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Auf den ersten Blick verliebt

Bei der Arbeit

Sozialarbeit in Marokko von Jonas Grambach

Schon seit langem interessiere ich mich für Länder im arabisch-sprachigen Raum, und da ich mich nicht gleich ins kalte Wasser begeben wollte, hieß mein Reiseziel Marokko. Dies gilt ja als ein westlich-orientierte muslimisches Land. Und da kam mir das Projektangebot von Projects Abroad gerade recht. Also wurde sofort gebucht und schon mal auf den Abflugtag gefreut.

Mein erster Schritt aus dem Flugzeug – ich war sofort vom Schweiß durchnässt. Genauso erging es mir übrigens auch die ersten zwei Wochen. Erst dann konnte ich meinen Körper einigermaßen dazu bewegen, sich an das marokkanische Klima zu gewöhnen. Am Flugplatz von Casablanca wartete dann Youssef mit einem Projects-Abroad-Schild auf mich und hat mich dann zu meiner Gastfamilie nach Rabat in die Medina (Altstadt) gebracht.

„Marokko? Westlich Orientiert?“ fragte ich mich, als ich den ersten Schritt durch die Tore der Medina machte. Ein absoluter Kulturschock für mich, aber irgendwie war ich zu tiefst fasziniert und hatte mich sofort in dieses aber so fremde Land verliebt.

So schön ist es in Marokko

Bei meiner Gastfamilie angekommen, stellte Youssef mich erstmal allen Familienmitgliedern vor, die mich mit offenen Armen empfingen und ab der ersten Minute fühlte ich mich, als wäre ich wirklich ein Familienmitglied. So wie die anderen fünf Freiwilligen, die mit mir unter einem Dach wohnten.

Zum Empfang gab es dann „Shai bi Nana“ (Minztee, marokkanisches Nationalgetränk; nun übrigens auch mein Lieblingsgetränk) mit Zucker. Oder war es Zucker mit „Shai bi Nana“? Auf jeden Fall hat es extrem süß geschmeckt, aber das braucht man in Marokko bei der Hitze auch.

Ich beherrschte kein einziges Wort Französisch und dachte, dass ich mich mit meinen wenigen Arabisch-Kenntnissen dort sofort einigermaßen verständigen könnte. Fehlanzeige! Die Marokkaner konnten mich zwar verstehen, ich sie aber kein bisschen. Später wurde mich dann erzählt, dass sie einen arabischen Dialekt namens „Darija“ sprechen, welcher nicht selten mit der Sprache der Einheimischen, „Berber“ , vermischt wurde.

Aber dieses Problem löste sich nach zwei Wochen wie von selbst, denn irgendwo hat man immer ein paar Wörter Dialekt aufgeschnappt, konnte diese dann irgendwann zuordnen und im „Gespräch“ mit Händen und Füßen auch verwenden.

Ich hatte das große Glück, dass ich an einem Samstag angekommen war, und somit noch den Sonntag zum Eindrücke sammeln nutzen konnte, bevor es dann am Montag mit der Arbeit losging: Am ersten Arbeitstag traf ich mich mit Youssef, Saad, dem kleinen Youssef (Projects Abroad Mitarbeiter) und anderen Freiwilligen, die genau wie ich auch gerade angekommen waren und von den Dreien ihren Weg zum Arbeitsplatz gezeigt bekommen wollten, wie auch ein paar Tipps zum Leben in Marokko, am „Bab Challah“.

Gruppe von Freiwilligen

Ein kleiner Tipp von mir: Behaltet bloß nicht die europäische Mentalität bei! Rennt nicht durch Marokko, sondern geht ganz gemütlich. Und lernt zu feilschen, sonst werdet ihr über den Tisch gezogen.

Ich glaube, ich hatte mit Abstand eines der besten Projekte, wenn ich meines mit den Projekten meiner amerikanischen und britischen Gastbrüder vergeiche. Es war zwar anstrengend, aber es war bisher eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Jeden Tag schaute ich in die Gesichter der Kleinen, jeden Tag spielte, aß ich mit ihnen – und hatte viel Spaß - schon nach kurzer Zeit waren sie mir schon richtig ans Herz gewachsen. Und ich ihnen anscheinend auch.

Denn schon am zweiten Tag wurde aus der anfangs so leichten Arbeit ein richtiger „Extremsport“. Ich muss dazu erwähnen, dass ich anfangs sehr verunsichert und folglich sehr vorsichtig, was mein Verhalten gegenüber den Kindern angeht, war. Der Eine wollte mit mir spazieren, die Andere, dass ich sie trage, wieder ein Anderer wollte mit mir Fußball spielen und so wurde die Arbeit doch ganz schön stressig. Aber wie bei allem, hatte man sich schnell an die Arbeit gewöhnt und meine netten Mitarbeiter, wie auch anderer Freiwillige halfen einem auch, so gut es ging.

Nach der Arbeit ging es erstmal nach Hause um Mittag zu essen. Mein Gastmutter hat wirklich jeden Tag etwas anderes gekocht und es war jedesmal zum „Hineinsetzen“. Und ich glaube, dass es so auch fast in jeder marokkanische Familie ist.

Den Rest des Tages konnte ich ganz nach Belieben gestalten. Meistens bin ich mit meinen Gastbrüdern zum Strand gegangen und abends habe ich oft mit anderen Freiwilligen Billard gespielt oder mich mit ihnen in ein nettes marokkanisches Cafe gesetzt. In Marokko gibt es den ganzen Tag über viel zu sehen. Eigentlich kann man immer an irgendeiner Straßenecke der heimischen „Gnawa-Musik“ lauschen oder wenn man Glück hat sogar ein Festival miterleben.

Am Wochenende ist man meistens quer durch Marokko gefahren und hat sich andere Städte wie Casablanca (Marokkos Miami) oder Marakkesch (warum können dort alle Deutsch sprechen?) angeschaut.

Ich muss sagen, dass ich dieses Land und auch die Mentalität der Einheimischen wirklich zu lieben gelernt habe. Marokko ist eine Erfahrung wert und ich möchte jedem ans Herz legen, Sozialarbeit oder Ähnliches dort zu leisten, da es wirklich eine Zeit ist, die man niemals vergessen wird. Oft denke ich über die Zeit in Marokko nach und erinnere mich an all die schönen Momente, die ich dort erlebt habe. Und ich werde ganz bestimmt wieder nach Marokko fahren und all die Menschen, die ich dort kennengelernt habe besuchen.

Jonas Grambach

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