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Teruan saranai – May the triple gem bless you

Sri Lanka Sozialarbeit Mönch

Sozialarbeit und Unterrichten in Sri Lanka von Lisa Brunckhorst

Sri Lanka Sozialarbeit Tempel

Zwei Monate in Sri Lanka: die perfekte Gelegenheit, etwas völlig Neues auszuprobieren! In einer anderen Kultur leben, ein fremdes Land kennen lernen, Mönche in einem buddhistischen Tempel unterrichten – und nebenbei noch das eigene Englisch aufbessern! Meine Freundin Melanie und ich landeten in Kandy, bei den wohl liebsten Gasteltern der Welt, Ariya und Joe. Vom ersten Moment an fühlten wir uns bei ihnen wohl, und sie schafften es schnell, dass wir uns in ihrem Haus zuhause fühlten, bei Ariya, die immer wunderbaren Reis und Curry für uns kochte, und Joe, der uns mit seiner herzlichen Art immer zum Lachen brachte!

Sri Lanka Sozialarbeit Gastfamilie

Und jetzt sind wir beide schon wieder daheim, und mit unseren Herzen irgendwie doch noch immer in Kandy bei Ariya und Joe, und bei unseren Mönchen. Die Mönche sind uns in dieser gemeinsamen Zeit sehr ans Herz gewachsen – sie zeigten uns, wie glücklich man sein kann, auch wenn man nicht viele materielle Güter besitzt. Wir teilten die Klasse in eine Jüngere und eine Ältere und begannen zu unterrichten, was wir für wichtig hielten und um was uns die Mönche baten. Unsere „little monks“ lernten Grundlagen wie die Uhr und viele Vokabeln. Mit den „big monks“ übten wir Grammatik und Aussprache. Und wenn die Mönche mit ihrem Englisch und wir mit dem Singhalesischen nicht mehr weiter wussten, dann verständigten wir uns mit Händen und Füßen – und sehr viel Spaß!

Sri Lanka Sozialarbeit Unterrichten

Sehr bald fanden unsere Schüler ihre Freude daran, uns ein paar Wörter ihrer Sprache beizubringen und waren mit der Aussprache sehr geduldig. So wurden unsere Englisch-Stunden immer wieder unterbrochen von unseren Versuchen, irgendwelche Sätze auf Singhalesisch zu sagen, die wir selbst nur teilweise verstanden. Und schon bald konnten wir einfache Fragen stellen und beantworten und die Mönche auf Singhalesisch auffordern, die Einträge abzuschreiben: Liyanawa!

Sri Lanka Sozialarbeit Freiwillige

Jeden Morgen, wenn wir barfuß den Tempel betraten, kehrten die Mönche noch das „Klassenzimmer“, das ein offener Raum war, an dem sich an den entgegengesetzten Seiten zwei Tafeln befanden. Sobald sie uns wahrnahmen, liefen sie los und holten alle anderen, und wir konnten zwischen ihren Rufen „Melanie teacher“ und „Lisa teacher“ aufschnappen. Und schon saßen sie alle mit gespannten Augen vor uns auf ihren Holzstühlen und freuten sich über jede Englisch-Stunde, jedes kopierte Blatt, das sie behalten durften, und über jedes neue Wort, das sie lernten.

Sri Lanka Sozialarbeit Perahera

Jeden Tag, wenn wir die Vormittagsstunde beendeten, fragten sie hoffnungsvoll, ob wir am Nachmittag wiederkämen. Und das taten wir dann auch. Manchmal kamen noch Mädchen und Jungen aus den umliegenden Dörfern, mit denen wir ein paar extra Stunden hatten, manchmal brachten wir ihnen ein paar Computergrundlagen bei und an wieder anderen Tagen machten wir mit den Englischthemen vom Vormittag weiter.

Sri Lanka Sozialarbeit Elefanten

An zwei Abenden in der Woche unterrichteten wir eine Klasse in einem Tempel, der auf dem gleichen Berg liegt wie unser Haus. Es kamen Kinder und Eltern. Wir bemühten uns, freies Reden zu üben, und stellten die Grammatik ein bisschen hinten an, um sie davon zu überzeugen, dass Englisch Spaß machen kann. Obwohl man normalerweise nicht mit den Mönchen essen darf, hatten wir einmal die Ehre, zum Mittagessen in den Tempel eingeladen zu werden. Es wurde für uns gebetet und gesungen.

Die Zeit verflog, jede freie Minute verbrachten wir im wunderschönen Kandy, und hatten sogar die Möglichkeit, das „Perahera“, ein sehr großes buddhistisches Fest, mitzuerleben. Den ganzen Abend bewunderten wir die Trommler, Tänzer und die wunderschön beschmückten Elefanten, die zwei Wochen lang jeden Abend in einer Parade durch Kandy zogen. Ganz Kandy war während dieser Zeit in Aufregung, alles war bunt geschmückt, und die Menschen besetzten teilweise schon früh morgens einen Platz auf den Gehwegen, um am Abend den besten Blick auf das Spektakel zu haben. Wir erlebten auch eine Puja-Zeremonie im Tempel des heiligen Zahns mit, bei der Gläubige Gaben mitbrachten, und für eine kurze Zeit der Schrein geöffnet wurde, in dem dann eine geschlossene Schatulle zu bewundern war, in dem ein Zahn Buddhas liegen soll.

In Ariya und Joes Haus lebten immer mehrere Freiwillige, mit denen wir wunderbare Nachmittage verbrachten und abends gemeinsam Tee tranken. Ariya zeigte uns, wie wir die Lebenslinie auf den Händen lesen können und beantwortete liebend gerne Fragen über den Buddhismus, während Joe immer zur Stelle war, wenn wir handwerkliche Hilfe benötigten.

An den Wochenenden versuchten wir so viel wie möglich vom Land zu sehen und begaben uns in abenteuerliche Busse und überfüllte Züge zu den schönsten Orten in Sri Lanka – und schon war unser letzter Tag im Tempel gekommen. Die Mönche hatten uns Bilder gemalt und englische Texte geschrieben, es wurden Fotos gemacht und dann hieß es ein letztes Mal: „Teruan saranai“ oder „May the triple gem bless you“, ein Segen, mit dem sie uns nach jeder Englischstunde verabschiedeten. Mit Tränen in den Augen bedankten wir uns für alles und besonders dafür, dass sie uns gezeigt hatten, wie einfach glücklich sein ist. Und als wir uns dann nochmal umdrehten, standen unsere Mönche alle draußen und winkten uns, bis wir um die Kurve verschwanden.

Der Abschied von unseren Gasteltern war ebenfalls sehr traurig. Sie versicherten uns, wir seien wie ihre eigenen Töchter und könnten immer wieder zu ihnen zurück kommen, es sei bestimmt kein Abschied für immer. Auch mit den anderen Freiwilligen wollten wir in Kontakt bleiben und uns so schnell wie möglich gegenseitig besuchen.

Wir haben so viel erlebt in diesen zwei Monaten, dass man es gar nicht in Worte fassen kann, und denken noch jeden Tag an unsere Mönche, unsere Gasteltern und an Sri Lanka, unser zweites Zuhause.

Danke – Istuti!

Lisa Brunckhorst

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