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"Von Essensschlachten und Mariachimusik"

Kim mit Waisenkind

Sozialarbeit in Mexiko von Kim Seele

Vom ersten Tag an hat mich Mexiko fasziniert, obwohl oder vielleicht weil ich vor meiner Reise nur sehr wenig über Mexiko wusste. Nun, wieder zurück in Deutschland, vermisse ich besonders an grauen, ungemütlichen Tagen die mexikanische Sonne, das bunte Treiben auf den Straßen und die Offenheit der Mexikaner. Jeden Tag habe ich etwas Aufregendes erlebt: Mal haben Regengüsse zu unglaublichen Überschwemmungen der gesamten Straßen geführt, oder man landete mit dem Bus mal wieder irgendwo im Nirgendwo, weil einem die stets hilfsbereiten, aber nicht immer informierten Einheimische den falschen Weg beschrieben haben.

Waisenkind mit Puppen

Nach langem und anstrengendem Flug kam ich mit einer Freundin zusammen völlig erschöpft in Guadalajara an. Da es schon spät war, verbrachten wir die erste Nacht im Büro von Projects Abroad, wo wir auch unsere erste Bekanntschaft mit den ungeliebten Kakerlaken machten. Am nächsten Tag zeigte uns Carlos von Projects Abroad die Stadt und brachte uns anschließend zu unserer Gastfamilie. Unsere Gastfamilie wohnte in einer bunten kleinen Siedlung, in der viele Familien mit ihren Kindern wohnten. Da die Mexikaner ja die meiste Zeit draußen verbringen und allgemein sehr aufgeschlossen sind, schlossen wir schon nach kurzer Zeit Kontakt zu unseren Nachbarn. Viele Abende saßen wir vor unserem Haus, haben uns mit den anderen unterhalten oder einfach nur das Geschehen in der Siedlung beobachtet, denn dort war immer was los. Während die Älteren bei lauter Mariachimusik ihr Auto putzten, tobten die Kinder um sie herum. Als wir einmal mit anderen Freiwilligen zusammen bis spät in die Nacht vor unserem Haus Geburtstag gefeiert haben, hat sich keiner der lärmunempfindlichen Mexikaner beschwert. Stattdessen brachte eine liebe Nachbarin noch mehr Stühle und Tische für uns.

Auch in unserem Projekt haben wir uns sehr wohlgefühlt. Wir haben im nah gelegenen Waisenhaus gearbeitet. Von Anfang an haben wir die süßen kleinen Waisenkinder ins Herz geschlossen. Wenn wir Mittags kamen, waren meist nur 3 Babys da. Kurz danach kamen die ca. 20 Älteren (2-3-jährigen) aus dem Kindergarten. Jeden Tag stürmten sie mit ausgebreiteten Armen auf uns zu und jeder wollte als erster umgezogen werden. Entgegen allen meinen Vorstellungen war das Waisenhaus und die gesamte Anlage sehr schön und gepflegt. Es gab Blumenbeete und eine Rasenfläche auf der die Kinder toben konnten. Auch an Anziehsachen und Spielzeug mangelte es den Kindern nicht. Das Mittagessen war immer eine einzige Essensschlacht! Die Gläser wurden regelmäßig umgeworfen und hilfsbereite Kinder verschütteten das ganze Essen, wenn sie einem den Tellern reichen wollten. So musste man vorsichtig sein um nicht auf dem glitschigen Boden auszurutschen und auch die Kleidung trug die Essenspuren von herzlichen Umarmungen verdreckter kleiner Zwerge. Nach dem Essen war also wieder Waschen und oft wieder Umziehen angesagt. Danach spielten wir mit ihnen oder knuddelten sie einfach nur. Die Kinder waren immer dankbar, wenn man auch mal einzelnen Aufmerksamkeit geschenkt hat, wofür die festen Mitarbeiter natürlich nicht so viel Zeit hatten.

Waisenkinder in Mexiko

Gegen Nachmittag gingen wir dann in die zum Waisenhaus gehörende Schule, um den Älteren Kindern Englischunterricht zu geben. Zusammen haben wir 2 Klassen mit jeweils ca. 15 Schülern zwischen 12 und 18 Jahren unterrichtet. Obwohl ich am Anfang eher skeptisch war und mir mit meinen Spanischkenntnissen das Unterrichten auch nicht zugetraut hätte, war ich später froh es zusätzlich zu der Arbeit mit den Kleinen gemacht zu haben. Denn auch mit den Schülern schlossen wir schnell Freundschaft und die Gespräche haben unser Spanisch erheblich verbessert. Natürlich waren die Schüler undisziplinierter und der Unterricht unruhiger als bei uns. Aber da wir zu zweit waren, konnte der eine für Ruhe sorgen, während der andere etwas an die Tafel geschrieben oder erklärt hat. Außerdem war ich überrascht, dass die Schüler sich nie über unsere Fehler im Spanischen lustig gemacht haben, sondern immer geduldig warteten oder uns halfen, wenn wir mal wieder mit Probleme hatten uns auf Spanisch auszudrücken. Die Schule ließ uns beim Unterrichten völlig freie Hand und da die Englischkenntnisse der Schüler nur sehr schwach waren, stellte das Englischunterrichten keine solche Schwierigkeit dar, wie erwartet. Stattdessen waren die Stunden meist so lustig, dass wir den Heimweg über immer noch Lachen mussten.

Letztendlich war mein 4-monatiger Aufenthalt in Mexiko eine tolle Erfahrung und am Ende fiel mir der Abschied von Land und Leuten (besonders natürlich von unseren "Waisis") sehr schwer. Neben der Arbeit haben auch die Aktivitäten mit den anderen Freiwilligen (Salsa-Tanzen, Ausflüge nach Tequila und vieles mehr) und die tollen Reiseziele dazu beigetragen, dass ich eine unvergessliche Zeit in Mexiko verbringen konnte.

Kim Seele

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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