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„Ein Kindheitstraum!“

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Sozialarbeit in Nepal von Selina Oeschey

Nepal - Das Land der Berge, der Sitz der Götter... nie werde ich dieses Glück vergessen, das ich in dem Moment gefühlt habe, als ich am Abend des 4. November 2012 am Flughafen von Kathmandu gelandet bin. Nach all den Jahren ging ein Kindheitstraum von mir endlich in Erfüllung- ich durfte die nächsten 7 Wochen ein Land kennen lernen, das mich seit meiner Kindheit fasziniert.

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Vom ersten Moment an war ich von den Bergen und den Menschen in Nepal begeistert. Die Berge ragen majestätisch in den Himmel und die Menschen haben eine ganz eigene lebensfrohe Art, ihren Alltag zu leben. Meine Tage in Nepal waren voll mit neuen, interessanten Eindrücken und Erfahrungen.

Auf den Straßen der Städte herrscht immer ein reges Treiben. Händler, die ihre Waren verkaufen, Touristen, alte Leute, Kinder, Kühe und Hühner. In den Bergen dagegen kann man Ruhe finden und die Natur intensiv erleben.

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Jeden morgen nach dem Frühstück habe ich mich auf den Weg in die Schule gemacht. Zuerst musste ich ein Stück an der Straße entlanglaufen. Das ist in Nepal jedes Mal von neuem eine Herausforderung. Autos, Fahrräder, Busse, Hunde, Kinder, Hühner, sehr viele Motorräder und sehr viel Staub. Doch der zweite Teil meines Schulweges war dann ruhiger. Der Weg führte quer durch die Reisfelder auf unebenen, sehr schmalen und staubigen Pfaden. Und ringsum konnte ich die majestätischen Berge des Himalajas sehen.Wenn die Busse mit den Kindern eintrafen, ging das Gewusel los. Die Kinder machten sich alle auf den Weg in ihre Klassenräume. Im Vorbeigehen sah ich immer viele lachende Gesichter und ich wurde herzlich begrüßt: „Namaste“, „How are you“ .Einige waren Stolz, mich jeden Morgen auf Deutsch begrüßen zu können: „Guten Morgen - wie geht‘s?“

In meiner Klasse waren sechs Kinder mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. Meine Aufgabe war es, mit den Kindern zu arbeiten und die Lehrer dabei zu unterstützen, geeignete Materialien für die unterschiedlichen Kinder zu finden. Wir haben Memory Karten zugeordnet, Montessori Materialien ausprobiert, im Sandkasten gespielt, geschaukelt und Feinmotorik durch Steckspiele gefördert. Wir waren spazieren, haben Wahrnehmungsübungen auf der Wiese gemacht, Musik gehört und getrommelt. Auch wenn die Lehrer bei mir in der Klasse nicht so gut Englisch gesprochen haben, konnten wir uns immer gut mit Händen und Füßen sowie einer Mischung aus Englisch und Nepali verständigen. Ich hatte sehr viele Freiheiten und die Lehrer haben sich über jede Anregung und neue Idee gefreut.

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Während meiner Zeit in Nepal lebte ich bei einer sehr liebenswürdigen Gastfamilie und ich habe mich vom ersten Moment an wie zu Hause gefühlt. Wir haben gemeinsam gegessen, viel geredet und gelacht. Vor allem meine Gastmutter wollte viel über mein Leben in Deutschland wissen und hat mir dafür viel von ihren Land und dem Leben in Nepal erzählt. Durch das alltägliche Zusammenleben mit meiner Gastfamilie habe ich sehr viel über die Kultur Nepals und die unterschiedlichsten Eigenheiten und Traditionen erfahren. Wenn ich nach dem Arbeiten nach Hause kam wurde ich an vielen Tagen mit Nepal-Tee und verschiedenen nepalesischen Knabbereien verwöhnt. Ich habe geröstete Sojabohnen, gezuckerten Yakkäse und gekochte Süßkartoffeln gegessen. Ein einmaliges Erlebnis war, als ich an einem besonders „kalten“ Tag mit der Pflegetochter Kamala meiner Gasteltern im Garten in einer kleinen Hütte auf einem Lehmofen gekocht habe. Kamala hat mir erzählt, dass dieser Ofen vor allem an kalten Wintertagen genutzt wird, wenn es in der Küche zu Kalt zum kochen ist.

An den Wochenenden habe ich mit anderen Freiwilligen wunderschöne und erlebnisreiche Ausflüge unternommen, welche meist mit langen und sehr spannenden Busfahrten auf unebenen und kurvenreichen Straßen verbunden waren. Gleich nach meiner ersten Woche fand das Tihar Fest statt und die Schule wurde für fünf Tage geschlossen. In dieser Zeit habe ich mit drei anderen Freiwilligen von Projects Abroad eine Trekkingtour zum Poon Hill gemacht. Das war seit langem ein Traum von mir und wie erwartet ein einmaliges Erlebnis. Wir sind unendlich viele Stufen gelaufen, haben Affen beobachtet und uns den Sonnenaufgang über der Anapurnakette angeschaut.

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In den nächsten Wochen lernte ich, mich in Kathmandu zurechtzufinden. Ich habe mich häufig mit anderen Freiwilligen getroffen und wir sind durch die Straßen gelaufen und haben immer wieder neue Winkel der Stadt entdeckt. Einen Tag verbrachte ich in Baktaphur, die neben Kathmandu und Patan die drittgrößte Stadt ist. Ein weiterer wunderschöner und unvergesslicher Ausflug führte mich in den Chitwan Nationalpark, wo wir Elefanten, ein Nashorn und eine Python aus nächster Nähe gesehen haben. An meinem letzten Wochenende fuhr ich mit unserer Gruppe aus Chitwan nach Nagarkot, ein kleines Dorf mitten in den Bergen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Sterne gesehen wie dort und am nächsten Morgen sahen wir einen wunderschönen und wolkenlosen Sonnenaufgang, der mir das Abschied nehmen sehr schwer machte.

Jede Reise bringt einen Menschen weiter, man kommt nie so zurück, wie man losgefahren ist - man wird reifer, erfahrener, toleranter und weiser.

Selina Oeschey

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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