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Ghana-Unterrichten-Menschenrechte

Unterrichten und Menschenrechte in Ghana von Manon Bisdorf

Für mich war schon immer klar, dass ich nach dem Abitur ins Ausland gehen wollte, um in sozialen Projekten zu arbeiten. Über eine Freundin bin ich auf Projects Abroad gestoßen. Das war meine Chance. Da sie gute Erfahrungen gemacht hatte, musste ich mir nur noch ein Land aussuchen. Leichter gesagt als getan. Die Auswahl ist riesig und es gibt viel zu entdecken. Equador, Costa Rica, Samoa, Indien und Vietnam ich habe alles in Betracht gezogen. Schließlich entschied ich mich für Ghana - nicht zuletzt, weil der Büroleiter aus Ghana die Ghanaer als die gastfreundlichsten und nettesten Menschen Afrikas, wenn nicht sogar der ganzen Welt beschrieb. Das klang vielversprechend.

Ghana-Unterrichten-Menschenrechte

Ich entschloss mich, drei Monate in einer Schule zu unterrichten und zwei Monate im Menschenrechtsprojekt zu arbeiten. Nachdem ich zahlreiche Impfungen bekommen habe, mein Visum organisiert und ich mich von allen Freunden und Verwandten verabschiedet hatte, ging es auch schon los.

In Accra, der Hauptstadt Ghanas, wurde ich von drückender Hitze und einem Mitarbeiter von Projects Abroad empfangen. Er hat mich pünktlich vom Flughafen abgeholt und mich meiner Gastmutter vorgestellt.

Ghana-Unterrichten-Menschenrechte

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich zu meiner Schule, der UCC, gebracht und dem Schulleiter vorgestellt. In Ghana sind die meisten Schulen kostenpflichtig, und selbst wenn für die eigentliche Schulbildung keine Gebühr erhoben wird, müssen die Familien für das Essen und die Schuluniform aufkommen. Auch die Examen am Ende jedes Quartals kosten Geld. Weil viele Kinder bzw. ihre Eltern sich das nicht leisten können, hat der Schulleiter diese Schule gegründet, für die nichts bezahlt werden muss, so dass die Kinder kostenlose Schuluniformen, Mittagessen und Bildung erhalten. Einst unter einem Mangobaum mit fünf Schülern gestartet, ist das Projekt mittlerweile zu einer Schule mit ungefähr 100 Schülern gewachsen. Finanziert wird es nur durch Spenden, da der Schulleiter selbst aus ärmlichen Verhältnissen kommt und es keine staatlichen Zuschüsse gibt.

Ghana-Unterrichten-Menschenrechte

Meine Aufgabe war es, einzelne Schüler aus der Nursery zu schulen und ihnen Mathe und Englisch beizubringen. Das Unterrichten war oft nicht einfach, da die Kinder zwischen drei und fünf Jahren alt waren und ihr englischer Wortschatz entsprechend gering war. Selbst spielerisches Lernen hat erst nach einiger Zeit funktioniert, weil es eine neue Situation für die Kinder war, die sonst nur frontalen Unterricht nach dem Schema “listen and repeat“ kannten. Die Struktur der Schule war ebenfalls ganz anders als wir das kennen: Es kam vor, dass Kinder herum gelaufen sind, Lehrer nicht zum Unterricht gekommen sind – ohne, dass jemand anderes sich um die Kinder kümmert.

Ghana-Unterrichten-Menschenrechte

In den drei Monaten sind mir die Kinder unglaublich ans Herz gewachsen, auch wenn es schwierig war, allen gerecht zu werden, bei der Aufmerksamkeit, die man als Obruni, also Weiße, in Ghana überall bekommt. Obwohl mir der Abschied von den Kindern und Lehrern schwer fiel, freute ich mich auf die neue Aufgabe beim Menschenrechtsprojekt.

Ghana-Unterrichten-Menschenrechte

Dazu zählte vor allem das Vorbereiten und Durchführen von Präsentationen im größten Slum Accras, bei denen wir Menschen über ihre Rechte aufgeklärt haben. Die Themen und Zielgruppen waren dabei ganz unterschiedlich. Wir haben jede Woche eine Schule besucht und mit den Kindern vor allem über die Kinderrechte gesprochen, sind aber ebenfalls zu Erwachsenen gegangen, um zum Beispiel über die Rechte in der Untersuchungshaft oder häusliche Gewalt zu sprechen. Außerdem haben wir auch mit anderen Organisationen zusammengearbeitet und deren Mitarbeiter zum Thema Kinderheirat geschult, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Daraus entstand ein weiterer Workshop, in dem wir mit verschiedenen Gemeindevorstehern über das Problem der Kinderheirat in Ghana geredet haben, damit sie zur Verringerung der Kinderheirat in Ghana beitragen können. Durch die Arbeit im Menschenrechtsprojekt habe ich viele interessante Menschen kennen gelernt, und besonders bei der Entstehung eines neuen Projekts mitzuwirken, war spannend. Weiterhin hat mir bei meiner Arbeit in der NGO meine Erfahrung in der Schule sehr geholfen: Ernsthaftes Arbeiten hat in Ghana eine andere Bedeutung als in Deutschland. Ich hatte viele Pausen und manchmal auch nichts zu tun. Ich hatte eine gute Zeit für das Projekt erwischt, denn von Mitte Februar bis Mitte April waren keine Ferien und wir waren nur drei Freiwillige im Büro, so dass wir genug Arbeit hatten. Die Atmosphäre im Büro war entspannt, locker und meistens gut, besonders durch den Freiwilligen Koordinator, der immer ein offenes Ohr hatte und bemüht war, jedes Problem zu lösen.

In meiner Freizeit bin ich gemeinsam mit anderen Freiwilligen gereist. Ob nur fürs Wochenende nach Cape Coast in den Nationalpark, an den Strand nach Kokrobite zum Rice Master oder zwei Wochen durchs ganze Land. Es gibt so viel zu entdecken und in Tro Tros (eine Art Minibus) ist das Land auch billig zu bereisen. Meine Highlights waren auf jeden Fall der höchste Wasserfall Westafrikas (Wli) und Mole, Ghanas größter Nationalpark, in dem wir Antilopen, Wasserbüffel, viele Affen und sogar Elefanten aus nächster Nähe beobachten konnten.

Auch Accra hat vieles zu bieten. Ob Eis bei Pinocchio, Souvenirs shoppen auf dem Art Market, Sonnen am Strand oder das Nachtleben in den lokalen Bars und Clubs genießen, es gab immer etwas zu tun.

Von Projects Abroad wurden Tanz-, Trommel- und Kochstunden organisiert, sodass uns nie langweilig werden konnte. Bei den “Dirty Days“, die eine monatliche Gemeinschaftsaktion darstellen, sind wir sogar zurück zur UCC gegangen, um meiner alten Schule einen neuen Anstrich zu verpassen.

Ich hatte eine wunderbare Zeit mit einem schweren Abschied, denn ich wusste, dass ich das hektische Accra, das Projekt, meine Freunde und das unbeschwerte Leben in Ghana vermissen werde.

Manon Bisdorf

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