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Unsere Hochzeitsreise auf die Fidschi – Inseln

Fidschi-Unterrichten-Freiwillige

Englisch Unterrichten auf den Fidschi – Inseln von Carolin und Alexander Kriening aus Aarau (Schweiz)

Schon während unserer Hochzeitsvorbereitungen war klar, dass wir unsere Flitterwochen etwas verlängern und eine kleine Auszeit von Job und Alltag in der Schweiz nehmen möchten. Fast ein Jahr zuvor haben wir die Reiseplanung in Angriff genommen, sodass genug Zeit blieb, unsere Abwesenheit zu organisieren. Und so stand schon früh fest, dass wir vier Wochen für das Freiwilligenprojekt und weitere vier Wochen für die Hochzeitsreise beziehen werden. Uns war wichtig, die lange freie Zeit sinnvoll zu nutzen und dies mit genügend Reisezeit zu verbinden.

Nach Suchen und Vergleichen verschiedener Reiseziele, stand Fidschi als perfektes Reiseziel schnell fest. Hier bestand für uns die Möglichkeit, ein interessantes Projekt zu absolvieren und gleichzeitig unsere Flitterwochen auf wunderschönen Inseln zu verbringen.

Fidschi-Unterrichten-Gastfamilie

Unsere Unterkunft und unser herzliches Zuhause weit weg von der Schweiz fanden wir in Nakasi, ca. 25 Minuten außerhalb der Hauptstadt Suva. Wir haben mit einer Familie zusammengelebt, die aus der Gastmutter Puspa, ihren zwei Söhnen einer Schwiegertochter und deren Sohn bestand. Wir hatten ein eigenes Zimmer mit (Kaltwasser-)Dusche „en suite“. Puspa verstand es, leckere Currys und Rotis zu kochen und wusste schon nach zwei Tagen, welche Speisen wir ganz oben auf unserer Liste hatten.

Fidschi-Unterrichten-Lehrer

Abends nach der Schule und dem Abendessen saßen wir mit unserer Gastfamilie meist im Wohnzimmer zusammen und haben indische Daily Soaps geschaut, während der kleine quirlige dreijährige Ritikesh uns immer wieder zum Lachen brachte. Gerne berichteten wir aus Deutschland und der Schweiz, und bekamen im Gegenzug auch viele Antworten zum Leben auf den Fidschi – Inseln. Wir erhielten sogar einen kleinen Einblick in die Zukunftspläne des erwachsenen Sohns – er möchte auf der Insel Taveuni eine Hühnerfarm eröffnen, da es auf Taveuni selbst keine frischen Eier gibt, sondern diese von Suva aus importiert werden müssen. Unsere Wirtschaftlichkeitsrechnung hat ein äußerst positives und vielversprechendes Ergebnis berechnet. Vielleicht ist es an der Zeit, in Hühnerfarm-Aktien zu investieren…

Fidschi-Unterrichten-Unterricht

Neben den Einblicken ins Familienleben hatten wir die Möglichkeit, an traditionellen Festen und Zeremonien teilzunehmen. So haben wir z.B. die Tradition „Raksha Bandhan“ kennengelernt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr wird mit dieser Tradition an die enge Verbindung zwischen Schwester und Bruder erinnert. „Raksha“ bedeutet „Schutz“ und „Bandhan“ bedeutet „binden“ – deshalb binden Schwestern ihren Brüdern ein Armband um das Handgelenk, während sie Gebete („Mantras“) sprechen, um sie vor Bösem zu schützen. Wir haben ebenfalls ein Armband von Kolleginnen an der Schule zum Zeichen des Schutzes und der Verbundenheit erhalten.

Fidschi-Unterrichten-Schüler

Ein weiteres Fest, an dem wir teilnahmen, war die Geburt Krishna’s („Janmashtami“). Carolin wurde zu diesem Fest im nahegelegenen Tempel von der Gastmutter mit Sari und Schmuck ausgestattet. Die Gemeinde hieß uns extra willkommen und es wurden von den Anwesenden neben Gebeten und viel Gesang verschiedene Opfergaben gebracht.

Der Abschied von unsrer Gastfamilie fiel uns schwer, weil wir uns trotz der relativ kurzen Zeit an unser neues „Zuhause“ im Kreis der Familie gewöhnt hatten. Wir haben uns gefreut, solch einen Einblick in den Alltag und das Leben einer einheimischen Familie erhalten zu haben.

Fidschi-Unterrichten-Schule

Die für uns unvergesslichste Erfahrung der Reise war sicherlich das Projekt und damit das Unterrichten an unserer Schule in Nakasi. Nach nur wenigen Tagen haben wir uns als Teil des Kollegiums gefühlt. Dies mag auch an unserer kurzfristigen Übernahme der beiden Schulklassen liegen. Der Lehrer von Alex musste zum Beispiel unerwartet auf eine Fortbildung und Alex hat in den entsprechenden vier Tagen den Unterricht komplett übernommen. Auch wenn dies zunächst eine Herausforderung war und der Unterricht jeweils nach der Schule vorbereitet werden musste, wurde aus dieser Herausforderung schnell Spaß. Fächer wie Gesundheit, Mathematik, Sozialwissenschaft und Religion mussten wir uns glatt auch nochmal anschauen – oder könnt ihr aus dem Stehgreif erklären, welche Düngemittel genau braunen Pflanzenstellen entgegenwirken?

