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Costa Rica: Pures Leben, Pure Freude, Pure Erfahrung

Sport in Costa Rica von Paul Wiehager

„Endlich! Abitur geschafft! Erstmal weg", dachte ich mir. Ich wollte nicht sofort mit dem Studium anfangen und erst einmal neue Erfahrungen sammeln, sowie neue Menschen, Sprachen, Orte und Kulturen kennen lernen. Eine einfache „Backpacker Reise" kam für mich nicht in Frage, da diese meiner Meinung nach einfach zu oberflächlich sind, als dass man währenddessen Sprache und Kultur richtig erlernen bzw. kennenlernen könnte. Am liebsten waren mir eine Gastfamilie und ein fester Arbeitsplatz, um mich mal so richtig in das einheimische Leben einleben zu können. Also begann ich online mit meiner Suche nach Freiwilligenarbeit, dabei stieß ich auf die Organisation Projects Abroad, welche für mich - als sportbegeisterter junger Mensch - das ideale Angebot hatte: Im Sport – Praktikum in Costa Rica Sport unterrichten! „Besser geht es nicht", dachte ich. Früh stand für mich fest, dass Costa Rica das ideale Zielland für mich sein würde. Die Bilder und Berichte versprachen mir eine paradiesische Natur und ein lebensfreudiges Volk. Ich denke, ich kann vorwegnehmen, dass ich in diesen Punkten alles andere als enttäuscht wurde. Also beschloss ich dieses fünfmonatige Abenteuer anzugehen und buchte sogar ein zweites Projekt in Mexiko im Anschluss an meine Zeit in Costa Rica.

Angekommen in Costa Rica, Anfang September, überraschte mich vorerst das Wetter. Wassermassen prasselten auf die Straßen nieder, wie ich es zuvor noch nie gesehen habe. Das war irgendwie eine kleine Enttäuschung, wo ich mich doch auf die Sonne und das heiße Klima gefreut habe. Am nächsten Morgen jedoch schien die Sonne vom strahlend blauen Himmel, wie an nahezu jedem Tag während der Regenzeit. Ein sonniger Morgen, gefolgt von einem gewaltigen Regen am Nachmittag.

Meine Gastfamilie nahm mich sehr gut auf. Nach wenigen Wochen sagten sie bereits, dass ihr Zuhause für immer auch meines sein wird. Mit meinen Spanischkenntnissen aus der Oberstufe ließen sich gröbere Konversationen führen. Dennoch blieben in den Anfangswochen große Sprachbarrieren bestehen, da sich das costa-ricanische Spanisch enorm von dem in der Schule gelernten Castellano unterscheidet und das Erlenen und Verstehen des costa-ricanischen Akzentes nicht immer ganz einfach ist. Nach einigen Wochen und täglicher Übung durch die Gespräche mit Schülern, Lehrern und Gasteltern verbesserte sich mein Spanisch jedoch unerwartet schnell. Nach zwei bis drei Wochen überließ mir der Sportlehrer, den ich in meinem Projekt unterstützte, schon die ein oder andere Klasse. Anfangs erklärte er mir die Übungen, die ich danach den Schülern beibringen sollte. Dies half mir besonders beim Erlernen neuer Vokabeln. Vor allem aber, förderte er mich und gab es mir viel Selbstvertrauen eine Klasse zu unterrichten, mit Hilfe von Wörtern, die ich fünf Minuten zuvor zum ersten Mal gehört habe. Anfangs habe ich mich nur darauf konzentriert keine Fehler zu machen, doch mit ein bisschen Übung machte es sogar richtig Spaß.

Freiwilliger mit ein paar Schülern seiner Sportklasse

Nach einiger Zeit zeigte ich den Schülern dann einige Spiele, die mir noch aus meinem eigenen Grundschulunterricht im Kopf geblieben sind. Besonders gerne mochten sie „Feuer, Wasser, Luft". Sie wollten eigentlich gar nichts anderes mehr spielen, so dass ich an einigen Tagen, dank des Vertrauens des Sportlehrers, Klassen komplett allein unterrichten durfte. Natürlich kostete es ab und an viele Nerven, da Zweitklässler überall auf der Welt nicht zu den Geduldigsten und Zuhörfähigsten gehören. Jeder will „Erster" sein, keiner will verlieren und „die anderen" sind eh alle doof. Das Schlichten war da manchmal gar nicht so einfach. Doch spätestens nach dem Unterricht, wenn mich jeder wieder umarmen wollte, war all der Ärger vergessen. Mir, als junger „profe", Lehrer, aus dem Ausland, waren die Kinder sehr offen gegenüber. In der Pause wollte jeder neben mir sitzen, an meiner Hand zur Sporthalle gehen und mich nach dem Unterricht persönlich verabschieden. Ab und zu, beim Betreten des Raumes, brüllte die ganze Klasse im Chor meinen Namen und zeigte mir mehrfach, dass sie mich respektierten und ich einen hohen Stellenwert für sie besaß. Dadurch konnte es sogar erstaunlich produktiv werden.

