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"Pancakes in Patan"

Meine Schulkinder und ich

Unterrichten in Nepal von Julia Trojer (Innsbruck/Österreich)

"Namaste! Mero naam Julia ho! Timro naam ke ho?". Erwartungsvoll blickte ich in die großen dunklen Augen der Kinder - ob sie mit meinem Versuch Nepali zu sprechen wohl etwas anfangen können? Doch schon im nächsten Moment begannen sie zu lachen und zu jubeln: "Welcome Madam!", ertönte es von allen Seiten. Gleich darauf wurde ich mit Fragen über meine Herkunft und meine Reise bombardiert.
Von da an genoss ich jede einzelne Unterrichtsstunde mit den entzückenden Kindern. Zum ersten Mal durfte ich in meinem Berufsleben erfahren, wie es ist, eine Klasse zu unterrichten, in der die Schüler auch wirklich lernen wollen.

Im Unterricht

Der Unterricht begann täglich um 10 Uhr und endete gegen 16 Uhr. Dazwischen gab es eine längere Mittagspause in der es einfache nepalesische Kost zu essen gab. Die dortigen Lehrer haben mich sehr herzlich aufgenommen, boten mir immer sofort ihre Hilfe an und bemühten sich, mir ihre Kultur näher zu bringen. Da das Geld in Nepals Schulen besonders knapp ist, gibt es kaum Unterrichtsmittel. Gerade für Schüler mit Lernschwierigkeiten wären alternative Materialien eine sehr sinnvolle Ergänzung. Der Direktor der Schule unterstützte mich bei meiner Arbeit als Sonderschullehrerin und gab mir zusätzlich die Möglichkeit, mit Kleingruppen zu arbeiten. Das war sowohl für mich wie auch für die Kinder eine gänzlich neue Erfahrung. Ich war erstaunt über das gute "Miteinander" und die Harmonie in der Schule, selten kam es zu Streitigkeiten.

Mit drei anderen Freiwilligen lebte ich bei einer Gastfamilie in Patan, ungefähr 30 Minuten mit dem Taxi von Kathmandu entfernt. Surage, unser Koch, verwöhnte uns täglich mit "Daal Bhat", einem traditionellen Linsengericht. An manchen Tagen gab es morgens sogar Pancakes. Von unserem Zimmer aus hatten wir, bei klarem Wetter, einen traumhaften Blick auf die Berge. Morgens klang exotische Hindi-Musik durch die Fenster. Oft hatte ich das Gefühl, alles wäre einfach ein wunderbarer Traum. Auf dem Weg zur Schule kamen wir an einem hinduistischen Tempel vorbei, in dem viel gefeiert wurde. Wir unternahmen tolle Wanderungen in der Umgebung, erlebten ein Elefantenbad in Chitwan oder genossen eine Bootsfahrt in Pokhara. Der Höhepunkt war der Trip zum "Everest Base Camp".

Im Klassenzimmer

Auf den Straßen in Patan konnte man allerlei kaufen, Kühe kreuzten unsere Wege und manchmal versuchten Kinder ihr Glück beim Betteln. Leider wurde mir schnell bewusst, wie arm viele Menschen in Nepal sind. Sie leben in kleinen Zimmern, oft ohne Strom. Zudem gibt es in vielen Häusern kein fließendes Leitungswasser, so dass die Menschen gezwungen sind, Regenwasser zu sammeln. Da die wenigsten genügend Geld haben, um all ihre Kinder in die Schule zu schicken, erhalten oft nur die Söhne Zugang zu Bildung, während die Töchter bis zu ihrer Hochzeit den Müttern im Haushalt helfen müssen.

Manchmal wurde ich sogar von nepalesischen Familien zum Essen eingeladen. Obwohl meine Gastgeber nur Geld für das Allernötigste hatten, wurde ich mit "Momos", kleinen gefüllten Teigtaschen mit Fleisch bzw. Gemüse, oder mit "Daal Bhat" verwöhnt. Ich zeigte mich dankbar, in dem ich unter anderem ein paar Worte in Nepali sprach, worüber sich gerade die älteren Leute riesig freuten.

Mein Aufenthalt in Nepal wird immer einen besonderen Stellenwert in meinem Leben haben. Ich konnte so viel Neues lernen und erkannte, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind. Auch für meine Tätigkeit als Lehrerin habe ich viel mitgenommen. Nun wünsche ich mir, bald wieder in dieses fantastische Land zurückzukehren!

Julia Trojer

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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