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Das Leben spüren

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Sozialarbeit in der Mongolei von Birgit Koell

Was ganz anderes machen, weit weg von zuhause, meine Gedanken auffrischen, Neues ausprobieren und das Leben spüren... so kam ich in Kontakt mit Projects Abroad. Die Mongolei hatte ich ein Jahr vorher schon mit meiner Familie bereist und mich gleich verliebt in dieses wunderschöne Land.

Nirgendwo auf der Welt ist der Himmel so blau wie in der Mongolei, der Horizont so weit wie das Universum, die Steppe so tief wie ein Ozean und die Berge so nah, wie ein geflüstertes Wort. Als ich an einem heißen Augusttag am späten Vormittag bei strahlendem Sonnenschein am Flughafen Chinggis Khaan in Ulan Bator ankam, verspürte ich schon eine große Vorfreude. Am Ausgang erwartete mich eine sehr nette Mitarbeiterin von Projects Abroad und brachte mich erst mal zu ihrer Familie westlich von Ulan Bator.

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So verbrachte ich die ersten Tage mit ihren Eltern, ihrer Schwester und deren 3 Wochen altem Baby, in einer kleinen, aber feinen Wohnung – eine sehr nette und gastfreundliche Familie. Die Mutter sprach sogar etwas Deutsch, da sie als Dolmetscherin für einen mongolisch/deutschen Reiseveranstalter arbeitete.

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Nach ein paar Tagen Akklimatisation und Orientierung bezog ich bei einer netten Dame, meiner „Gastmutter“ östlich von Ulan Bator mein Zimmer. Sie unterrichtet Mongolisch an einer Schule für Touristen und sprach deshalb zum Glück etwas Englisch. In den 3 Wochen lehrte sie mich, die traditionellen mongolischen Speisen zuzubereiten und wir machten gemeinsame kleine Ausflüge. Sie erzählte mir über mongolische Traditionen, über das Leben der Nomaden und über ihr persönliches Leben in Ulan Bator. Jeder Tag hatte eine neue Überraschung für mich parat und ich freute mich auf neue Herausforderungen und Erfahrungen. Spontanität und Flexibiität standen auf der Tagesordnung. Jeden Tag so annehmen wie er kommt und jeden Augenblick genießen, das machte das Leben in diesem Land so besonders.

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Von Montag bis Freitag half ich bei der Kinderbetreuung in verschiedenen Waisenhäusern mit. In einem privat geführten, einem staatlichen für Straßenkinder und einer Säuglingsklinik für 0 bis 3-Jährige. Das private Waisenhaus war sehr gut organisiert, eine „Mutter“ kam auf 6 Kinder mit einer fixen Person, die sie unterstützt. Sie finanzierten sich zum Großteil durch Spenden und Patenschaften aus dem Ausland. Das staatliche Waisenhaus bei der Polizeistation für die Straßenkinder war ganz von Spenden und auf Mithilfe von außen und vom Staat angewiesen. Hier wurden nur die Grundbedürfnisse, Unterkunft und Verpflegung sichergestellt. Leider gab es hier keine Förderung der Kinder, kein Unterricht und weder pädagogische noch psychologische Betreuung.

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Es stimmte mich sehr nachdenklich und traurig, so viele Kinder ohne Halt und ohne Familie zu sehen – mit der Gewissheit, dass unter diesen Umständen es nur wenigen gelingen wird, irgendwann ein normales Leben zu führen.

Meine schönste Erfahrung und letzte Station im Bereich der Kinderbetreuung war die Säuglingsklinik – eine Kinderklinik und ein Waisenhaus zugleich, mit Ärzten, Krankenschwestern und Pflegepersonal. Hier konnten Frauen aus verarmten Verhältnissen bzw. in notgeratene Frauen ihre Kinder gebären oder zur Betreuung und Genesung auf Kosten des Staates hinbringen oder/ und gleich nach der Geburt auch dortlassen.

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Dort gab es bunte Spielzimmer mit Rutschen, einen Garten mit Springbrunnen, viele kleine Gitterbetten, einen Waschraum, eine Wickelstation sowie Massage- und Therapieeinrichtungen. Die Arbeit war durch einen festen Tagesablauf und Rituale geregelt. Ich erlebte Kinderlachen, viele zu fütternde Münder und viele emotionale Momente. Für mich war es eine wunderschöne Erfahrung mit viel Liebe und Herzenswärme. Die drei Wochen vergingen wie im Flug, und ich machte mich mit einem lachenden und weinenden Auge auf meinen Weg nach Hause. Mongolia, ich komme wieder!

Birgit Koell

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