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¡Viva Argentina!

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Unterrichten in Argentinien von Paul Venhaus

Nach der Schulzeit wusste ich lange nicht, was ich tun sollte. Meine Freunde begannen mit dem Studium, doch ich wollte lieber vorher die Welt gesehen haben. Ich entschied mich für Argentinien, da mich die spanische Sprache sehr interessierte. Während andere Programme mir mitteilten, dass meine Anfrage zu kurzfristig und alle Plätze bereits vergeben seien, hatte ich bei Projects Abroad direkt eine Zusage. Schon zwei Monate später war ich in Cordoba, Argentinien. Für die folgenden vier Monate war dies mein neues Zuhause.

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Ich wurde mitten in der Nacht am Flughafen von einem Betreuer von Projects Abroad abgeholt und zu meiner Familie gefahren. Wir wohnten etwas außerhalb der Stadt. In den ersten Tagen gefiel mir das nicht so gut, da ich das aufgewühlte Stadtleben aus Deutschland gewohnt war. Doch schon nach kurzer Zeit erkannte ich, was für ein Segen diese Ruhe darstellte! Trotz der entfernten Lage war das Zentrum von Cordoba gut erreichbar, da wir direkt an der zentralen Buslinie wohnten. Diese fuhr auch am Projects Abroad Büro vorbei, sodass ich dieses problemlos erreichen konnte. Dort nahm ich auch Spanischstunden, die mir sehr dabei halfen, die Sprache besser zu verstehen.

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Nach dem Spanischunterricht fuhr ich meist in die Innenstadt – oft sogar ohne Anlass. Cordoba ist eine so wunderschöne Stadt, dass ich mich manchmal einfach nur in ein Café setzte und die Häuser und Leute um mich herum betrachtete. Bei 30 Grad im Schatten lernt man, die Ruhe zu schätzen! Doch diese Ruhe und Langsamkeit hatte auch ihre Tücken. So waren Geldautomaten spätestens ab Freitag leer (wer dann kein Geld mehr hatte, durfte bis Montag warten), und auf fast alles musste man warten. Selbst als ich nur einmal einen Filzstift in einem Schreibwarenladen bei uns im Dorf kaufen wollte, musste ich eine Nummer ziehen und ganze 15 Minuten warten!

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Meine Gasteltern waren sehr herzliche und tüchtige Leute. Bei uns zuhause war alles ordentlich uns sauber. Jeden Tag erkundigten sie sich nach meinem Wohlergehen und wann immer ich Hilfe brauchte, waren sie zur Stelle. Auch das Wohnen mit anderen Freiwilligen in einem Haus gefiel mir sehr gut. Wir wurden wie Geschwister und die erste gemeinsame Europareise ist schon geplant.

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Ich unterrichtete in einer Privatschule im Nachbarort. Meine Schüler waren zwischen 14 und 19 Jahre alt, sodass ich gut nachvollziehen konnte, wie es ihnen gerade ging. Auf den ersten Blick erschien der Schulalltag ziemlich ungeordnet – die Schüler riefen im Unterricht einfach rein anstatt sich zu melden und viele nahmen erst gar nicht am Unterricht teil. Doch sobald ich die Schüler besser kennenlernte, begannen sie, mir zuzuhören. Am Ende meiner Lehrzeit durfte ich sogar ganze Unterrichtsstunden selbst gestalten, und die Schüler hörten brav zu! Die Arbeit in der Schule half mir auch, neue Freunde zu finden, da die oberen Klassen meinem Alter entsprachen. So hatte ich auch Kontakt zu Argentiniern meines Alters. Da es in Argentinien nicht viele große Blonde gibt, hatte ich bald den Spitznamen „Alto Rubio“ (großer Blonder) und war im ganzen Dorf bekannt. Als ich für mein Abschlussessen in einem Restaurant mitten in Cordoba einen Tisch reservieren wollte, fragte mich die Empfangsdame sogar „Sos Paul, no?“ (Du bist doch Paul, oder?). Woher sie das wusste ist mir bis heute ein Rätsel.

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Auf meiner anschließenden Reise sah ich den Gletscher Perito Moreno, die Wasserfälle von Iguazu und wagte mich sogar nach Santiago de Chile vor. Dank flexibler Reisebusverbindungen konnte man sogar noch am Tag der Reise seine Tickets kaufen und am selben Abend noch losfahren. So bereiste ich eines der schönsten Länder dieser Welt – allein wegen dieser Eindrücke war der Auslandsaufenthalt die Zeit wert!

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Argentinien hat mich verändert. Die Argentinier haben mir gezeigt, dass ich keine Angst vor fremden Menschen haben muss und jeder ein potenzieller neuer bester Freund sein kann. Auch habe ich gelernt, wie viel Kraft in der Ruhe liegt. Mir fallen noch hunderte weiterer schöner Erlebnisse und Eindrücke aus Argentinien ein, doch leider ist mein Platz hier begrenzt. Ich vermisse jede Sekunde dieser wundervollen Zeit und hätte ich die Chance, sie noch mal zu erleben, wäre ich jetzt schon auf dem Weg zum Flughafen!

Paul Venhaus

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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