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Auf ans andere Ende der Welt!

Fidschi-Unterrichten-Freiwilliger

Englisch Unterrichten auf den Fidschi-Inseln von Daniel Simon

Dass es nach meiner Schulzeit ins Ausland gehen sollte, stand für mich schon länger fest. Anfang Mai ging mein Abenteuer los, doch so richtig begreifen konnte ich die ganze Sache erst, als ich im Flugzeug saß. Ich würde jetzt ans andere Ende der Welt fliegen und hatte keine Ahnung, was mich in den nächsten Wochen erwartet. Die anfängliche Unsicherheit verflog jedoch schnell, als der Flieger abhob und ich Deutschland verließ. Kurz nachdem ich in Nadi angekommen war, wurde mir klar, dass ich mich weit, weit weg von zu Hause befand. Das fing mit den durchgehend warmen Temperaturen (26-31°C) an und ging weiter mit der Mentalität der freundlichen Menschen, die ich traf. Egal wo ich hinkam, begegnete ich fröhlichen Gesichtern, die mir ein "Bula" (Hallo, Guten Tag, Herzlich Willkommen) entgegneten.

Fidschi-Unterrichten-Schüler

Ich wohnte zusammen mit einem Projektkollegen aus Norwegen in derselben Gastfamilie und wir wurden schnell Freunde. Unsere Gastfamilie war überaus gut ausgestattet, da jeder von uns sein eigenes Zimmer hatte und die Familie selbst über sogar über Warmwasser verfügte. Das Ehepaar, beide pensioniert, hatten zwei Kinder, die jedoch schon erwachsen waren und nicht mehr zuhause wohnten. Da es jedoch auf den Fidschi-Inseln keine Rente gibt, arbeiteten meine Gasteltern im Haus: die Frau nähte Kleider und der Mann arbeitete im Garten. Wenn es ein Problem gab, konnten wir immer zu ihnen kommen. Jeder von uns bekam einen eigenen Hausschlüssel und wir durften ins Haus kommen und gehen wann wir wollten. Unsere Gastmutter war eine fabelhafte Köchin, die uns die vielen indischen Gerichte sehr schmackhaft machte.

Fidschi-Unterrichten-Haus

Da gerade Osterferien waren, organisierte Projects Abroad eine Art Ferienlager, die sogenannte Summer School. Wir spielten mit den Kindern und gestalteten einzelne Unterrichtsstunden. Jeder Tag stand unter einem neuen Motto wie “Countries of the world”, “Under the sea”, “The five senses”… Am Ende des zweiwöchigen Programms gab es ein großes Abschiedsfest.

Als dann der Schulbetrieb wieder losging, begann ich meinen Freiwilligendienst in einer Grundschule, die landesweit zu einer der besten Schulen zählt. In den ersten Tagen assistierte ich den Lehrern beim Unterrichten, doch schon in meiner zweiten Woche durfte ich eine Klasse selbst übernehmen. Ich unterrichtete von 8-12 Uhr. Der eigentliche Lehrer übernahm dann nach der Mittagspause von 13-14.30 Uhr das Geschehen. Meine Unterrichtsstunden bereitete ich selbst vor. Sogar Klassenarbeiten, Tests sowie Referate durfte ich benoten und bei Bedarf half ich auch in der Parallelklasse aus.

Fidschi-Unterrichten-Strand

Alle Schüler/innen trugen Schuluniformen und auf dem Stundenplan standen neben den uns bekannten Fächern wie Kunst, Mathematik, Sport, Religion oder Lesen auch solche wie social science oder health science, in denen den Kindern u.a. moralische Werte vermittelt wurden. Je nach dem, was gerade gebraucht wurde bzw. was der Lehrer für angemessen empfand, bereitete ich unterschiedliche Themen vor. Dabei gefiel mir der Sportunterricht am meisten. Zu sehen, wie energisch und einsatzbereit die Schülerinnen und Schüler (vor allem bei den hohen Außentemperaturen) bei der Sache waren, war einfach toll!

