Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

Eine neue Schaukel, Waschbecken zum Zähneputzen, Badespaß und ein Sportfest

Sri Lanka-Sozialarbeit-Freiwillige

Sozialarbeit in Sri Lanka von Kerstin Kluge

Für meine drei Monate in einer Montessori-Vorschule in einem Dorf in Sri Lanka, das vom Tsunami betroffen war, hatte ich bei Freunden und Bekannten viele Spendengelder sammeln können. Eines der ersten Projekte war die Schaukel. Ich traf mich mit meinen Kolleginnen im Garten und wir besprachen uns. Am darauffolgenden Tag kam ich in die Schule und sah die Frauen mit Hacken und Stecheisen im Boden wühlen. Das Klettergerüst hatten sie zu zehnt ausgehoben und einen neuen Platz dafür gefunden. Es musste umgesetzt werden, damit die Schaukel im direkten Blick zur Tür ist, wo die Lehrerinnen meist im Schatten stehen und die Kids beim Spielen beaufsichtigen.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Arbeit

Bald darauf wurde die Schaukel angeliefert und noch am gleichen Tag fest installiert! Am nächsten Tag wurde sie dann von den Kids in Beschlag genommen. Alle waren aufgeregt und quirlten durcheinander. Jeder wollte drankommen. Das Ganze wird sich beruhigen, wenn sie merken, dass diese Schaukel dort bleibt und es für jeden eine Zeit geben wird, an welcher er sie nutzen kann. Wir haben damit viel Freude ausgelöst, und so mancher kleine Floh quietschte vor Vergnügen, als seine Füße den Boden verließen und er plötzlich durch die Luft flog!

Sri Lanka-Sozialarbeit-Waschen

Unsere nächste Aufgabe war die Verbesserung der sanitären Anlagen. Es gab keine Möglichkeit zum Waschen, von Zähneputzen ganz zu schweigen. Die hintere Außenwand des Hauses war eine Ecke, wo nicht mehr benötigte Dinge abgestellt wurden – zum einen eine Unfallstelle, weil die Kids dort natürlich am liebsten herumkrabbelten, zum anderen ein ständiges Ärgernis für die Erwachsenen, denn die streunenden Hunde hatten dort nachts ihren Lieblingsplatz. Nach 3-tägigem miteinander Reden hatten wir eine Lösung, die für alle passte. An dieser Wand sollten Waschbecken, Handtuchhalter, ein Regal für Zahnputzbecher und Spiegel installiert werden.

20 Frauen haben geschafft und gerackert, den Boden bearbeitet und aufgeräumt. Es war fast eine Partystimmung, jemand brachte Tee mit, eine andere Reis, andere Waffeln und Gebäck. Zwei Tage später wurde der Boden zementiert und Steine gesetzt für die Waschtische. Mir schien, das ganze Dorf war dabei. Jeden Tag gab es neue Zaungäste und freundliche Menschen lachten und grüßten, kamen vorbei, plauderten und gingen wieder. Selbst der fahrende Bäcker, der es sonst immer eilig hatte, verweilte ein bisschen zum Gucken. Die gemächliche Schwingung war einer freudigen Spannung gewichen. Es wurde geputzt und im Garten wurde der Müll nicht mehr verbrannt, sondern kam in einen Plastiksack.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Kind

Als die „Waschanlage“ dann fertig war, gab es einen echten Tumult! Am ersten Tag war die Flüssigseife gleich mal leer! Mascha zum Beispiel wusch sich, nahm dann wieder Sand in die Hände und kam erneut zum Waschen und... trabte insgesamt acht Mal an. Es wird sich alles einpegeln, da bin ich sicher. Ich hatte eigentlich eine andere Idee von der Organisation der Zahnputzaktion, doch am ersten Tag waren alle so aufgeregt, dass es nicht möglich war, eine Reihenfolge oder irgendwie ein bisschen Ordnung hineinzubringen. Doch auch die Lehrerinnen gaben mir recht, dass am nächsten Tag Einzelunterricht im Zähneputzen erfolgen sollte. Ein paar Zahnbürsten musste ich schon nachkaufen, denn einige machten das zum ersten Mal und putzten mit der Bürste nicht nur ihre Zähne…

An einem anderen Tag trafen sich nach der Arbeit einige Freiwillige aus ganz Sri Lanka in Wadduwa in einem Strandhotel. Wir organisierten einen Spielnachmittag für 35 Jungen, die in einem Tempel leben. Sie waren im Alter von 6 bis 14. Nicht alle dieser Jungen werden zu Mönchen ausgebildet. Einige bleiben im Tempel bis sie 18 Jahre alt sind und können sich dann einen Job suchen und ihr eigenes Leben aufbauen. Manche werden den Weg Buddhas gehen. Die Kinder haben einen straff organisierten Tagesablauf, der zeitig am Morgen mit Gebeten und Meditation beginnt, danach ist Schule, Mittagessen, Meditation oder Sport, Freizeit und danach wieder Schule bis zum Abendessen.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Sportfest

An diesem Tag wurden sie in ihrer Freizeit in das Hotel gefahren und wir haben zusammen ein paar Wettspiele gemacht. Das Hotel hatte einen großen Pool und jeder bekam von Projects Abroad eine Badehose geschenkt. Da hieß es nur noch: umziehen und ab ins Wasser. 34 Knaben tobten eine Stunde im Wasser. Der Lehrer musste am Ende die ganze Rasselbande aus dem Wasser pfeifen. Es war echt lustig anzusehen. Sobald er nur für Sekunden den Rücken zum Wasser drehte, waren auch schon ein paar Jungs wieder reingesprungen.

Sri Lanka-Sozialarbeit-Farben

Wir haben auch ein Sportfest auf die Beine gestellt. Die Organisation war aufwendig, doch es hat sich für alle Beteiligten gelohnt. Es wurde zu einem Dorffest mit Musik und bunten Bildern. Die Mütter hatten ebenfalls einen Wettkampf: Sie bauten in drei Gruppen am Vortag eine Hütte aus Bananenstauden, Palmenblättern und anderen Pflanzen. Es durfte nur Naturmaterial verwendet werden und zur Dekoration Papier. Eine solche Hütte würde ich gern mit nach Hause nehmen und im Garten aufstellen. Innen sind sie gemütlich, spenden Schatten und es passen locker 10 Leute hinein. Die Kids waren in drei Gruppen eingeteilt und hatten, ihrer Gruppe entsprechend, neue Shirts an in rot, gelb und grün. Ein Bild voller Farben und aufgeregter Spannung.

Rückblickend kann ich sagen, dass sich in meinen drei Monaten in Sri Lanka einiges bewegt hat. Nicht nur in meinem Umfeld, sondern natürlich auch bei mir. Die Menschen wurden offener, ihr Lächeln wurde von einer gewissen Herzenswärme begleitet. Ich war kein außenstehender, vorübergehender Besucher mehr, sondern gehörte mit in den Kreis. Das fühlte sich anders an.

Kerstin Kluge

Mehr zur Sozialarbeit in Sri Lanka

Mehr zur Sozialarbeit

Mehr zu Sri Lanka

Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Global Gap Auslandsjahr
Nach oben ▲