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"Ein Leben am anderen Ende der Welt"

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Ergotherapie in Thailand von Katharina Neubauer

Mein viermonatiger Aufenthalt in Thailand war Teil eines Auslandspraktikums im Fachbereich Ergotherapie. Im Rahmen meines Studiums hatte ich die Möglichkeit im fünften Fachsemester ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Natürlich fragen sich jetzt viele warum Thailand und nicht Amerika oder England. Ganz einfach: Der Reiz eine völlig andere Kultur und deren Menschen unter ganz unterschiedlichen Bedingungen intensiv kennenzulernen! Dies ist mir gelungen. Ich habe eine Vielzahl an Eindrücken gesammelt, wodurch ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll…

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Während der gesamten Praktikumszeit von 3 Monaten war ich in einer muslimischen Gastfamilie in Krabi untergebracht und zwar auf einer Insel auf der anderen Seite des Flusses. Das war genauso abenteuerlich wie es sich anhört! Jeden Tag musste ich mit einem Longtailboot ca. 5 Minuten über den Fluss fahren um mein Gasthaus zu erreichen. Dort konnte ich die Thaikultur hautnah erleben. Einfache Holzhäuser, kleine Straßenstände, Moscheen, grasende Ochsen und Ziegen, Tuk-Tuk-Fahrer und viele Kinder, die auf der Straße spielten. Ich wurde gleich ganz herzlich aufgenommen, sowohl in meiner Familie, als auch vom Rest der Inselbewohner. Meine Gastmutter kochte hervorragend und jeden Abend spielte ich mit den Kindern im Wohnzimmer. Anfangs war die Verständigung sehr schwierig, da nur der Vater Englisch sprach. Aber schon bald fand man Mittel und Wege, sich auch ohne Worte zu verstehen. Auch die thailändische Sprache wurde mit der Zeit gar nicht mehr so ungewöhnlich. Schon bald verstand ich kleine Fragen oder Sätze und konnte selbst ein paar Basics zur Kommunikation einsetzen. Der anfängliche „Kulturschock“, der mich leider doch heimsuchte, legte sich jedoch nach einer Woche wieder als ich durch eine Thai-Sim-Card auch für Freunde und Familie erreichbar war!

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Meine Praktikumsstelle war ca. 30 Minuten von meiner Gastfamilie entfernt, über den Fluss. Auf der anderen Seite wartete jeden Morgen mein persönlicher Motoradfahrer Pee-Tom, der mich zur Arbeit fuhr und später auch wieder abholte. Das Special Education Center (SEC) ist eine Sonderschule für behinderte Kinder und umfasst ca. 50 Kinder und ca. 13 Betreuerinnen, die sich in verschiedene Gruppen aufteilen. Viele Krankheitsbilder sind vertreten, wie z.B. Autismus, ADHS, Down-Syndrom und Zerebralparese, was die Arbeit umso interessanter und spannender gestaltete. Meine Gruppe bestand aus 3-6 Kindern am Vormittag und 3 Kindern am Nachmittag. Die Betreuerinnen Pee-Tuk-Tar und Far nahmen mich, wie alle anderen auch, sehr freundlich und lieb auf und führten mich in alle Abläufe ein.

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Am Vormittag kamen immer fest angemeldete Kinder in das SEC. Die Anzahl variierte, je nachdem ob ein Kind krank war oder es zu stark regnete. Jeder Morgen startete mit ein wenig Morgengymnastik im Gemeinschaftsraum mit allen Gruppen zusammen. Später teilten sich die Kinder in die verschiedenen Gruppenräume auf. Dort spielten wir oft in der Gruppe z.B. Ballspiele oder auch einzeln, je nach Defizit des Kindes. Es war zuerst schwierig, ergotherapeutische Behandlungsverfahren in den Tagesablauf zu integrieren, da selbst die Betreuer kaum medizinisch-therapeutisches Wissen aufwiesen. Zum Teil war noch nicht einmal eine Diagnose bekannt. Ich fing also quasi von Null an. Auch meine Supervisorin Pee-Jan, die selbst Ergotherapeutin ist, aber kaum bei den Behandlungen anwesend war, unterstütze mich. Ich versuchte erst einmal eine regelmäßige Dokumentation der Tätigkeiten anzulegen, damit auch meine Nachfolger sich ein individuelles Bild über jedes Kind machen konnten. Trotz der vielen Arbeit hat es sehr viel Spaß gemacht, mit den Kindern zusammen zu sein und zu sehen, wie sie sich über die Aufgaben freuen, z.B. ein Bild mit Acrylfarbe malen. Nach dem Mittagessen wurden die meisten Vormittagskinder von ihren Eltern abgeholt. Danach kamen Kinder von außerhalb, die je ca. eine Stunde im SEC waren. Meine Arbeitszeit war dann gegen 15.00h zu Ende.

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In meiner Freizeit traf ich mich oft mit anderen Freiwilligen, die ebenfalls in Krabi ihr Zuhause hatten. Am Wochenende ging es dann meistens nach AoNang an den Strand. Dort traf man auch viele Freiwillige aus den Naturschutz-Projekten. Die Abende, bzw. Nächte in den verschiedenen Bars und die Ausflüge zusammen waren immer wieder aufs Neue ein Highlight. Alles in Allem wurde mir nie langweilig. Im Gegenteil: Es boten sich immer wieder neue Möglichkeiten, Thailand auf verschiedenste Weise kennenzulernen und dabei immer wieder auch auf neue Leute zu treffen. Zwischen die drei Monate schob ich noch einen Reisemonat. Dadurch konnte ich auch andere Teile von Thailand bereisen, wie Phuket, Bangkok und einige Inseln. Ein Ort war schöner und beeindruckender als der andere.

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Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen, dass sich ein Projekt in Thailand in vielerlei Hinsicht lohnt! Ich habe durch die unterschiedlichen Eindrücke und auch dadurch, dass Vieles so anders ist als hier, viel gelernt und bin um eine Menge Erfahrungen reicher. Es war eine wunderbare Zeit, die ich nie vergessen werde! Traut euch, lernt die wundervolle Thaikultur kennen und seid offen für Neues. Dann wird es auch für euch zu einem unvergesslichen Erlebnis…

Katharina Neubauer

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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