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Schulabschluss - und was dann?

Das bin ich

Unterrichten in Marokko von Angelika Mühlhoff

Das war die Frage, die mich in meiner Abiturszeit am meisten bewegte. Die Suche nach der Antwort schickte mich dann nach Marokko. Ab dem 4. Juli hieß es dann für mich: „Von nun an lebst Du in einem der buntesten und verwinkeltsten Viertel, das Rabat zu bieten hat - in der Medina.“ Dort lebten eigentlich alle Freiwilligen. In den ersten Tagen kam es mir immer wieder wie ein Wunder vor, dass ich mich in den unzähligen kleinen Gassen nicht hoffnungslos verlaufen habe. Denn die Medina, das ist eigentlich eine Art „Stadt in der Stadt“. Umgeben von einer dicken Mauer drängen sich die Häuser hier aneinander, als wäre es der einzige bewohnbare Fleck weit und breit. Wenn es mit der Orientierung schwierig wurde, dann fragte man einfach einen netten marokkanischen Händler, die es dort zu hunderten gibt, wo es denn jetzt weitergeht.

Ich wohnte zusammen mit einer weiteren Freiwilligen bei einem Ehepaar mit 2 gleichaltrigen Töchtern. Besondern meine Gastmutter war offen und liebevoll. Das marokkanische Essen, das sie uns täglich zubereitete, war sehr lecker, aber stand in keinem Vergleich zu dem, was ich gegen Ende meines Aufenthaltes aufgetischt bekam, als der Ramadan begonnen hatte. Während des Ramadan wurde den ganzen Tag über nichts gegessen oder getrunken. Dafür war das F’tur - das traditionelle Abendessen - dann so üppig (und kalorienreich), dass die Hosen rasch enger wurden.

Blick aufs Meer

Von Montag bis Donnerstag ging ich jeden Tag zum Arbeiten in das „Takkadoum Centre“, in welchem morgens mit behinderten Jugendlichen gearbeitet und nachmittags verschiedene Sprachen unterrichtet wurden. Meine Aufgabe bestand darin, 3 verschiedenen Klassen Englisch beizubringen. Züsätzlich gab ich Erwachsenen Sprachkurse. Im Gegensatz zu den Jüngeren WUSSTEN diese, warum sie sich das Lernen einer anderen Sprache antaten. Diese Erwachsenen haben sich für fast alles interessiert. Hatte man ein Diskussionsthema auf Lager, so wurde auch darüber gesprochen, egal, ob es sich um zeitnahe Geschehnisse - wie etwa die Wahl in Deutschland - oder auch geschichtliche Ereignisse - Mondlandung - handelte. Des Öfteren habe ich ihnen etwas über Deutschland erzählt und daraus entspann sich dann eine angeregte Diskussion.

Jeden Dienstagabend trafen sich alle Freiwilligen beim „Get-Together“, wo man einander schnell kennen lernte. Asmaa - eine der Mitarbeiterinnen von Projects Abroad - machte diese Abende durch ihre offene und herzliche Art immer wieder zu etwas Besonderem. Obwohl die Freiwilligen aus den verschiedensten Ländern kamen und sich fast nur auf Englisch verständigen konnten, sorgte Asmaa dafür, dass JEDE(R) „Neue“ spätestens dienstags Anschluss an die „alten Hasen“ fand. Diese Treffen mündeten oft in Ausflugsplänen für das kommende Wochenende. In Gruppen der unterschiedlichsten Nationalitäten eroberten wir uns Woche für Woche neue Fleckchen in Rabat und interessante Städte im ganzen Land: Casablanca mit ihrem berühmten „Rick’s Café“, El-Jadida, welches für zahlreiche Filme eine berauschende Kulisse bot, die Königsstädte Fès, Meknès und Marrakesch und und und.

Leckeres Essen

Jeder, der nach Marokko fahren möchte, sollte sich darauf gefasst machen, dass ihm folgende Geschichte durchaus passieren könnte: Wenige Tage vor meinem Rückflug nach Deutschland traf meine Mutter in Marokko ein. Ich holte sie am kleinen Flughafen Rabat/Salé ab. Man befand sich mitten im Ramadan und es war kurz vor 19 Uhr, also kurz vor dem Fastenbrechen. Als der Muezzin das F’tur ankündigte, stand ich wartend und mit knurrendem Magen in der Flughafenhalle. An einem Tisch in der Nähe ließ sich die Flughafenpolizei mit allen Köstlichkeiten dieses Fastenmonats nieder: Suppe, Datteln, Eier, Orangensaft, Süßspeisen… Irgendwie müssen die Herren und Damen meinen etwas sehnsüchtigen Blick bemerkt haben, denn sie kamen auf mich zu und drängten mich, mich zu ihnen zu setzen. Vor mir türmte sich eine große Portion Abendessen. Ich gehörte dazu: Gemeinsam aßen und tranken wir, erzählten und machten Späße.

Angelika Mühlhoff

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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