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Einen weiteren Blick auf die Welt

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Unterrichten in Peru von Miriam Schilling

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Ich habe nach meinem Abitur 3,5 Monate in Peru verbracht, um so die Zeit zum Studium zu überbrücken und eine ganz neue, mir unbekannte Welt kennenzulernen. Mein erster Eindruck vom Land war einfach nur toll: Ich war so beeindruckt von den wunderschönen Berglandschaften, den bunten Kleidern der Menschen und lautstarken Verkaufsgesprächen auf dem Markt, dass ich meine ersten Stunden in Peru damit verbrachte, durch meinen Wohnort Urubamba zu schlendern und all das auf mich wirken zu lassen.

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Meine Gastfamilie in Urubamba war sehr freundlich und herzlich. Schon als mich meine Gastmama zum ersten Mal umarmte, hatte ich das Gefühl, bei ihnen wirklich willkommen zu sein. Die drei Kinder der Familie waren schon im Studium bzw. in der Vorbereitung darauf, sodass sie nur am Wochenende zuhause waren. Mit mir lebte aber die meiste Zeit noch eine andere Freiwillige in der Familie, sodass ich mich dort nie einsam fühlte. Auch meine Gasteltern, María Jesús und Arcadio, waren immer sehr bemüht darum, dass es uns gut ging und wir uns wohl fühlten. Dass ich mir schon vor der Reise Spanisch beigebracht hatte, hat mir sehr geholfen – so konnte ich mich nicht nur mit den Kindern in der Schule verständigen, denen ich Englisch beibringen sollte, sondern auch Gespräche mit meinen Gasteltern führen, die über „Willst du Marmelade?“ und „Pass auf deine Kamera auf!“ hinausgingen.

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Mein Projekt war an einem „Colegio“, einer weiterführenden Schule. Dort arbeitete ich mit der einzigen Englischlehrerin der Schule zusammen, die Schüler von 10 bis 17 Jahren unterrichtete. Ich hatte mir vorher viele Gedanken darüber gemacht, was ich wohl mit den Schülern machen könnte, hatte Ideen gesammelt und viele Materialien dabei. Das alles in die Tat umzusetzen und den Englischunterricht wirklich zu beeinflussen, stellte sich aber als nicht ganz so einfach heraus. Für die Englischlehrerin waren meine Ideen sehr neu; außerdem kam uns oft der Lehrerstreik dazwischen, wegen dem viel Unterricht ausfiel – was das Fortschreiten im Stoff bei nur zwei Wochenstunden pro Klasse noch schwieriger machte.

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Nachmittags nahm ich an einem weiteren Projekt teil. Ursprünglich als Ersatz für die wegen des Streiks ausfallenden Stunden unterrichteten wir auch an einem „Instituto“. Dort werden junge Leute nach dem Abschluss der weiterführenden Schule ausgebildet, um später als Krankenpfleger, im mechanischen Bereich oder im Tourismus zu arbeiten. Eine andere Freiwillige und ich hatten die Tourismusklasse. Unsere Schüler wussten, dass sie Englisch später einmal brauchen würden und waren dementsprechend auch sehr motiviert. Die Unterrichtsvorbereitung hat sehr viel Spaß gemacht – wir waren ganz auf uns allein gestellt und konnten selbst entscheiden, was wir machen wollten.

Nachdem wir nach ein paar Stunden feststellten, dass Vokabellernen und Grammatikübungen nicht den gewünschten Erfolg erzielten, entschieden wir uns dafür, eher „praxisbetonten Unterricht“ zu machen. Und das war nicht nur für uns in der Vorbereitung und Durchführung lustig, sondern auch für unsere Schüler. Einmal haben wir zum Beispiel Obst gekauft und mitgebracht, um so Marktszenen zu üben; ein anderes Mal haben wir Wegbeschreibungen gemacht; auch ein Pantomimespiel zum Üben von Tiernamen und das Uhrzeitenlernen hat viel Spaß gemacht. Obwohl wir als Lehrerinnen nicht viel älter waren als unsere Schüler (mit 19 war ich oft sogar jünger), nahmen sie uns ernst und ließen sich von uns auch „etwas sagen“. Das hörte aber mit dem Verlassen des Klassenraums auf – dann waren wir nur noch Freunde, die sich über Musik, alle möglichen Länder und das Leben selbst unterhielten.

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Mit den anderen Freiwilligen im „Valle Sagrado“ hatte ich viel Kontakt. Nach der Arbeit trafen wir uns oft im Café, um unsere Erfahrungen auszutauschen und uns zu unterhalten. Auch die Wochenenden haben wir zusammen verbracht – in Cusco, das etwa eine Stunde von Urubamba entfernt ist, oft aber auch in anderen Städten und Teilen Perus: Vom Andenhochland über die Wüstenlandschaften bei Ica bis hin zum Titicacasee – landschaftlich bietet das Land eine große Vielfalt, die wir natürlich gespannt erkundeten.

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Mein Aufenthalt in Peru war einfach toll. Es gab natürlich Dinge, die ich dort vermisst habe und an Deutschland mag – genauso oft (vielleicht sogar öfter) habe ich aber auch gedacht: „Das ist ja hier in Peru viel besser als zuhause.“ Die Busse, die überall und für jeden anhalten; die Kinder in der Schule, die jeden Schultag mit einem Lächeln beginnen und deren Fröhlichkeit sich auch mit Grammatikübungen nicht vertreiben lässt; die Religiosität und der Glaube der Menschen, der auch im Alltag immer sichtbar ist; die sehr starke Identifikation mit dem Land und der eigenen Kultur...

Solche Erfahrungen und andere Momente haben mir persönlich viel gegeben – man könnte schon sagen, dass ich jetzt einen etwas anderen, weiteren, Blick auf die Welt habe als vorher. Allen, die die Möglichkeit haben, ein ähnliches Abenteuer zu wagen und eine andere Welt kennenzulernen, kann ich nur raten: Tut es! Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen!

Miriam Schilling

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