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Mein Abenteuer Argentinien

Argentinien-Sozialarbeit-Freiwillige

Sozialarbeit in Argentinien von Thea Sund

Argentinien-Sozialarbeit-Team

Meine Bekannten und Freunde konnten es kaum glauben, als meine Pläne – in einem südamerikanischen Land in einem sozialen Projekt zu arbeiten – wahr wurden. Immerhin bin ich keine 18 oder 20 Jahre alt, wie die meisten, die dieses Abenteuer eingehen, sondern 64! Aber den Wunsch hegte ich schon seit längerer Zeit, und er musste möglichst bald umgesetzt werden. Ich begann, im Internet nach Möglichkeiten zu suchen, und fand als erste Adresse Projects Abroad, die mir nach Vergleichen mit vielen anderen Anbietern am sympathischsten erschien. Mir wurde bald mitgeteilt, dass es kein Problem sei, für mich eine Stelle zu finden.

Argentinien-Sozialarbeit-Rollstuhl

Die Vorbereitungen mit Projects Abroad liefen alle planmäßig, ich bekam Zugang zu einer Internetseite, die all meine Daten, Dokumente, Zahlungen, Handbücher und Informationen enthielt und immer aktualisiert wurde. Das hat mir sehr imponiert und meinen ersten Eindruck untermauert. Vier Wochen vor Abreise bekam ich dann auch die Einsatzorte und meine Gastfamilie genannt. Mit Claudia, meiner Gastmutter setzte ich mich sofort über Facebook in Verbindung, und so entstand schon vorher ein reger Austausch, der mir bestätigte, dass ich in eine interessante Familie kommen würde.

Argentinien-Sozialarbeit-Basteln

Als ich in Cordoba ankam, wurde ich von Augustin abgeholt. Augustin war mein Betreuer von Projects Abroad, der dafür sorgte, dass es mir gut ging. Nach einem Einführungstag (wie funktionieren die Busse, wo ist das Büro von Projects Abroad, was ist in Cordoba wichtig usw.) hatte ich erst einmal ein Wochenende zum Eingewöhnen. Am Montag war der erste Einsatz bei einer Einrichtung für behinderte Erwachsene, die nachmittags Unterricht in verschiedenen Fächern erhielten. Es waren ca. 20 Personen dort, die von verschiedenen Lehrern unterrichtet wurden. Zu den Fächern gehörten sowohl Schreiben und Lesen, als auch Sport, Volkstanz, Gesang und Instrumente, Basteln und Sprachtherapie. Estela war für die Leitung der Organisation zuständig. Silvia und Marisol waren an vier Tagen in der Woche für die Küche und weitere Unterstützung da und die anderen Lehrer kamen jeweils zu ihren Unterrichtsstunden.

Argentinien-Sozialarbeit-Puppen

Mein erster Eindruck war sogleich, – obwohl das Haus eigentlich einer Renovierung bedürfte und alles sehr einfach war – daß hier eine sehr nette Atmosphäre herrschte. Der Umgang mit allen war sehr freundlich, sowohl unter den Schülern, als auch zwischen Lehrern und Schülern.

Argentinien-Sozialarbeit-Zuwendung

Für mich gab es von Anfang an keine Berührungsängste, auch wenn meine Sprachkenntnisse für eine intensive Verständigung nicht ausreichend waren. Es war erstaunlich, wie gut die Verständigung untereinander klappte. Durch die unterschiedlichen Behinderungen gab es verschiedene Kommunikationsmuster, die sich mir nach und nach erschlossen. Auf jeden Fall konnte ich mich verständlich machen, und wenn ich um Unterstützung bat, weil ein Lehrer noch nicht da war und ich allein unterrichtete, waren alle sehr kooperativ.

