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„Wie ißt man das?“

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Unterrichten in China von Kathrin von Matt aus Aargau (Schweiz)

Meine Entscheidung, China etwas besser kennenlernen zu wollen, gründete auf meinem jahrelangen Interesse an der Sprache und meinem Wunsch, mein Basiswissen in Mandarin zu erweitern. Meine schon in der Schweiz erworbenen Sprachkenntnisse waren sehr wertvoll, nicht nur zum Kommunizieren mit Straßenhändlern, sondern vor allem im Umgang mit den Kindern an der Schule.

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Insgesamt blieb ich vier Monate an der Schule, von August bis Anfang Dezember. Zu Beginn des regulären Schulalltags durfte ich einige Tage lang den Lehrern einfach nur zuschauen wie sie ihren Unterricht gestalteten. Klassen à 50 Kinder sind nicht so leicht zu handhaben, vor allem, wenn man nicht fließend Chinesisch spricht. Zunächst war ich Klassenhilfe, wobei die Lehrerin jeweils das Englische ins Chinesische an der Wandtafel übersetzte. Bald schon durfte ich teilweise ganze Lektionen alleine vorbereiten und halten. Der Unterrichtsstoff basierte auf den Lehrbüchern. Es machte mir sehr viel Spaß, den Unterricht selber gestalten zu können und stetig meine Unterrichtsmethode zu optimieren. Die Kinder lernten gerne und erstaunlich schnell neue Vokabeln und liebten es, spielerisch zu lernen. Besonderen Spaß machte es ihnen, die Vokabeln laut zu sagen und passend dazu diese mit Gestik zu untermauern.

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Während den Pausen kamen die Kinder oft angelaufen, um einen Text aus ihren Büchern vorzulesen. Das war für sie eine gute Möglichkeit, etwas mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, und so konnte ich individueller auf ihre Stärken oder Schwächen eingehen. Während den Schulstunden selbst kann sich aufgrund der Klassengröße nicht jedes Kind so oft aktiv am Unterricht beteiligen, wie es dies wünscht oder nötig hätte.

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Gegrüßt wurde ich stets sehr freudig als „Kate Laoshi“ oder „Kate Teacher“. Im Verlaufe meines Aufenthalts wurde daraus dann allmählich „Kitty Laoshi“, denn diesen Namen kannten sie bereits aus ihrem Lehrbuch und er war für sie einprägsamer. Mein Nasenpiercing sorgte regelmäßig für erstaunte Gesichter bei den Kindern, es wurde auch gerne eingehend und sehr interessiert begutachtet. Beim Korrigieren der Übungshefte ließen mich einige Fehler wie beispielsweise „mousework“ anstatt „housework“ oftmals schmunzeln. Solche Erlebnisse mit den Kindern haben mich ungemein geprägt.

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Da die Schule ziemlich abgelegen ist, ergab sich die Chance, nicht nur das moderne Shanghai zu Gesicht zu bekommen, sondern auch das weniger entwickelte. Die Eltern der Kinder waren alle Gastarbeiter, die ihr Glück in der Region suchten. Besonders eindrücklich war es für mich, bei einigen Lehrergesprächen mit den Eltern bei den jeweiligen Familien zu Hause deren Wohnsituation kennenzulernen. Zu sehen, dass eine ganze Familie in einem winzigen Zimmer mit weiter nichts als einem Bett wohnt, und die öffentlichen sanitären Anlagen, die man schon von Weitem riechen konnte, nutzen muss, war eine sehr ernüchternde Erfahrung für mich.

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Insbesondere im Sommer ist abends in den Straßen Shanghais sehr viel los. Es wird Karaoke gesungen, getanzt, gekocht, gegessen… Zu sehen sind unzählige Fruchtstände, und wer gerne einkaufen geht, wird sich an den niedrigen Preisen erfreuen können, wobei das Feilschen um den Preis unbedingt dazu gehört. Wer zumindest die Zahlen in Chinesisch beherrscht, hat da einen Vorteil und Sympathiebonus. Wenn man nicht im Touristenzentrum Shanghais essen geht, oder ein einfaches Restaurant wählt, kann man unglaublich preiswert und gesund essen. Es war für mich als Veganerin kein Problem, in China durchzukommen.

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An den Wochenenden bin ich oft mit anderen Freiwilligen verreist. Das Zugfahren ist vergleichsweise günstig und es war spannend, zu erleben, wie unterschiedlich das Essen beispielsweise schon nur eine Stadt weiter weg von Shanghai war. Ein eher klassischeres China, nebst der Destination Peking, bekommt man in Nanjing, Suzhou oder Hangzhou zu sehen. Wer als Gegensatz zum Stadtleben gerne mal wieder frische Luft schnuppern möchte, dem sei geraten, eine Reise zu den Yellow Mountains zu unternehmen. Natürlich hat Shanghai auch viel Sehenswertes zu bieten, wie zum Beispiel den Bund (eine lange Uferpromenade), den Pearl Tower (der dritthöchste Fernsehturm Asiens) oder das Viertel rund um den YuYuan Garden und einige Tempelanlagen.

Für mich war es besonders spannend, alle Stufen der Primarschule unterrichten zu können. Ich weiß nun, dass mir dieser Beruf liegt, und werde dieses Jahr meine Ausbildung zur Grundschullehrerin beginnen. Überdies habe ich wertvolle Freundschaften schließen dürfen und hoffe, sobald wie möglich wieder zurück kehren zu können!

Kathrin von Matt

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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