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Geht nach Bolivien, es lohnt sich!

Bolivien-Sozialarbeit-Freiwillige

Sozialarbeit in Bolivien von Eva Zumbach aus Zürich

Ich bin eine 62-jährige Hausfrau aus Zürich in der Schweiz. Dieses Jahr habe ich beschlossen, mit Projects Abroad für einen Monat als Freiwillige in einem Waisenhaus in Bolivien zu arbeiten. Südamerika gefällt mir sehr gut und ich bin schon in viele verschiedene Länder gereist. Vor ein paar Jahren habe ich auch angefangen, Spanisch zu lernen, nach dem Motto: lieber spät als nie! Und ich wollte die Leute und das Leben in Bolivien besser kennen lernen, als man dies als Tourist erlebt.

Ich kam Anfang Juni in Cochabamba an. Am Flughafen holte mich Ximena von Projects Abroad ab und begleitete mich in meine Gastfamilie. Diese hieß mich herzlich willkommen. Das im Kolonialstil erbaute, sehr schöne und große Haus stand im Zentrum der Stadt. Drei Generationen der Familie wohnten dort zusammen. Von Anfang an wurde ich wie ein Familienmitglied behandelt und ich fühlte mich auch so!

Bolivien-Sozialarbeit-Kinder

An meinem ersten „Arbeitstag“ wurde ich von Freddy abgeholt und zusammen gingen wir ins Büro von Projects Abroad, das ganz in der Nähe meines Hauses lag. Dort wurde ich über alles Wichtige meines Aufenthaltes informiert. Ximena erklärte mir zum Beispiel, welche Transportmöglichkeiten es gibt, in welche Gegenden der Stadt man besser nicht geht usw. Am Nachmittag zeigte sie mir die wichtigsten Orte wie Banken, Bankautomaten, die Post und der Hauptplatz der Stadt. Mit all diesen Informationen war ich bereit, meine Arbeit im Waisenhaus aufzunehmen.

Bolivien-Sozialarbeit-Spielen

Das Waisenhaus lag ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Freddy zeigte mir, mit welchen Taxi-Trufis ich dorthin fahren konnte. Diese Verkehrsmittel zu benutzen ist für uns überpünktliche Schweizer eine neue Erfahrung. Taxi-Trufi ist ein Sammeltaxi, meist ein Kleinbus, der seine Nummer und seine Route hat, aber es gibt keinen Fahrplan und auch keine Haltestellen. Wenn man einsteigen will, hält man die Hand hoch, zum Aussteigen ruft man dem Fahrer zu, wo er halten soll. Das funktioniert bestens!

Ich kam nun im Waisenhaus an. Dort lebten ungefähr 80 Kinder im Alter zwischen 0 und 14 Jahren. Sie wohnten in sechs Häusern, die von einer „Mama“ betreut wurden. Die Kinder waren altersmäßig gemischt, so entstand mehr eine Familienstruktur mit größeren und kleineren Geschwistern, die ihre eigenen Aufgaben haben. Die älteren Kinder gingen auswärts in die Schule, die ganz Kleinen in den Kindergarten, die Guardaria. Dort waren zwei Klassen, die 4-5-Jährigen, die auf die Schule vorbereitet wurden und die 2-3-Jährigen. In dieser Klasse konnte ich nun einen Monat lang helfen.

Bolivien-Sozialarbeit-Lernen

Obschon die Kinder so klein sind, gab es einen mehr oder weniger festen Lehr- und Stundenplan. Sie kamen vor neun Uhr in das Klassenzimmer und kurz vor ein Uhr mittags gingen sie wieder in ihre Wohnhäuser zurück. Wir sangen gemeinsam Lieder und lernten die Tage und Monate. Im Kreis am Boden sitzend lernten sie, still zu sitzen und zuzuhören. Ein bestimmtes Thema wurde erst besprochen und anschließend entsprechend bearbeitet, d.h. entweder bastelten oder zeichneten sie dazu etwas. Danach durften sie spielen, was sie wollten. Zwischendurch gab es etwas Kleines zu essen. Den Kindern wurde beigebracht, vorher die Hände zu waschen, nach dem Essen ihren Teller abzuwaschen und dann die Zähne zu putzen. Als Abschluss des Morgens durften sie draußen spielen oder sie lernten, sich zu Musik zu bewegen.

Bolivien-Sozialarbeit-Basteln

Der Ablauf des Tages sah während meines Aufenthaltes zum Teil etwas anders aus, weil Anfang Juli eine Ausstellung im Waisenhaus geplant war. An diesem Tag präsentierten alle Kinder verschiedene Sachen, die sie selbst gemacht hatten. Jede Gruppe hatte ein anderes Thema. Dasjenige von den Kleinen war die Mutter Erde. Sie erfuhren, wie wichtig es ist, der Natur Sorge zu trage. Spielerisch brachten wir ihnen die Namen der verschiedenen Lebensmittel bei wie verschiedene Früchte, Gemüse, Getreide etc. Sie lernten zu verstehen, dass diese Pflanzen nur in einer gesunden Umgebung wachsen können. Eine weitere Aufgabe war, ihnen den Sinn vom Trennen der Abfälle zu zeigen, also dem Wiederverwenden von „alten“ Materialien. Um ihnen dies zu zeigen, haben wir viel gebastelt. So entstanden Karten, auf die die Kleinen aus verwelkten Blättern Blumensträusse klebten, Hüte und Segelschiffe aus alten Zeitungen, Blumenbilder aus gefärbten Körnern und Blumen aus Plastikflaschen. Auch die bolivianische Fahne wurde aus Körnern geklebt! Die Kinder arbeiteten sehr gut und mit Begeisterung und viel Ausdauer. Ihre Mühe hat sich dann auch gelohnt, denn sie haben einen Preis gewonnen!

Bolivien-Sozialarbeit-Kollegen

Für mich war dieser Einsatz in Bolivien eine große Bereicherung in jeder Hinsicht. In einer einheimischen Familie zu wohnen, ihre Lebensweise kennen zu lernen, ihre Gastfreundschaft und ihr Vertrauen zu genießen, auch von den Problemen zu hören, die es in diesem Land gibt und mit ihnen zu lachen und zu diskutieren war einmalig! Auch die Arbeit im Waisenhaus hat mich sehr bewegt. Obwohl die Kinder noch sehr klein sind, haben sie schon viel erlebt. Auch wenn sie dort gut betreut werden, leben sie doch in einem Heim und nicht in ihren Familien. Sie müssen schon sehr früh selbständig sein und Dinge bewältigen, die unsere 2-3-Jährigen noch längst nicht selber machen. Das hat mich sehr beeindruckt!

Diese Kinder haben ja nicht nur keine Eltern, sondern im Allgemeinen auch keine Großeltern. Deshalb möchte ich allen, die in meinem Alter sind und bis jetzt gedacht haben, sie seien zu alt, um einen solchen Einsatz zu machen, sagen: Geht, es lohnt sich!

Eva Zumbach

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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