Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

"Good morning teacher"

Thailand, Englisch

Englisch Unterrichten in Thailand von Sarah Huber (Schweiz)

"Good morning teacher" - ich stand irgendwo nördlich von Bangkok in Bang Khan in einer Tempelschule vor 46 Schülern, welche mich stehend begrüßten und neugierig musterten. "Good morning students, how are you today?" Mit ratlosen Blicken starrten mich die Schüler an. "Well, you can sit down." Das verstanden sie und setzten sich auf ihre schmalen Holzbänke. Es war schwül und heiß und ich stellte mich möglichst unauffällig unter einen der beiden Ventilatoren im Schulzimmer. Das Zimmer war etwa halb so groß wie das, in welchem ich vorher in der Schweiz 23 Kinder unterrichtete. Kopiergeräte gab es keine, und Papier war auch nur beschränkt vorhanden. Schnell hatte es sich herum- gesprochen, dass an der Schule ein "Farang" (eine Fremde) unterrichtete, und immer wieder drängten sich während meines Unterrichts Kinder an Fenster und Türen und lauschten aufmerksam mit.

Eines Morgens, als ich den großen Platz vor der Schule überquerte und die auf dem Platz wartenden Schüler mich wie immer mit "sawatee kha" begrüßten, Fußball spielten, Reis aßen und plauderten, blieben auf einmal alle wie angewurzelt stehen. Ich getraute mich kaum zu atmen, so still war es geworden. Von weither hörte man aus einem Radio die Königshymne. Man erklärte mir später, dass jeden Morgen und Abend im ganzen Land die Hymne des Königs im Fernseher und Radio gespielt wird und die Leute dabei an den König denken. Das Ansehen des Königs unter der war beeindruckend, ich hörte kein schlechtes Wort über ihn. Da der König in der Schweiz studiert und die Königsmutter längere Zeit in der Schweiz gewohnt hat, haben die Thais ein hohes Bild von der Schweiz. Ihr Englisch mag noch so schlecht sein, den Satz "if I'm rich I'll go to Switzerland" kennen alle!

Thailand, Englisch

Dass die Englischkenntnisse der Schüler um einiges schlechter waren, als ich erwartet hatte, merkte ich am Nachmittag, als mich die Schüler wieder mit "good morning teacher" begrüßten. Ich war jedoch nicht erstaunt, als ich wenige Zeit später die Englischlehrer kennen lernte. Nur mit vereinzelten war es möglich, mich zu unterhalten. Andere schämten sich jedes Mal, wenn ich erfuhr, dass sie an der Schule Englisch unterrichteten. Mit der Zeit verloren sie jedoch die Hemmungen, und sprachliche Missverständnisse in Thai und Englisch gaben viel zu lachen. Auf Thailändisch kann ein Wort je nach Betonung bis zu fünf verschiedene Bedeutungen haben. Oft betonte ich ein Wort falsch und sagte damit das Gegenteil. Ich bereitete damit den Thais eine riesengroße Freude, und häufig gab es für mich einen Applaus. Ähnlich hatte eine Lehrerin, die zu mir zum Abschied stolz sagte "I'm so glad that you leave us.", das sad zum glad gemacht.

Thailand, Freiwillig, Kids

Schon nach der ersten Woche durfte ich einige Lehrer zum Dorfaerobic begleiten. Inmitten von Thais stand ich auf dem Dorfplatz, in einem rosaroten synthetischen T-Shirt, welches ich als Ehrenmitglied des Aerobicvereins geschenkt bekam, und hüpfte zu aktueller Hitparadenmusik herum. Die Blicke waren auf mich gerichtet und ich konnte mich nicht verstecken, da ich mit meinen 1.67 m größer war als die größten Thaifrauen. Auf jeden Fall besuchte ich von da an das Aerobic regelmäßig, lernte tolle Leute kennen und verließ Thailand mit sieben verschieden farbigen T-Shirts - für jeden Wochentag eins. Ich erlebte die Thais als sehr gastfreundlich. Sie luden mich zu Hochzeiten, Abendessen, Partys und Ausflügen ein, sie stellten mich Bekannten vor. Dennoch machten mir die kulturellen Unterschiede zu schaffen.

Thailand, Freiwillig, Lehrer

Der Unterschied zwischen Wort und Realität war groß. Nach außen musste alles stimmen, wie es wirklich war, war oft nebensächlich. Eines Tages teilte mir eine Lehrerin aufgeregt mit, dass diese Woche der Unterricht ausfalle. Alle Schüler brachten das Schulhaus auf Vordermann. Stühle wurden repariert, Blätter geordnet, und es wurde wie wild geputzt. Am nächsten Montag wusste ich, weshalb die ganze Aufregung. Die Regierung besuchte die Schule und bewertete sie. Ich war dann auch nicht mehr er- staunt, als ich während dieser Woche nur 24 Schüler im Unterricht hatte. Der Rest, oft schwierige Schüler, blieb zu Hause. Ich merkte, wie wichtig es war, mich der fremden Kultur anzupassen, Interesse zu zeigen, Thailand zu loben und viel zu lächeln! "Mai pen rai" (macht nichts, keine Sorge) hörte man überall, und ich stieß jedes Mal auf Begeisterung, wenn ich es auch benutzte.

Thailand, Freiwillig, Schueler

Für mich waren es drei interessante, tolle, aber auch anstrengende Monate in Thailand. Die Unterstützung und Betreuung durch Projects Abroad vor Ort war für mich sehr wichtig, und es war schön, sich mit anderen Volunteers auszutauschen, Wochenende und Abende mit ihnen zu verbringen. Noch heute liegen ab und zu Postkarten aus Thailand in meinem Briefkasten: if I'm rich I'll visit you in Switzerland. Ich würde mich darüber freuen!

Sarah Huber

Mehr zum Englisch Unterrichten in Thailand

Mehr zum Unterrichten

Mehr zu Thailand

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Naturschutz - Projekt im Ausland
Nach oben ▲