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Kleine Hütten und Häuser, Berge, Tiere und einfach nur Freiheit

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Sozialarbeit in der Mongolei von Nina Langhans

Die Mongolei schien mir so weit weg. Eine völlig andere Welt. Alles was ich über die Mongolei gelesen hatte, war verbunden mit Traditionen, Bräuchen, Steppe und Natur. Es klang so aufregend und neu für mich, und so entschied ich, mir diese andere Welt einmal anzuschauen und auf meine erste große Reise allein zu gehen.

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Ich kam an einem frühen Morgen im August in Ulan Bator am Chingiss Khan Flughafen an. Schon aus dem Flugzeug heraus versuchte ich, erste Eindrücke von dem so weiten Land und der Steppe zu erhaschen. Ich war sehr aufgeregt. Nun begann mein Abenteuer. Am Flughafen wurde ich von einer sehr netten Mitarbeiterin von Projects Abroad in Empfang genommen. Zusammen mit einer anderen Freiwilligen aus Kanada wurden wir zunächst in ein Hostel in Ulan Bator gebracht. Wir schauten uns die Stadt an und besuchten zusammen mit all den anderen Freiwilligen ein Konzert. Diese Tage brachten mir einen ersten Eindruck von der Mongolei, und meine Aufregung und Vorfreude stieg, nun endlich meine Arbeit im Waisenhaus anfangen zu können.

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Am Montag ging meine aufregende Fahrt zum Waisenhaus nach Gachuurt dann endlich los. Auf dem Weg dorthin wurden die großen Gebäude der Hauptstadt immer kleiner und der Verkehr auf den Straßen und Wegen nahm spürbar ab. Wir kamen der so weiten und heiß ersehnten Natur immer näher. Die Waisenkinder verbrachten den Sommer immer auf dem Land in Gachuurt, etwa 17 km von Ulan Bator entfernt in einem Waisenheim, das zu einem Kinderkrankenhaus gehörte. Gachuurt ist ein wirklich kleines und typisch mongolisches Dorf – und eine völlig andere Welt als ich sie bisher aus Deutschland kannte. Yaks, Kühe, Pferde und Ziegen laufen dort einfach so herum. Es gibt keine Begrenzung. Weit und breit gibt es kleine Hütten und Häuser, Berge, Tiere und einfach nur Freiheit.

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Plötzlich war ich wirklich in der Mongolei in einem Waisenhaus. Ich hatte so viel darüber nachgedacht und gelesen und nun war ich einfach da. Das schöne Waisenhaus liegt in der Mitte des kleinen Dorfes. Meine Zeit dort verbrachte ich mit verschiedensten Freiwilligen aus aller Welt. In unserer freien Zeit erkundeten wir oft die Wege Gachuurts und erklommen natürlich auch so manchen Berg.

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Die Arbeit mit den Kindern im Waisenhaus hat mir von Anfang an sehr viel Spaß gemacht. Es gab vier verschiedene Gruppen, und die Kinder waren im Alter von 0 bis 4 Jahren. Natürlich war ich gerade am Anfang sehr aufgeregt, was mich erwarten würde, doch die Kinder nahmen mir mit ihrem Lachen und ihrer quirligen Art schnell die Aufregung, und ich fühlte mich direkt sehr wohl.

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Wir verbrachten mit den Kindern viel Zeit an der frischen Luft. Ob auf dem großen Balkon, oder auf dem Grundstück des Waisenhauses – wir waren fast immer draußen und es wurde nie langweilig. Füttern, Wickeln, Spielen, Lachen, Tanzen, Auskitzeln und Kuscheln gehörte zu meinen Hauptaufgaben. Ich spürte, wie ich von Tag zu Tag immer mehr in den Alltag hineinwuchs. Es war eine wunderschöne Zeit. Wir arbeiteten mit den jeweiligen Krankenschwestern zusammen. Mit einem Mix aus Mongolisch, Englisch, viel Gestik und Mimik konnten wir uns meist gut verständigen und hatten dabei oft viel Spaß.

An den Wochenenden wurden wir Freiwilligen meist abgeholt und verbrachten unsere freie Zeit in Ulan Bator. Dort besuchten wir zum Beispiel einen Nationalpark, oder erkundeten die Stadt und die Umgebung, ein buddhistisches Kloster, oder gingen einfach nur bummeln. Wenn ich am Wochenende weg war, habe ich meist schon sehr schnell die Kinder aus dem Waisenhaus vermisst. Nach kurzer Zeit waren mir die Kinder bereits ans Herz gewachsen. Also freute ich mich, wenn es wieder zurück ins Waisenhaus ging. Ich fühlte mich immer mehr mit dieser neuen Welt verbunden. Es war mein neuer Alltag, und das war ein tolles Gefühl: die Kinder, das kleine Dorf, die Krankenschwestern, die anderen Freiwilligen aus aller Welt und ich.

Mein Freiwilligendienst in der Mongolei war für mich ein ganz aufregendes und tolles Erlebnis! All die Eindrücke und die ganz andere Lebensweise und Kultur der Mongolen hat mich nachhaltig sehr geprägt und auch beeindruckt. Diese Welt steckt noch voller Traditionen. Noch jetzt, einige Monate nach meinem Freiwilligendienst, denke ich oft mit einem Lächeln an meine Zeit dort zurück. Ich bin sehr glücklich darüber, ein solches Abenteuer in einem so fremden und fernen Land gemacht zu haben.

Durch die Arbeit mit den Kindern hat sich mein Blick auf unsere Welt hier in Deutschland ziemlich gewandelt. Obwohl es nur vier Wochen waren, bin ich durch die Arbeit im Waisenhaus spürbar gewachsen, und mein Horizont hat sich um einige Meilen vergrößert. Man kann noch so viel über dieses Land lesen, hören oder schauen, aber das Gefühl und die Lebensart dort kann dir kein Bericht und keine Reportage vermitteln. Durch den Freiwilligendienst hat sich für mich die Welt ein bisschen gedreht und meine eigene Welt ist größer und bunter geworden – an Erfahrung, Toleranz, Offenheit, Mut, Lebensart und Geschichten.

Nina Langhans

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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