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Meine Zeit auf den Fidschi – Inseln

fidschi-unterrichten-nachhilfegruppe

Englisch Unterrichten auf den Fidschi – Inseln von Bettina Lang

„Warum denn Fidschi?“ wurde ich vor meiner Abreise von meinen Leuten immer wieder gefragt. Und ich konnte zunächst nur antworten: „Warum nicht?“ Ich wollte mal raus aus meinem Alltagstrott und eine sinnstiftende Aufgabe übernehmen. Mir war von vornherein klar, dass ich unterrichten wollte. Projects Abroad und Fidschi klangen dafür genau richtig.

Ich sollte nicht enttäuscht werden. Noch nie habe ich so viele strahlende und lachende Gesichter gesehen und mich an einem Ort so willkommen gefühlt. Die Gastfreundschaft war überwältigend. Auch untereinander gingen die Menschen sehr gelassen, fröhlich und respektvoll miteinander um. Auf den Fidschi – Inseln hat die Familie einen sehr großen Stellenwert und das alte Ritual der Kava-Zeremonie (das Nationalgetränk, gewonnen aus einer Pfefferpflanze) wird immer noch praktiziert, um Gäste offiziell willkommen zu heißen, zu verabschieden oder wertzuschätzen. Auch ich wurde das ein oder andere Mal zum Ehrengast ernannt und kam in den Genuss dieser Zeremonie.

fidschi-unterrichten-schule

Ich arbeitete an einer katholischen Schule nahe der Hauptstadt Suva. Dieser Schule ging es verglichen mit anderen recht gut. Es gab Stühle und Tische in den Klassenräumen, Sportgeräte wie Netz- und Rugbybälle, eine Bücherei und eine kleine Kantine, die von den Müttern der Kinder betrieben wurde. Die Schüler konnten sich in den Pausen auf dem großen Spielfeld austoben, während sich die Lehrer ins Lehrerzimmer zurückzogen.

Dennoch gab es natürlich auch große Unterschiede zu Deutschland. Die Kinder trugen Schuluniformen, ein Lehrer betreute eine Klasse in allen Fächern, die Schulmöbel waren zum Teil in desolatem Zustand, und die Klassen mit 40 bis 50 Kindern sehr groß. Das hatte zur Folge, dass die langsamen Kinder leider nicht die Aufmerksamkeit bekamen, die sie brauchten. Hier setzte mein Freiwilligendienst an. Am ersten Tag hospitierte ich in drei Klassen und entschied mich dann für die 3. Klassen als Einsatzort. Hier hatte ich gesehen, dass einige Kinder weit hinterher waren und weder lesen noch schreiben konnten.

fidschi-unterrichten-singen

Wir riefen also eine kleine Fördergruppe ins Leben, und ich konnte jeden Tag für eine Stunde die Bücherei als Übungsort für zunächst sechs Schüler nutzen. Später hatte ich noch eine weitere Gruppe. Hier übten wir das Alphabet und versuchten, kurze Wörter zu lesen. Es gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn auch in dieser kleinen Gruppe war das Lernniveau sehr unterschiedlich. Einzelunterricht wäre vermutlich sinnvoller gewesen, damit die Kinder wirklich davon profitieren.

fidschi-unterrichten-kava

Wenn ich nicht gerade Nachhilfeunterricht gab, war ich vorwiegend in einer der 3. Klassen und unterstützte die Lehrerin. Das fing an beim Motivieren der Kinder, überhaupt mitzuarbeiten, ging über Hilfestellung beim Buchstabieren oder Rechnen bis hin zu Streit schlichten und Tränen trocknen. An manchen Tagen hatte ich auch eine ganze Klasse zu beaufsichtigen, wenn ein Lehrer kurzfristig ausfiel.

Die Arbeit mit den Kindern brachte mir wahnsinnig viel Spaß, auch wenn sie zeitweise ziemlich anstrengend war. Einen Sack Flöhe zu hüten, wäre bestimmt manchmal leichter gewesen, als diese Rasselbande im Zaum zu halten. Aber ich schloss alle „meine“ Kinder sehr ins Herz. Und auch meine „Lehrerkollegen“ waren großartig und nahmen mich ab Tag 1 wie selbstverständlich in ihren Kreis mit auf.

Auch mit meiner Gastfamilie hätte ich es besser nicht treffen können. Meine Gastmutter kümmerte sich rührend um mich und fütterte mich so gut, dass ich mir einiges an Hüftgold als Souvenir mitbrachte… Die zwei Söhne, 8 und 10 Jahre alt, waren echte Jungs, aber gleichzeitig so lieb, dass ich sie am Liebsten eingepackt und mitgenommen hätte. Und mein Gastvater war auch sehr entspannt. Ich lebte mich innerhalb weniger Tage bei meiner Familie auf Zeit bestens ein und fühlte mich pudelwohl. Da konnte mich auch die kalte Dusche nicht abschrecken.

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Der Abschied nach den zwei Monaten im Projekt und bei der Familie fiel mir entsprechend schwer, wurde allerdings durch die Tatsache gemildert, dass ich noch einige Wochen Zeit hatte, das Land zu erkunden und einige der wundervollen Inseln Fidschis zu bereisen.

„Warum denn Fidschi?“
Weil die Menschen dort so warmherzig sind.
Weil die Uhren dort langsamer ticken.
Weil Fidschi wunderschön ist.
Darum.

In diesem Sinne: „Vinaka Vakalevu Fiji“ (vielen herzlichen Dank, Fidschi) für eine wundervolle Zeit.

Bettina Lang

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