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Nepal, Physiotherapie, Freiwillige

Ich habe mir einen Traum verwirklicht, es passte gerade gut in meinem Leben und es war schon lange in meinem Kopf. Ich bin seit über zehn Jahren Physiotherapeutin, verheiratet und habe zwei Kinder, die sieben und vier Jahre alt sind. Ich wollte das Arbeitsfeld Physiotherapie in einem Entwicklungsland kennenlernen und erfahren, wie man medizinische Hilfe leisten kann unter einfachen Bedingungen und komplett anderen Lebensumständen. Einen Monat konnte ich organisieren, mein Mann sowie Oma und Opa kümmerten sich um die Kinder und ich konnte mich auf die gute Betreuung verlassen.

Nepal, Physiotherapie, Kind

Dass es Nepal wurde war vielleicht Zufall. Vielleicht auch nicht, irgendwie zog es mich genau dort hin. Der Kulturwechsel konnte für mich nicht größer sein. Mit Kathmandu empfing mich eine andere Welt: ein wahnsinniger Verkehr, lautes Gehupe, Motorräder, stinkende Tuktuks, Fahrrad-Rikschas, lastenschleppende Nepalesen, Frauen mit farbenfrohen Gewändern, Bettler, Ess- und Obststände, Kühe mitten auf der Straße, Hunde, Smog über der ganzen Stadt, aber auch Kinder in ordentlichen Schuluniformen und eine Sprache, die ich nicht verstand. Die ersten Eindrücke waren überwältigend. Ich sog alles in mir auf und war sehr gespannt auf mein Praktikum in diesem Land.

Nepal, Physiotherapie, Nepalese

Nach einem Tag in der Hauptstadt verließ ich Kathmandu und somit auch das bisschen Luxus, das Leben im Hotel. Mein „Einsatzort“ lag etwa eine Stunde außerhalb von Kathmandu. Ich lernte meine nette Gastfamilie kennen und das Hospital and Rehabilitation Center, ein Krankenhaus und Rehabilitationszentrum für Kinder mit Behinderung. Vom Haus meiner Familie konnte ich den Berg hoch gehen. Auf einem kleinen Trampelpfad durch die Felder führte mein Weg jeden Morgen zum Krankenhaus, vorbei an den Kindern, die im Hof spielten. Ich begegnete Frauen, die auf dem Feld mit viel zu kurzen Hacken arbeiteten oder ihre schwere Last mit einem Korb am Kopf befestigt trugen. Danach durchquerte ich ein Grundstück, wo die einzige Kuh neben dem Haus angebunden war und eine alte Frau vor der Tür hockte. Und immer wieder hörte ich die freundliche Begrüßung „Namaste“. All dies begleitete mich, und allein diesen Weg zur Arbeit empfand ich als ein Geschenk.

Nepal, Physiotherapie, Behandlung

Schon nach kurzer Zeit hatte ich mich eingelebt. Es war erstaunlich, wie schnell ich mich einstellen konnte auf ein für mich scheinbar einfaches Leben. Ich konnte mit so viel weniger auskommen, als ich es gewohnt war. Gegessen habe ich zwei Mal täglich Dhaal Bhaat, das nepalesische Nationalgericht (Reis mit Gemüse und Bohnensuppe), die Wäsche habe ich mit der Hand gewaschen, die Toiletten wurden nach asiatischer Art mit Wasser aus dem Eimer gespült und Strom gab es nicht immer. Ich fand es spannend, mich mit dieser fremden Kultur auseinander zu setzen und das Leben in Nepal auf diese Weise kennen zu lernen.

Nepal, Physiotherapie, Operation

Im Zentrum fühlte ich mich vom ersten Moment an sehr wohl. Die Kinder schloss ich schnell in mein Herz. Kinder mit körperlichen Behinderungen oder Fehlbildungen können dort operiert werden. Oft sind es Familien aus sehr armen Verhältnissen, die eine weite Anreise für die Behandlung ihrer Kinder auf sich nehmen müssen. Das Zentrum organisiert sogenannte mobile Camps, die regelmäßig in abgelegene Gebiete Nepals fahren, um dort Kinder zu untersuchen, zu behandeln und gegebenenfalls ins Krankenhaus zu schicken. Die Kinder haben meist Jahre lang mit ihrer Behinderung gelebt und bekommen so die Chance auf eine Operation und dadurch auf eine Verbesserung ihrer persönlichen Lebenssituation und ihrer Zukunft. Im Krankenhaus werden T-Shirts mit dem Aufdruck „Let the children walk“ verkauft, was genau ausdrückt, was die Operationen und Therapien dort bewirken. Finanziert wird das Zentrum von Sponsoren und Spenden von Hilfsorganisationen und Privatpersonen. Eine Übernahme der Kosten durch die betroffenen Familien wäre undenkbar.

In der Physiotherapie konnte ich oft selbst Behandlungen übernehmen. Ich habe auch viel durch den Austausch mit meinen nepalesischen Kollegen gelernt. Wenn ich bei den Kindern mit Englisch nicht weiter kam, habe ich es mit ein paar Brocken Nepali versucht. Ansonsten verständigte ich mich mit Händen und Füßen. Die Kinder haben es mir leicht gemacht, Kontakt zu ihnen aufzunehmen und ich habe für das, was ich gegeben habe, ein Vielfaches zurückbekommen. Trotz der Operationen, trotz der Schmerzen und der Behinderungen habe ich so viele lebensfrohe und glückliche Kinder erlebt. Das hat mich sehr gefreut.

Die Zeit in Nepal war für mich sehr wertvoll, da ich viele schöne Erlebnisse hatte und Erfahrungen machen konnte, die ich mir bewahren möchte. Neben einer wunderschönen Natur haben mich besonders die Menschen berührt mit ihrer Zufriedenheit, ihrer Ausgeglichenheit und ihrem Lächeln trotz großer Armut. Ich hoffe, dass ich irgendwann noch einmal nach Nepal reisen werde. Vielleicht kommt meine Familie ja mit…

Melanie ist Physiotherapeutin und hat an unserem Programm für ausgebildete Freiwillige teilgenommen, an Projects Abroad PRO („PRO“ steht für „Professional“).

Melanie Brennecke

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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