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Yovo Yovo bonsoir, comment ça va?

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Sozialarbeit in Togo von Sophie Greiner

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Drei Monate in Togo – wo fängt man da an? Am besten mit dem, was mich gleich am Anfang erschlagen hat: Die Hitze. Als ich gegen 20 Uhr aus dem Flugzeug stieg, spürte ich die erst mal mit voller Wucht. In der Wartehalle angekommen, sah ich auch schon eine Frau mit dem Projects Abroad Schild. Sie stellte sich als Delphine vor und hatte noch ihre kleine Tochter dabei. Das Mädchen nahm wie selbstverständlich meine Hand und wir fuhren zu meiner Gastfamilie.

togo-sozialarbeit-zahneputzen

Die nächsten Tage war ich wie in einer anderen Welt. So viele neue Eindrücke! Neue Gerüche, lautes Hupen, viele Autos und Motorräder, Frauen, die alles auf dem Kopf und ihre Kinder auf dem Rücken tragen, die Sandstraßen, das wenige Licht in der Nacht, die kleinen Essensstände entlang der Straßen, die Ziegen und Hühner, die auf den Straßen frei herumlaufen, die Stromausfälle, das Wasser in Wasserbeuteln, die Menschen, die mich grüßten und mit mir reden wollten… Und natürlich die Kinder, die mir hinterherliefen und riefen:
„Yovo Yovo bonsoir, comment ça va?“
„Ça va très bien, merci!“

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Mein erstes Wort auf Ewe, der lokalen Sprache in Togo, lernte ich so gleich am ersten Tag: Yovo = Weiße(r)

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Nach und nach gewöhnte ich mich an all diese neuen Eindrücke. Und jetzt, zurück in Deutschland, realisiere ich erst, wie viel mir davon fehlt! Seien es die Leute auf den Straßen, die mir einen schönen Tag wünschen, die Musik, die einem stets und überall begleitet oder die Kinder aus der Schule und dem Waisenhaus, die versuchen, mir die Tanzstile „cool catsché“ oder „azonto“ beizubringen… kurz, diese Warmherzigkeit, die mir in Europa so noch nicht begegnet ist!

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Mein Projekt war zweigeteilt: Morgens ging ich von 7 bis 12 Uhr in die Schule, um dort Französisch, Geschichte und Geographie zu unterrichten. Nachmittags, von 17 bis 19 Uhr, kümmerte ich mich in einem kleinen Waisenhaus um die Kinder. Die Arbeit bestand hauptsächlich darin, sie von der Schule abzuholen, ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen, mit ihnen zu spielen, zu tanzen, zu singen und zu lesen. Sowohl in der Schule als auch im Waisenhaus wurde ich von den Kindern mit offenen Armen empfangen. Es war faszinierend, wie ich sie mit manchmal wirklich einfachen Dingen begeistern konnte!

Die Eingewöhnung in die Arbeit an der Schule brauchte etwas mehr Zeit. Ich hatte in Deutschland gerade mein Abi gemacht und war auch erst 17 Jahre alt. Ich hatte noch nie unterrichtet! Nach etwa einem Monat hatte ich mich in das Schulleben eingelebt, und der Unterricht lief gut. Zu unterrichten, vor allem in so großen Klassen, war für mich zwar eine riesige Herausforderung, jedoch hat sie mir im Nachhinein enorm viel Selbstbewusstsein gegeben. Während dieser Zeit sind mir vor allem die Sechstklässler ans Herz gewachsen. Sie waren eine verhältnismäßige kleine Klasse (44 Schüler) und waren immer voll motiviert. Sie bereiteten mir jeden Tag einen sehr herzlichen Empfang, und das gab mir immer wieder Energie! Der Abschied von ihnen fiel mir besonders schwer.

Der Nachmittag im Waisenhaus war für mich immer wie eine Belohnung. Oft war ich müde von der Schule, hatte nach dem Mittagessen den Unterricht für den nächsten Tag vorbereitet, und wollte einfach nur den Kopf frei kriegen. Und genau das war mit den Kindern möglich. Es war faszinierend, zu sehen, wie sie mit so wenig so glücklich sein konnten. Manchmal haben wir einfach 2 Stunden im Wohnzimmer zu einer alten CD mit den 15 gleichen Kinderliedern getanzt, ohne dass es auch nur einem Kind langweilig wurde! Ich war – und bin immer noch – fasziniert, wie diese Kinder das Leben lieben, obwohl sie so wenig haben. In mancher Hinsicht haben sie mir sicherlich mehr gegeben und gezeigt, als ich es tun konnte. Ich hoffe, dass sie noch viele Freiwillige so empfangen können, wie sie mich empfangen haben, und dass sie weiterhin das Leben so lieben, wie sie es jetzt tun!

Die Projekte sind sicherlich anders abgelaufen, als ich es mir noch in Deutschland vor meiner Anreise vorgestellt habe. Aber nach und nach habe ich meine Rolle finden können. Ich versuchte, den Unterricht interessanter zu gestalten. Der Unterricht beim Lehrer sah so aus, dass er vorne stand und diktierte. Ich habe immer versucht, nach jedem Satz Zeit für Fragen zu geben, vieles an die Tafel zu malen, um es bildlich darzustellen, und sie selber Ideen sammeln zu lassen. Was mich besonders überraschte, war, dass sie in Französisch lernten, wie man Briefe, Aufsätze und Berichte schreibt, dies aber immer nur in der Theorie erklärt bekommen hatten. Als ich ihnen einen Aufsatz zum Schreiben aufgab, wussten viele nicht, was sie machen sollten. Also übte ich das immer wieder, nahm die Aufsätze mit nach Hause, korrigierte immer wieder und schrieb unter jeden einen Kommentar. Bei der letzten Hausaufgabe vor meiner Abreise, korrigierte ich alle Aufsätze und belohnte die drei besten mit kleinen Preisen.

Eine solche Auslandserfahrung – egal wie lange – ist wirklich Gold wert. Sie öffnet einem die Augen. Ich stellte fest, mit wie wenig ich glücklich sein kann, und es war ein ganz anderes Glücklichsein, als ich es bis dahin kannte. Es kommt aus dem tiefsten Herzen und füllt den ganzen Körper mit Wärme. Ich fühlte mich immer aufgehoben, sei es durch das gesamte Projects Abroad Team, welches stets hinter mir stand, durch meine Gastfamilie, die mich immer mit offenen Armen empfing, oder durch die Freiwilligen, mit denen ich mich austauschen konnte! All diese Menschen waren während meines Aufenthalts meine Familie! Ich werde diese 3 Monate nie vergessen und habe fest vor, sobald wie möglich wieder zurückzukehren!

Zum Abschluß noch zwei Sachen die ich zukünftigen Freiwilligen mitgeben möchte: Versucht es durchzuziehen, jeden Tag einen Eintrag in ein Reisetagebuch zu schreiben, es lohnt sich auf jeden Fall! Und: Seid darauf vorbereitet, unvorbereitet zu sein!

Sophie Greiner

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