Die Kinder wuchsen mir schnell ans Herz, da vor allem die Kleineren keine Scheu zeigten und mich morgens mit vielen Umarmungen und Begrüßungen empfingen. Diese Unbekümmertheit und die gute Laune färbten schnell auf mich ab. Lehrer als auch Schüler waren sehr dankbar für jegliche Hilfe. In der Vorbereitungsphase auf die Abschlussarbeiten der 8. Klassen (letztes Jahr der Grundschule) freuten sich die Lehrer natürlich doppelt über meine Unterstützung. Vor allem mit den Kindern aus meiner Klasse sowie der Parallelklasse verstand ich mich sehr gut, und an meinem letzten Tag wurde ich wahrlich mit Geschenken eingedeckt.

Fidschi-Unterrichten-Dschungel

An den Wochenenden machte ich mich mit den anderen Projektkollegen aus aller Welt (USA, Kanada, Irland, Norwegen, Dänemark, Frankreich, Niederlande...) auf, Land und Leute zu entdecken. Zu meinen Highlights gehörten die Ausflüge zu den kleinen traumhaften Inseln, von denen Fidschi zahlreiche zu bieten hat. Dort fand man wirklich dieses kristallklare Wasser und die schönen Strände, die man sonst nur im Fernsehen oder im Internet bestaunen kann. Auf den Yasawa-Inseln hatte ich die Möglichkeit, einen Blick unter Wasser zu werfen: Tauchgang inklusive Korallenriffen, Riffhaien und Rochen!

Wir besuchten auch traditionelle Dörfer und machten eine Dschungelwanderung. Das hört sich gefährlicher an, als es wirklich war, da es auf Fidschi keine giftigen Schlangen oder Spinnen gibt. Das tollste daran war, dass ich eng in Kontakt mit den Einheimischen kam und so eine ganz andere, viel entspanntere und selbstzufriedenere Lebensweise kennenlernte. Auch die Einheimischen aus meiner Nachbarschaft lernte ich schnell kennen. Sie wollten mir das "echte Fidschi" zeigen, fernab von all dem Tourismus. An vielen Abenden saßen wir zusammen, tranken Kava, ein traditionelles Getränk, und sie lauschten gespannt meinen Geschichten von Deutschland und wie es denn am anderen Ende der Welt so zugeht. Danach klärten sie mich über die Bräuche und Sitten ihrer Kultur auf.

Fidschi-Unterrichten-Sonnenuntergang

Ich habe wirklich viele neue Freunde gefunden und hatte eine fabelhafte Zeit, sodass mir der Abschied sehr schwer fiel. Nicht nur meine beiden Klassen, sondern auch meine einheimischen Freunde gaben eine Abschiedsfeier für mich, und ich wurde bis zum Flughafen begleitet. Neben den tollen und unvergesslichen Erfahrungen konnte ich außerdem mein Englisch deutlich verbessern. Viele Leute dachten am Ende aufgrund meiner Aussprache, dass ich aus Australien, Südafrika oder Neuseeland käme – was für mich ein großes Kompliment war!

Ich hatte eigentlich fest damit gerechnet, dass ich spätestens nach ein oder zwei Wochen etwas Heimweh bekommen würde, doch dazu kam es erst gar nicht. Mir haben das Land und die Leute einfach so gut gefallen. Da ich jeden Tag Neues erleben durfte und immer Programm hatte, blieb mir (zum Glück) gar nicht viel Zeit, an zuhause zu denken. Es ist selbstverständlich eine andere Kultur dort unten und ich habe schon ein paar Tage gebraucht, um mich an das neue Klima oder das Essen zu gewöhnen, doch es lohnt sich wirklich! Man findet in Fidschi nicht den europäischen Luxusstandard, und Dinge wie Fernsehen oder Internet waren eher die Ausnahme (es gibt jedoch zahlreiche Internetcafés). Doch um ehrlich zu sein, empfand ich das als sehr angenehm. Ich habe schnell gemerkt, dass es zum Glücklichsein nicht vieler Dinge im Leben bedarf.

Ursprünglich sollte ich nach einem Monat wieder zurück nach Deutschland fliegen. Da es mir jedoch so gut gefiel, verlängerte ich noch um einen weiteren Monat. Ich hoffe, dass das Land sich selbst treu bleibt, denn die Gastfreundlichkeit und die Lebensweise sind einmalig. Die Fidschi-Inseln sind einfach ein wundervolles Land, und ich werde meine Zeit dort nie vergessen.

Daniel Simon

Mehr zum Englisch unterrichten auf den Fidschi - Inseln

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