Neben dem Unterrichten sind wir auch den anderen Pflichten eines Lehrers nachgekommen, zum Beispiel der Beaufsichtigung der „Beauty Time“ (eine zehnminütige Pause nach dem Mittagessen, in der die Kinder die Zähne putzen und das Gesicht waschen sollen) oder dem Verkehrsdienst nach Schulschluss. Es kam schon Mal vor, dass der verantwortliche Polizist nicht erschienen ist, weshalb Alex kurzerhand den Dienst übernommen und auf der Straßeninsel versucht hat, den Verkehr zu stoppen. Die Autofahrer haben natürlich nicht schlecht gestaunt, aber auch hier war ein einfaches Lächeln wieder die kürzeste Verbindung zwischen zwei Verkehrsteilnehmern…

Viele weitere Eindrücke könnten wir an dieser Stelle schildern, aber sie würden den Rahmen des Erfahrungsberichts sprengen. Fassen wir zusammen, dass das Lehrerkollegium unheimlich aufgeschlossen war und die Kinder an der Schule sehr respektvoll und neugierig auf uns zugekommen sind. Wenn man am Nachmittag die Schule verlässt und dich 1.029 Kinder mit einem breiten Lächeln im Gesicht verabschieden oder dich auf dem Weg zum Bus noch mit Fragen löchern, dann ist das ein Gefühl, dass man nicht so schnell wieder vergisst. Nicht zuletzt trug auch der charaktervolle Schuldirektor, Mr. Lala, zu diesem schönen Erlebnis bei, der immer offen war für unsere Ideen und uns in diesen unterstützt hat.

Fidschi-Unterrichten-Rugby

An unserem letzten Unterrichtstag haben wir mit unseren Klassen vor der gesamten Schule Musikstücke vorgetragen, welche wir ihnen im Religionsunterricht beigebracht hatten – zum einen „Ins Wasser fällt ein Stein“ (ein bekanntes Kirchenlied in Deutschland) und das Lied „Hymn“ von Barclay James Harvest. Dabei waren wir vor allem überrascht, wie schnell die Kinder die deutschen Worte gelernt haben… dass sie Rhythmus im Blut haben, war uns mit dem ersten gesungenen Ton klar!

Weil unser Projektende auch auf den Ferienbeginn der Schule fiel, fand am letzten Schultag ein grosser Bazar mit Essensständen, Schul-Königinnenwahl und Sport statt. Als dann auch noch überraschenderweise ein Van eines lokalen Musiksenders auf den Pausenhof fuhr, fanden wir uns schnell tanzend zwischen über 1000 Kindern wieder.

Das Lehrerkollegium verabschiedete uns mit einer kleinen Feier, bei der es neben leckerem Essen natürlich auch einige Tanoas (Schüssel) voll Kava, dem traditionellen Getränk der Fidschi – Inseln, und schöne Geschenke zur Erinnerung gab. Beim einheimischen Abschiedslied „Isa Lei“ fiel es uns sichtlich schwer zu gehen – das Versprechen, jeden in unseren Gedanken und im Herzen zu behalten, kann beidseitig sicherlich ernst genommen werden.

Fidschi-Unterrichten-Abschied

Dass die unzähligen Erlebnisse so eindrücklich waren, lag vor allem auch an dem besonderen Lebensstil und der herzlichen Gastfreundlichkeit der Menschen, die wir trafen. Beide sind wir bereits viel gereist und haben unterschiedliche Länder sowie Kulturen kennengelernt, doch wir können mit Sicherheit sagen, dass die die Menschen dort eine der freundlichsten, interessiertesten und offensten Menschen waren, die wir bisher kennengelernt haben. Ihre viele Fragen an uns haben es uns immer wieder ermöglicht, mit den Menschen in Kontakt zu treten und somit einen authentischen Eindruck vom Alltag zu erhalten.

Es ist beinahe überflüssig zu erwähnen, dass die Inseln, die wir nach unserem Projekt bereist haben, ein Paradies sind – umso mehr, wenn man die vorherigen Eindrücke mit einheimischen Hotelangestellten teilen kann. Es kann auch mal vorkommen, dass man als Bote zwischen Verwandten auf verschiedenen Inseln Nachrichten übermittelt…

Wir können nur jeden dazu ermutigen, unsere Erfahrungen und Eindrücke selbst zu bestätigen. Vinaka vakalevu, ein dickes Dankeschön an Projects Abroad, dem Kollegium und allen Schülern der St. Joseph the Worker Primary School, Puspa und den Rest der Gastfamilie und nicht zuletzt an alle Menschen, die unsere Reise so speziell und unvergesslich gemacht haben!

Carolin und Alexander Kriening

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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