Argentinien-Sozialarbeit-Arbeit

Mich hat bei diesem Projekt sehr beeindruckt, wie ich die Menschen im Laufe der Zeit immer besser kennenlernen, ihre Stärken und Schwächen erkennen und selbst bei den sehr stark Behinderten positive Reaktionen durch intensive Zuwendung erreichen konnte. Fabian beispielsweise hatte das Down Syndrom, war sehr zurückgezogen und ließ sich oft nur schwer integrieren. Durch Imitation von Vogelstimmen konnte ich ihn zum Schmunzeln und Mitpfeifen animieren. Einmal tanzte er sogar Walzer mit mir! Das war ein großer Erfolg. Oder Gustavo, der eigentlich nur mit einem wippenden Bleistift herumsaß oder stand, ergriff den Pinsel und tupfte mit Farbe auf Papier – und lächelte in günstigen Momenten! Gaby – im Rollstuhl – tanzte für ihr Leben gern und ließ sich von mir zu Rock- oder Chacarrero (Volkstanz-Musik) im Rollstuhl rocken! Sie schwang dabei die Arme so heftig, dass ich manchmal Angst hatte, sie fällt heraus.

Argentinien-Sozialarbeit-Freunde

Ich könnte so viele Beispiele aufzählen, die mir manchmal die Tränen in die Augen trieben vor Rührung. Einiges konnte ich als Video oder zumindest Foto auffangen, denn das Fotografieren faszinierte fast alle. Immer wenn ich die Kamera dabei hatte, machten mich einige auf Motive aufmerksam. Zu einer kleinen Verkaufsausstellung hatte ich eine Fotowand hergestellt, auf der sich dann alle mit Begeisterung wiederfanden. Da ich durch das Fotografieren einen noch besseren Kontakt bekam, hatte ich beschlossen, jedem zum Abschied sein Porträt zu schenken.

Zwei Mal pro Woche arbeitete ich vormittags bei einer sozialen Einrichtung, die jungen Behinderten half, durch eigene Tätigkeit etwas zu verdienen. Hier wurden Nahrungsmittel hergestellt oder abgepackt und im Direktverkauf bzw. auf Vorbestellung verkauft. Der Hauptanteil waren Milanesas de Soja, ein Pastateig aus Sojamehl, der mit verschiedenen Füllungen und einem Deckel versehen wurde – ähnlich wie große Ravioli. Oder es wurden aus einfachen Keksen mit Dulce de Leche Alfajores (eine typische Süßspeise) produziert. Dulce de Leche ist eine Leckerei – ähnlich wie bei uns Nutella, nur etwas heller und süßer – die in keinem Haushalt fehlt.

Hier wurden die Leute entsprechend ihren Fähigkeiten eingesetzt, einige machten Handreichungen, fegten den Hof oder wickelten Weichkäse in Schinken ein. Die Produktion der Milanesas erforderte einen starken Arbeitseinsatz, der – vor allem bei einer Temperatur von 38 Grad morgens um 10 Uhr – schon etwas anstrengend sein konnte.

Privat hatte ich das Glück, bei Claudia zu wohnen, die als ehemalige Französischlehrerin keine Sprachprobleme mit mir hatte, da wir vieles auf Französisch klären konnten. Sie nahm mich auch überall mit, zu Geburtstagen von Freundinnen oder aufs Land zu Freunden, ins Kino, zu Lesungen, Tanzveranstaltungen und vielem mehr. Ich hatte mir vorher vorgestellt, Tangounterricht zu nehmen, Salsa tanzen zu gehen und zu reisen, aber anscheinend waren alle die Dinge, die ich schon unternahm, in Verbindung mit meinem Ziel, Spanisch besser zu verstehen, zu sprechen, zu lesen und zu reden, so intensiv, dass mir keine weitere Zeit verblieb.

Die Argentinier, die ich kennenlernte, redeten gern, viel und schnell in einem speziellen Dialekt, den zu verstehen mir erst nach und nach gelang. Es hätte noch so vieles zu erkunden und zu lernen gegeben, und die zwei Monate waren viel zu kurz.

Thea Sund

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