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„Mein zweites zu Hause“

Das bin ich mit einem der Kinder

Sozialarbeit in Südafrika von Franziska Lendroth

Endlich war es soweit: Ich war angekommen! Die Maschine setzte am Flughafen Lughave bei Kapstadt auf. Ich war angespannt und nervös und wusste nicht, was mir bevor steht. Skeptisch blickte ich mich um, ging teilnahmslos durch die Passkontrolle und wartete dann auf meinen Koffer. Mir war alles noch so unangenehm…dieses Empfinden ist normal! Ich war in einem fremden Land auf einem ganz anderen Kontinent, alleine, mit 19 Jahren. Und meine Eltern waren nicht wirklich begeistert, als ich ihnen erzählt hab, dass ich für mich entschieden hatte, von Januar bis März nach Südafrika zu gehen, um dort Freiwilligenarbeit in einem Township zu leisten. Jedoch, wenn man sich ein bisschen Zeit gibt um das Neue kennenzulernen, fühlt man sich dort bald wie zu Hause.

Malen und lesen Ihlaam, eines der Kids

Ich wurde also vom Flughafen abgeholt und zur Gastfamilie gebracht. Auf dem Weg dorthin hat Dana von Projects Abroad auch schon angerufen und sich erkundigt, wie es mir geht und ob ich heute meine Einführung machen möchte; ich stimmte zu. Eine Stelle der Organisation vor Ort war mir echt wichtig, falls doch mal was passiert. Wobei ich Euch da wirklich beruhigen kann: mir ist überhaupt gar nichts zugestoßen! Das Office dort unten wird von einem tollen, jungen Pärchen geleitet, bei denen man sich sofort gut aufgehoben fühlt und die sich auch total bemühen und kümmern. Es werden jeden Mittwoch so genannte socials veranstaltet, wo jeder Freiwillige willkommen ist; es ist jedoch keine Pflicht. Socials können sehr verschieden sein, z.B. bowlen, Kino oder auch nur mal was trinken gehen. Einmal im Monat ist zudem ein Wochenendtrip, der ebenfalls nicht verpflichtend ist. Jedoch ist es immer sehr lustig.

In einer anderen Hinsicht sind diese Gelegenheiten auch toll, um andere Freiwillige kennen zu lernen. So kann man neue Kontakte knüpfen, sich austauschen, und vor allem kann man sich so dann auch mal unter der Woche treffen oder gemeinsam etwas planen, z.B. einen Ausflug zum Tafelberg.

Bei meiner Gastfamilie habe ich mich auch pudelwohl gefühlt. Sie haben mir beim Eingewöhnen sehr geholfen und mich richtig in ihre Familie integriert. Wenn also mal ein braai (Grill-Abend) bei einem Onkel oder einer Freundin veranstaltet wurde, durfte ich auch mitkommen. Zudem konnte ich mit ihnen über alles reden, falls ich mal Probleme oder Heimweh bekommen hab; wir standen uns wirklich nahe.

Mein Projekt hat mir auch super gefallen. Ich hab in einer Art Kita in einem Township gearbeitet. Die Betreuerinnen dort waren wirklich sehr freundlich und die Kinder einfach zum knuddeln! Ein Tagesablauf wäre wie folgt: Morgens um acht bin ich dorthin gefahren und haben zuerst alle zusammen gesungen, danach wurde den Kindern eine Geschichte vorgelesen. Dann wurden die Kinder in ihre Klassen aufgeteilt und es gab Frühstück. Insgesamt gab es drei Klassen, die Kinder waren alle zwischen 2-6 Jahren. Nach dem Frühstück werden verschiedene Aktivitäten mit den Betreuern zusammen gemacht, z.B. Wochentage und Monate lernen, malen, spielen, lesen usw. Gegen zehn gibt es noch eine kleine Snack-Zeit und danach geht es nach draußen zum Spielen. Anschließend wird drinnen Mittag gegessen und dann ist Schlafenszeit. Auch wenn es am Anfang ganz schön ungewohnt und anstrengend ist, man gewöhnt sich mit der Zeit daran.

Ich bereue wirklich überhaupt nicht, dass ich drei Monate als Freiwillige in Südafrika war. Ich habe Erfahrungen fürs Leben gemacht, die unbezahlbar sind und die mir keiner mehr nehmen kann! Ich habe meinen Horizont erweitert, sehr viel gelernt und zudem neue Freunde kennen gelernt. Ich schätze das Land wirklich sehr mit seiner unglaublichen Natur, dem guten Wetter und den wahnsinnig freundlichen Menschen dort.

Was kann ich als Fazit schon groß sagen? 6 Wochen nachdem ich wieder hier in Deutschland war, hab ich mir mein Rückflugticket gebucht ;-)

Franziska Lendroth

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