Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

Es tut gut, Gutes zu tun

ghana-unterrichten-freiwilliger

Unterrichten in Ghana von Christian Tabler

„Was macht Ghana?“ fragte mich jemand auf meiner Facebook-Seite, als ich gerade im Internetcafe in Cape Coast saß. „Ghana macht glücklich!“

Aber fangen wir vorne an. Nachdem ich mich für das Projekt Unterrichten in Ghana entschieden hatte, verging ein knapper Monat mit Vorbereitung und Packen, und kurz darauf stand ich müde und von der feuchten Hitze erschlagen am Flughafen in Accra. Zunächst war ich etwas nervös, ob mein Gepäck pünktlich angekommen war, und ob ich Nyame, den Mitarbeiter von Projects Abroad finden würde. Doch ein paar Minuten später im Taxi zum Büro von Projects Abroad in Accra waren diese Sorgen vergessen. Da ich abends ankam, konnte ich auf der Fahrt leider nicht viel von der Stadt sehen; meine ersten Eindrücke waren somit von teilweise holprigen Straßen, Kindern, die Kleinigkeiten verkauften, wenn das Taxi an einer Ampel hielt, und der schwülen Hitze von Ghanas Hauptstadt geprägt.

ghana-unterrichten-gastfamilie

Am nächsten Morgen ging es dann per Taxi nach Kwamoso, einem kleinen Ort mit etwa 2000 Einwohnern, an der Hauptstraße zwischen Mamfe und Akropong gelegen, wo meine Gastfamilie wohnte. Auf dem Gelände, standen ungefähr 20 Gebäude, einige davon Schulgebäude, andere Wohnhäuser. Die Schule hatte mein Gastvater gegründet, der auch das Dorfoberhaupt war. Mein Zimmer war im gleichen Haus, wo auch meine Gasteltern und ihre jüngste Tochter schliefen. In den anderen Häusern wohnten viele Kinder, die auch die Schule dort besuchen. Anfangs waren wir vier Freiwillige, später dann sogar zu zehnt. Mit meiner Gastfamilie, den Kindern und den anderen Freiwilligen habe ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden, wir hatten viel Spaß zusammen, und es haben sich auch zahlreiche enge Freundschaften entwickelt.

ghana-unterrichten-kinder

Am nächsten Tag nach meiner Ankunft wurde mir der Weg nach Akropong gezeigt, wo die Schule war, an der ich unterrichten sollte. Auch hier war die Begrüßung durch Lehrer und Schüler sehr herzlich, und ich fühlte mich sofort wohl. Jeden Tag mit dem Tro-Tro knapp 20 Minuten zur Schule und zurück zu fahren, hat mir gerade aufgrund der rasanten Fahrweise und der direkten Begegnungen mit vielen Ghanaern immer wieder Spaß gemacht. Jede Tro-Tro-Fahrt war Ghana pur, genau wie ich es mag!

Der Unterricht begann oft unpünktlich, manchmal fehlte es an Lehrern und oft an Lernmaterialien wie Büchern, Heften oder Stiften. Die Kinder waren äußerst lebhaft, manchmal sehr laut und hin und wieder auch durchaus unmotiviert. Auch der Wissens- und Bildungsstand war in den einzelnen Klassen sehr niedrig – also viele Gründe, abgeschreckt zu sein. Aber gerade aufgrund dieser Herausforderungen und Hindernisse habe ich gelernt, flexibel zu sein, mich auf Situationen neu einzustellen und mit dem ghanaischen Lebensrhythmus umzugehen, was mir von Anfang an viel Spaß und Freude machte.

ghana-unterrichten-klasse

Die Kinder zu unterrichten, mit ihnen zu spielen und die Interaktion mit den Lehrern waren eine tolle Erfahrung. Meine Zeit hier in der Schule war nach 4 Wochen leider schon vorbei, da ich die restlichen 4 Wochen nach Cape Coast ging. Zum Abschied schenkten mir die Lehrer ein ghanaisches Hemd, was extra für mich angefertigt wurde! Und alle versammelten sich, um mich singend zu verabschieden. Ich muss ehrlich sagen, dass es mir schwer viel, die Abschiedstränen zu unterdrücken. Dann hieß es, auch von meiner Gastfamilie Abschied zu nehmen, was mir mindestens genauso schwer fiel, wie in der Schule.

