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Liebe auf den ersten Blick

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Sozialarbeit in Togo von Lea Engel

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Da ich früh meine Schule beendet habe, beschloss ich, mir nach dem Abi ein Jahr Pause zu nehmen, ein bisschen die Welt zu bereisen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich entschied mich, für 4 Monate nach Togo zu gehen, um Sozialarbeit zu leisten. Nebenbei machte ich auch noch einen Französisch-Sprachkurs. Ich kann schonmal vorwegnehmen: Der Aufenthalt in Togo war das Beste, was ich je in meinem Leben gemacht habe!

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Ich flog ohne besondere Erwartungen nach Togo. Mein Plan war es, einfach alles auf mich zukommen zu lassen. So stand ich dann da, gerade 17 geworden, völlig überfordert mit zwei großen Koffern in der abendlichen Hitze von Lomé am Flughafen und zweifelte sehr an meiner Entscheidung, nach Afrika zu gehen.

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Sobald ich jedoch die Mitarbeiter von Projects Abroad, Delphine und Koffi, gefunden hatte und mit ihnen in einem klapprigen Auto auf dem Weg zu meiner Gastfamilie war, war ich überwältigt von den Eindrücken dieser pulsierenden afrikanischen Großstadt. Man könnte sagen „c'était le coup de foudre“ - es war Liebe auf den ersten Blick. Später dachte ich gerne daran zurück, wie aufregend ich während der ersten Wochen alles fand, was später für mich Alltag und mein zu Hause wurde.

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Während meiner Zeit in Togo lebte ich zusammen mit anderen Freiwilligen in einer Gastfamilie. Die meiste Zeit waren meine Mitbewohnerinnen, eine Amerikanerin und eine Irin, mit denen ich nicht nur mein Englisch stark verbesserte, sondern die auch sehr enge Freunde wurden, sogar über den Auslandsaufenthalt hinaus. Meine Gastfamilie war super gastfreundlich. Meine Gasteltern und meine Gastgeschwister, die zwischen 16 und 23 waren, waren sehr beschäftigt, sodass wir den größten Teil des Tages mit den Hausmädchen verbrachten. Sie kochten sehr leckeres Essen und wurden zu guten Freundinnen. Wir erlebten auch Familienfeiern und lernten etliche Familienmitglieder kennen. Kurz gesagt, wir fühlten uns von Anfang an als Teil der Familie und konnten unsere Zeit in Togo sehr genießen!

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Ich arbeitete in einem Waisenhaus und in einer Kinderkrippe. Beide Einrichtungen waren recht schnell von meinem Zuhause zu erreichen. Meine Arbeitszeiten konnte ich mir sehr flexibel einteilen, ich arbeitete jedoch meist von 8 bis 11 Uhr in der Krippe und von 11 bis 13 Uhr und 15.30 Uhr bis 18 Uhr im Waisenhaus.

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In der Krippe kümmerten meine Kollegen und ich uns um Kinder zwischen 3 Monaten und 2 Jahren, deren Eltern berufstätig waren. Typische Aufgaben für mich waren Spielen, Trösten, Füttern, Wickeln etc. Die Arbeit war (auch wenn es nicht so klingt) anstrengend, aber sehr interessant und lustig. Außerdem habe ich sehr viel über Kindererziehung und generell den Umgang mit Babies und Kleinkindern gelernt, was mir sicher in meinem weiteren Leben noch nützlich sein wird.

In „meinem“ Waisenhaus waren 17 Kinder von 4 bis 17 Jahren untergebracht, die alle zur Schule gingen und sehr liebenswert waren. Schon nach wenigen Tagen hatte ich mich in einige von ihnen so sehr „verliebt“, dass ich das Gefühl hatte, ich möchte nie mehr woanders arbeiten. Typische Aufgaben im Waisenhaus waren, die Kinder zur Schule zu bringen, der „Tata“ (der „Tante“) beim Kochen und den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen: kurz gesagt, sie einfach im Alltag zu unterstützen.

Die Kinder waren musikalisch sehr begabt, konnten viele verschiedene Choreografien tanzen und liebten es, zu singen. Sonntags gingen alle in eine kleine Kirche, in der es sehr lebendig und laut zuging: Es wurde getanzt, gesungen und gebetet. Manchmal veranstalteten wir kleine Parties im Waisenhaus, oft zum Abschied von Freiwilligen. Dabei wurde gegessen, getanzt und gesungen bis in den späten Abend und die Kinder waren immer sehr glücklich. Meine Abschiedsparty wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben!

Meine Zeit in Togo war unvergesslich, ich habe das Leben dort geliebt. Meine Arbeit war spannend, lustig und erfüllend; das togolesische Essen sehr lecker. Durch meinen Sprachkurs (mit einem sehr liebenswerten Lehrer, der zu einem guten Freund wurde) und den Umgang mit den Einheimischen habe ich mein Französisch stark verbessert und viele neue, sehr enge Freunde gefunden.

Seien es die „Moto-Taxis“, immer und überall schnell und günstig verfügbar, die leckeren Snacks, die man an jeder Straßenecke kaufen konnte oder die freudigen „Yovo, Yovo“ Rufe („Weiße, Weiße“) von Kindern auf der Straße, wenn ich an ihnen vorbeiging: Der Alltag mit all seinen Facetten war aufregend und fehlt mir sehr. Mein Abschied von den Kindern im Waisenhaus war tränenreich und ich vermisse sie nach wie vor sehr. Ich haben ihnen versprochen, dieses Jahr wiederzukommen und, wie jeder weiß, Versprechen sollte man halten: Der Rückflug ist schon gebucht!

Lea Engel

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Dieser Erfahrungsbericht enthält eventuell Bezüge zu Arbeit in oder mit Waisenhäusern. Projects Abroad’s aktuellen Standpunkt zu Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Kinderheimen und Informationen über unseren Schwerpunkt auf gemeindenahe Kinderbetreuung kannst du hier nachlesen.

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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