An den Wochenenden begab ich mich eigentlich immer auf Ausflüge, sei es mit anderen Freiwilligen oder mit den Einheimischen „Ticos". Dabei lernte ich Orte kennen, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kannte. Einige Orte raubten mir wirklich den Atem. Das Erstaunliche am kleinen Costa Rica ist, dass es, trotz seiner überschaubaren Größe, eine einzigartige Vielseitigkeit zu bieten hat. Ob man Vulkane, Wasserfälle, Flüsse, die Strände oder beeindruckende Wälder mit zahlreichen Faultieren besuchen will, man fährt normalerweise nicht länger als fünf Stunden. Auch zur Hauptstadt, San José, fuhr ich von Heredia nicht länger als eine halbe Stunde. Für diesen Bus zahlte ich weniger als einen Euro. Das war außerhalb meiner Arbeitszeiten, das Geld für den Weg zur Schule erstattete selbstverständlich Projects Abroad. Und auch wenn mir das Unterrichten an der Schule großen Spaß gemacht hat, waren die Highlights meiner Reise eindeutig die Ausflüge in die Natur Costa Ricas. Danach bereiste ich noch Panama, Nicaragua, Mexiko und Kolumbien. Doch niemals wieder habe ich eine solche Natur und Vielfalt wie in Costa Rica erlebt.

Freiwilliger mit Nationalmannschaftstrainer Costa Ricas

Zu den „Ticos" bleibt zu sagen, dass sie das hilfsbereiteste Volk sind, das ich je kennen lernen durfte. Ob meine Gastfamilie, Lehrerkollegen oder einfach Fremde auf der Straße, jeder versuchte stets mir zu helfen. Außerdem versprühen sie eine einzigartige und ansteckende Lebensfreude. Die Worte, die man wohl häufiger als alles andere dort hört, sind: „Pura Vida" (Pures Leben). Ob man sich begrüßt, bedankt, lobt oder verabschiedet, eigentlich sagen sie es in jedem erdenklichen Kontext. Die Ticos sind auch sehr sportbegeistert. Sie sind riesige Fußballfans und lieben ihre „Sele" (Seleccion = Nationalmannschaft). Zum 30 jährigen Jubiläum des Sportkomitees der Stadt Belen, in der ich unterrichtete, gab es ein Abendessen mit einigen Personen, die in den letzten Jahren viel in diesem Bereich geleistet haben. So auch der Sportlehrer mit dem ich zusammengearbeitet habe. Er nahm mich mit zu besagtem Abendessen. Dort traf ich Óscar Ramírez, den Trainer der Nationalmannschaft, ein absolutes Highlight für einen Fußballverrückten wie mich. Außerdem kann man an nahezu jedem Strand surfen gehen und es besitzt gefühlt jeder zweite Tico ein Surfbrett. An meinem ersten Tag in der Schule lud mich der Informatiklehrer direkt dazu ein, mit seinen Freunden am Wochenende an den Strand zu fahren um dort zu surfen.

Mitarbeiter von Projects Abroad und ich in Costa Rica

In Costa Rica ist die Bevölkerung überwiegend katholisch und nimmt ihren Glauben sehr ernst. Das heißt aber nicht dass sie keine Andersgläubigen respektieren, ganz im Gegenteil! Sie sind ein sehr tolerantes Volk und akzeptieren absolut jeden. Meine deutsche Heimat fanden sie besonders interessant und tauschten sich gerne aus. Meine Zeit in Costa Rica habe ich so sehr genossen, dass ich bis zum letzten Tag davon überzeugt war, dort bleiben zu wollen, statt meine Reise gen Mexiko fortzusetzen. Letztendlich bin ich aber doch weiter gezogen und habe auch das nicht bereut.

Unterm Strich kann ich nur zusammenfassend sagen, dass ich eine unglaublich schöne Zeit in Costa Rica hatte, die ich jeder Zeit wiederholen würde. Eine solch beeindruckende Natur habe ich weder zuvor, noch danach jemals wieder gesehen. Außerdem schließt man dort Freundschaften fürs Leben und lernt eine Menge über das Leben in anderen Teilen der Welt sowie über sich selbst

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PURA VIDA !!!

Paul Wiehager

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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