In Cape Coast angekommen, wurde ich von meinen neuen Gasteltern herzlich aufgenommen; auch mit meinem japanischen Mitbewohner hat sich sofort eine Freundschaft entwickelt. Am 6. März war der Unabhängigkeitstag Ghanas. Überall im Lande gab es große Paraden, wo vor allem auch die Schulen marschierten. Die Besten bekamen unter den Schülern äußerst begehrte Preise. In Cape Coast fanden sich zu diesem Spektakel Tausende auf einem riesigen Platz ein, wo marschiert und Paraden abgehalten wurden. Eine hohe Ministerin sprach, und die Menschen trafen sich anschließend zum Feiern am Strand. Alles um mich herum war bunt, laut und voller stolzer Menschen. Sie waren stolz darauf, als eines der ersten Länder die Unabhängigkeit von ihren britischen Kolonialherren erlangt zu haben, was sie meiner Meinung auch durchaus sein konnten!

Hier stand ich nun mitten unter den Menschen, um Fotos für eine Zeitung zu machen, da ich hier in Cape Coast am Journalismus-Projekt teilnahm. Ein beeindruckender erster Tag neigte sich dem Ende zu, als mir immer mehr klar wurde, dass ich mich trotz einer unheimlich fürsorglichen Gastfamilie, netten Freiwilligen und guter Betreuung durch Projects Abroad vor Ort, hier nicht so wohl fühlte wie in Kwamoso. Nach einer Woche entschied ich mich, zurück in die Hills, nach Kwamoso zu gehen. Dank des reibungslosen und unkomplizierten Handelns der Projects Abroad Mitarbeiter vor Ort war das auch problemlos möglich.

ghana-unterrichten-unabhangigkeitstag

Nach Kwamoso zurück zu kehren war wie nach Hause zu kommen: die netten Menschen im Ort, überall liefen Hühner, Ziegen, Katzen und Truthähne herum, Kinder spielten auf den Wegen, jeder grüßte mit einem netten „How are you?“. Hier fühle ich mich wohl. Auch in die Schule nach Akropong zurück zu kehren war die richtige Entscheidung. So verbrachte ich die restlichen drei Wochen hier und war sehr froh darüber.

Einige Dinge, die ich während meiner Zeit in Ghana erlebte, werde ich nie vergessen. Das Wort „Obruni“ (Weißer), das ich überall hörte, wo ich mich aufhielt, gehört genauso dazu, wie die Freundlichkeit, Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit der Menschen, die ich traf. Sie gingen stets mit einem Lächeln und guter Laune ihren Tätigkeiten nach, und trotz oft harter Lebensumstände waren sie immer fröhlich und gut gelaunt. Das steckte an und beeindruckte mich tief. Aber auch das einfache Leben ohne fließendes Wasser, das gute Essen und mein heiß geliebtes „Fan Ice“ (eine Eissorte) bleiben mir stets in Erinnerung.

Die wunderschönen grünen Hügel in der Region um Kwamoso vermisse ich jetzt schon genauso, wie meine Freunde und meine Gastfamilie. Eine lustige Erinnerung aus meinen ersten Tagen in Ghana ist, wie meine Gastmutter Florence versuchte, mir die lokale Sprache Twi beizubringen. Am Anfang tat ich mich wirklich schwer, diese doch sehr fremde Sprache zu lernen. Am Ende meines Aufenthalts aber, war ich durchaus in der Lage, kurze Unterhaltungen zu führen oder andere alltägliche Floskeln zu beherrschen, worauf ich sehr stolz bin!

ghana-unterrichten-ausflug

Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Projects Abroad bedanken. Sowohl vor meiner Abreise, als auch während meines Aufenthalt stand immer jemand mit Rat und Tat zur Seite, wenn er oder sie denn gebraucht wurde. Ihr seid echt ein tolles Team!

Zu guter Letzt möchte ich all diejenigen ermutigen, die sich für ein Projekt interessieren, sich aber vielleicht noch nicht sicher sind. Ich kann nur sagen: Macht es! Die Erfahrungen, Erlebnisse und das hautnahe Leben und Arbeiten in einer fremden Kultur sind eine einmalige und unbezahlbare Erfahrung, die euch prägen und in eurem weiteren Leben immer begleiten wird. Auch wenn nicht immer alles gleich klappt, oder es auch schwierige Momente und Situationen gibt, kann ich nur sagen, es lohnt sich und macht einfach sehr viel Spaß! Traut euch und seid mutig, ihr werdet dafür belohnt!

Christian Tabler

Mehr zum Unterrichten in Ghana

Mehr zum Unterrichten

Mehr zu Ghana

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Naturschutz - Projekt im Ausland
Nach oben ▲