reinigung der Wege, die Ausgrabung der Schildkrötennestern, das Holen von Früchten von einer anderen Farm, das Bauen der Käfige bis hin zum Ausreiten der Esel. Es gab immer etwas zu tun. Besonders das Ausgraben der Schildkrötennester war sehr spannend.

Eine viertel Stunde entfernt vom Camp, blieben wir manchmal über Nacht an einem Strand, der durch die Trockenzeit eben war. Somit konnten die Schildkröten ihre Eier dort ablegen.Ungefähr einen halben Monat vor meiner Abreise, schlüpften die kleinen Schildkröten. Das war für mich eine unvergessliche Erfahrung.

Insekten und Hitze sind Bestandteil des täglichen Lebens im Dschungel und können manchmal sehr anstrengend sein. Aber eine kalte Dusche oder eine Runde im Fluss zu schwimmen konnte dann Wunder wirken! Doch wenn man auf der Farm Bäume pflanzt oder etwas erntet, können einen die Schweißfliegen zur Weißglut bringen - wenn dann sogar noch das teure Insektenschutzmittel versagt... Deshalb konnte die Arbeit auch manchmal sehr anstrengend sein, obwohl man nie länger als zwei Stunden am Stück arbeiten musste. Am Ende wurden wir immer mit frischen Früchten, die dort wachsen, belohnt. So natürlich und frisch schmecken die Früchte einfach viel besser als bei uns.

In dem Camp treffen verschiedene Nationalitäten aufeinander was das Leben zusätzlich spannend macht. Ich hatte zu Freiwilligen aus Belgien, Holland, Schweiz, Deutschland, Österreich, England, Wales, Frankreich, den USA und aus Schottland Kontakt, mit denen ich dort meine ganze Zeit verbrachte und mir Vieles geteilt haben.

Hier habe ich gewohnt

In unserer Freizeit spielten wir oft Fußball zusammen, obwohl die Temperaturen sehr hoch waren. Manchmal konnte man auch ein paar Mädchen schreien hören, wenn sich wieder eine Vogelspinne oder ein anderes Tier in ihren Hütten versteckt hatte.

Einmal habe ich einen Mitarbeiter von Projects Abroad gefragt, ob wir nicht mal Meerschweinchen essen könnten, da dies ja ein landestypisches Gericht ist und ich sehr gespannt war, wie es schmecken würde. Daraufhin musste ich zwei Tage später mit Pedro, dem Leiter der Farm, die Meerschweinchen schlachten. Das war eine neue Erfahrung für mich, die aber überraschenderweise nicht so schlimm war, wie man es sich vorstellt.

Das Essen setzte sich aus landestypischen Gerichten und Gerichten die man auch bei uns kennt, zusammen. Manchmal schmeckte mir das vegetarische Essen besser als die Fleischgerichte.

Das Wochenende war ein toller Ausgleich zur Woche. Wir haben sehr viele Partys in Puerto Maldonado gefeiert und haben uns auch mal einen Roller ausgeliehen, um zu einen nahegelegenen See und zu einem Internetcafe zu fahren.

Durch das Projekt habe ich mir einen großen Traum erfüllen können. Und jeder, der an diesem Projekt teilgenommen hat, möchte noch mal zurückkommen. Der Dschungel ist einfach ein wunderschöner Ort zum Leben und im Projekt vereinen sich die Freiwilligen und die Projektmitarbeiter zu einer großen Familie. Ich könnte noch vieles mehr schreiben, aber nichts geht über die eigene Erfahrung.

Henry Mertinkat

Mehr zum Regenwald - Projekt in Peru

Mehr zum Naturschutz

Mehr zu Peru

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Global Gap Auslandsjahr
Nach oben ▲