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"Volkstanz auf dem Spielplatz"

Camila und ich

Sozialarbeit in Bolivien von Kerstin Overs

Nach 13 Jahren "Herumsitzen" in der Schule zog es mich hinaus in die weite Welt, um etwas zu erleben, und ich entschied mich für ein Praktikum mit Projects Abroad in Bolivien.

Strassentanz in Quillacollo

Im Oktober 2006 ging es los und bevor ich es richtig realisieren konnte, stand ich eines Morgens im Kindergarten bei den "Mufacitas" und schaute ihnen zu, wie sie gerade frühstückten. Einige saßen am Tisch, andere auf dem Fußboden. Es herrschte ziemliches Chaos, die Kleinen schrieen durch den engen Raum, warfen mit Essen herum und stritten sich um die Trinkflaschen. Im ersten Moment war ich ziemlich erschrocken.

In diesem Kindergarten mit "ninos" zwischen 0 und 7 Jahren sollte ich also die nächsten drei Monate verbringen. Trotz großem Kulturschock am Anfang, besonders aufgrund der ärmlichen Verhältnisse, der engen Räume und der mangelhaften Hygiene verbrachte ich drei wunderschöne Monate mit den Kindern, die mich mit ihrem bolivianischen Temperament und ihrer Lebensfreude regelrecht ansteckten. Große Unterstützung bekam ich vom Büro im Zentrum Cochabambas, bei Schwierigkeiten und Problemen konnte ich mich immer an die Betreuerin Carmen wenden.

Frühstück

Mit der Zeit wuchsen mir die "ninos" immer mehr ans Herz. Sie kamen ständig angerannt oder gekrabbelt, um zu singen und zu kuscheln. Oft gingen wir nach draußen, spielten Fußball und Fangen, malten und kneteten und schaukelten und rutschten auf dem Spielplatz vor der Tür. Einmal versuchten die Kinder, mir einen Volkstanz beizubringen, was bei allen für große Belustigung sorgte.

Während meiner Arbeit im Kindergarten musste ich aber leider auch weniger schöne Erfahrungen machen. So wurden die Kleinen von den Erziehern angeschrieen, was dort durchaus alltäglich ist. Auch war es schwer für mich, wenn ich sie ohne Toilettenpapier oder Windeln sauber machte oder mit ansah, wie sie alle mit demselben Handtuch abgetrocknet wurden, das zuvor auf dem schmutzigen Boden gelegen hatte.

Zwei Grazien

Trotz der anstrengenden Arbeit blieb mir noch Zeit und Energie, für den riesigen Markt von Cochabamba, die zahlreichen Lokale und Eiscafés, wo ich viele Kontakte geknüpft habe. Am Wochenende setzte ich mich gerne mit anderen Freiwilligen in ein "Trufi"(Kleinbus) und fuhr mit ihnen in die benachbarten Dörfer, die mit bunten Märkten, Plazas oder Entradas (Straßentänze) lockten.

Der Plaza von Cochabamba

Ich wohnte in einer Gastfamilie, die mich sehr herzlich aufnahm. Meine Gastmutter erklärte mir alles über "Land und Leute", verwöhnte mich mit der bolivianischen Küche und versorgte mich mit Kokatee, wenn ich krank war. Und auch mit meinem 16-jährihen Gastbruder hatte ich viel Kontakt, wir gingen manchmal zusammen Eisessen, schauten spanische Filme oder unterhielten uns einfach über die neuste Musik.

Nie werde ich diese aufregende Zeit mit vielen Höhen und Tiefen vergessen. Ich habe viel von den Kindern gelernt, zum Beispiel, dass man auch mit kleinen, immateriellen Dingen im Leben zufrieden sein kann. Und so fiel es mir sehr schwer "meine Kinder" nach drei Monaten zu verlassen, so sehr war ich von der Arbeit und dem Zusammensein mit ihnen begeistert. Und so hoffe ich, dass ich nächstes Jahr wieder nach Bolivien fliegen kann, um meine Kinder und Freunde zu besuchen.

Kerstin Overs

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