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"Madam, teach us!"

Kinder in Ghana

Englisch Unterrichten in Ghana von Samantha Laber

Ich glaube das erste Mal, dass ich richtig realisiert habe, "Du bist jetzt in Afrika" war, als ich nach meiner ersten Nacht im Büro von Projects Abroad in Accra mit dem Taxi nach Mamfe gefahren wurde, wo meine Gastfamilie wohnte. Obwohl es sehr früh am Morgen war, war auf den Straßen schon einiges los. Wir hatten die Stadt noch nicht verlassen, als das Taxi an einer Ausfahrt liegen blieb. Der Taxifahrer, anscheinend solche Ausfälle gewohnt, versuchte zunächst selbst, den Schaden zu beheben, musste dann aber doch Hilfe suchen. So blieb ich für eine halbe Stunde allein im Auto zurück und beobachtete, wie Ströme von schwarzen Menschen durch die Straßen gingen; bunt gekleidete Frauen, die ihre Babys auf dem Rücken gebunden hatten, Schulkinder in Uniformen, die manchmal viel zu klein oder groß waren, Männer und Frauen, die alles Mögliche auf dem Kopf balancierten, freilaufende Hühner, Ziegen, Schafe und Hunde und Trotros, die völlig überfüllt an mir vorbeifuhren.

Als ich in Mamfe angekommen war, verlief die Begrüßung durch meinen Gastvater sehr herzlich: Er nahm mich liebevoll in den Arm und sagte: "I have a new daughter". Ich fühlte mich sofort zu Hause und war sehr erleichtert und glücklich! Außer mir und den anderen Freiwilligen aus England und den USA lebten in meinem Haus noch über 20 Einheimische. Mit meinen Gastgeschwistern und den anderen Freiwilligen habe ich sehr schnell Freundschaft geschlossen und habe diese Begegnungen und den Austausch mit ihnen als sehr wertvoll empfunden.

Meine Schulklasse

Gleichzeitig war mein Gastvater der Gründer der Schule, in der ich für die nächsten Wochen sein sollte. An meinem ersten Schultag durfte ich durch die Klassen gehen und mir alles einmal ansehen, um mir dann eine Klasse auszusuchen, die ich gerne unterrichten würde. Als ich den Raum der 2. Klasse betrat, stürmten ein paar Kinder auf mich zu und riefen "Madam, teach us!" und ich stellte dann fest, dass kein Lehrer bei den Kindern war! Also rief ich die rund 20 Zweitklässler zusammen und packte ein englisches Buch aus, das ich mitgebracht hatte. Ich hatte also gleich meinen Platz gefunden - und gemeinsam mit dem eigentlichen Lehrer dieser Klasse unterrichtete ich diese für die nächsten paar Wochen.

Das Unterrichten war nicht immer einfach, die Kinder sind sehr musikalisch und lieben zu singen, zu tanzen und zu toben. Ihrer Aufmerksamkeit sicher war ich jedoch mit bunten Stiften, bunter Kreide und Spielen. Sehr schwierig war für mich, mit den enormen Wissens-Unterschieden in meiner Klasse umzugehen. So konnten einige schon fließend lesen und schreiben, andere gar nicht! Auch wenn es anfing zu regnen, prasselte der Regen auf die Wellblechdächer, sodass ein unheimlicher Lärm entstand - und bald darauf das Wasser über den Boden lief. Anfangs noch ein Abenteuer, hatte ich mich später schon daran gewohnt, bei Regen eine kurze Pause einzulegen.

Ich am Strand mit Kindern

Meine afrikanischen Mitbewohner und vor allem viele meiner Kinder in der Schule hatten große Freude daran, mich auf "Twi", ihrem lokalen Dialekt, anzusprechen und auf eine Antwort zu warten. Zu Anfang war ich damit noch völlig überfordert und glücklich, wenn ich sie überhaupt auf Englisch richtig verstand. Dennoch verdanke ich es ihrer Geduld und Beharrlichkeit, dass ich mir am Ende meiner Reise einen kleinen Grundwortschatz in Twi angeeignet hatte. Auch die zu Anfang noch so fremdartigen Gesten und Floskeln der ghanaischen Kultur waren mir am Ende vertraut wie die eigenen.

Die letzten Wochen verbrachte ich in einer kleinen Klinik, wo ich unter anderem Malariatests durchführte. Diese waren nur möglich, weil ein kanadischer Student den Laborbedarf gespendet hatte und mich im Testverfahren schulte. Später konnte ich meine neu gewonnenen Kenntnisse an die Krankenschwestern weitergeben, die nun in der Lage sind, die Prozesse selbstständig durchzuführen. Auch hier habe ich mich sehr wohl gefühlt und die Krankenschwestern sowie der "Chief" der Klinik waren sehr liebenswürdig zu mir. Immer mal wieder wurde man in den Arm genommen oder zum Essen eingeladen.

In meiner freien Zeit und den Wochenenden habe ich mit den anderen Freiwilligen das Land bereist oder bin mit meinem Gastbruder und dessen Freund in die umliegenden ärmeren Dörfer gefahren, um sie mit Kleidern, Reis und anderen Dingen zu versorgen.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass es faszinierend ist, mit welchem Optimismus und welcher Lebensfreude man Ghanaern im Alltag begegnet. Sie lieben farbenfrohe Kleidung und sind nicht umsonst als eines der gastfreundlichsten Länder Afrikas bekannt. Ich habe meinen Aufenthalt in diesem Land sehr genossen und habe großartige Persönlichkeiten kennen gelernt. Außerdem habe ich gelernt, wie man mit den Händen Wäsche wäscht, und dass man auch ohne fließendes Wasser und mit häufigen Stromausfällen leben kann. Ich hoffe, dass ich eines Tages wieder dort hin zurückkehren kann.

Samantha Laber

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