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Französisch lernen, Englisch unterrichten und einen Tischfussball basteln

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Unterrichten und Sprachkurs in Togo von Sebastian Draudt

Nach einem Jahr Auslandsstudium hatte ich plötzlich vier Monate Zeit bis Semesterbeginn und entschied mich wieder einmal für ein Projekt mit Projects Abroad. Nach einem Projekt in Kambodscha vor drei Jahren sollte es diesmal ein Projekt werden, das mich in Ausblick auf Studium und Job weiterbringen sollte. Ich entschied mich für drei Monate Unterrichten in Togo und einen Intensivkurs in Französisch. In keinster Weise der Sprache mächtig, machte ich mich also auf den Weg nach Westafrika. Dort angekommen konnte ich mich mit den Mitarbeitern von Projects Abroad erst einmal ohne Weiteres auf Englisch unterhalten.

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So beeindruckend und anders die ersten Eindrücke waren, so schnell gewöhnte ich mich auch an den Anblick von Hunderten von Motorrädern und überladenen LKWs die den 70er Jahren entsprungen sein könnten. In meiner Gastfamilie angekommen, wurde ich herzlichst von meiner Gastmama Antoinette und unseren Hausmädchen Veronique und Florence mit einer Flasche togolesischem Pils begrüßt. Da ich nach wie vor lediglich ein paar Worte im Wörterbuch nachgelesen hatte und noch viel weniger Französisch verstand, als ich sprechen konnte, fiel die erste Kontaktaufnahme meinerseits etwas karg aus. Jedoch hatte ich von Anfang die Unterstützung von den Mitarbeitern von Projects Abroad und meiner Schweizer Mitbewohnerin Louise, die ihr Schul-Englisch wieder für mich auspackte.

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Unsere Zimmer waren mehr als in Ordnung, und es war alles vorhanden von Toilette über Steckdose bis hin zum Ventilator. Trotz allem war die Wohnsituation „typisch afrikanisch“: Die Hausmädchen oder Mama kochten überwiegend im Freien auf Kohleherden. Ich half nicht nur einmal bei den Vorbereitungen und beim Kochen. Das Essen variierte zwischen togolesischem Essen und westlichem Essen, je nachdem wie wir es wollten, und wir bekamen oft Salat und Früchte. Ansonsten gab es natürlich viel Reis, Couscous und togolesische Gerichte wie Koliko (frittierte Yam Wurzel).

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Am meisten freute ich mich immer auf den Sonntag, da wir uns an diesem Tag die Zeit nahmen, das aufwendige Fufu herzustellen. Nicht selten half ich selbst bei der Herstellung, bei der die Yam Wurzeln gekocht und danach unter Zugaben von Wasser zu einem Brei gestampft werden müssen. Mit einer guten Sauce gibt es kaum etwas Besseres!

Ich brannte natürlich darauf, endlich Französisch zu lernen, und entschied mich, von Anfang an Unterrichten und Lernen simultan zu versuchen. Ich ging also morgens von 8 bis halb 12 Uhr zur Schule, um hauptsächlich Englisch zu unterrichten und bekam am Nachmittag Besuch meines Französisch-Lehrers Mr. Soussou. Fast täglich zweieinhalb Stunden Französisch-Unterricht hatten anfangs noch wenig Wirkung, jedoch sind Verbesserungen wenn man bei Null anfängt natürlich extrem schnell zu vermerken. Der Unterricht erstreckte sich von reinem Vokabeltraining über Grammatik und einfachen Unterhaltungen und Diskussionen zu Lese- und Aussprache-Übungen. Mein Lehrer war ein äußerst gebildeter Mann und fast fließend in Deutsch und Englisch. Aber generell war im Unterricht kaum eine andere Sprache erlaubt außer Französisch.

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Da ich in der Ferienzeit in Togo war, setzten sich meine Schüler aus Kindern zusammen, die sich freiwillig entschieden hatten, während der freien Zeit zur Schule zu gehen. Da wir lediglich zwei Freiwillige an der Schule waren, lief es anfangs darauf hinaus, dass wir jeweils um die 40 Schülerinnen und Schüler hatten. Später gesellte sich noch eine Französisch-Lehrerin dazu. Da ich schlichtweg nicht genug Französisch konnte, um jüngere Schüler zu unterrichten, bekam ich Schüler zwischen 12 und 15 Jahren. Von den anfangs 40 Schülern bildete sich über die Zeit eine Gruppe von rund 15 Schülern, die ich während zwei Monaten täglich unterrichtete.

Die einzige Vorgabe für meinen Unterricht war ein Lehrbuch, das allerdings nach etwa zwei Wochen kein neues Material mehr bot. So fing ich an, kreativer zu werden, was toll und gleichzeitig eine große Herausforderung war. Ich war jeden Wochentag rund um die Uhr beschäftigt mit Unterrichten, Französisch lernen und Unterricht vorbereiten, und fügte dem Ganzen dann noch ein persönliches Projekt hinzu.

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Einer meiner Schüler fragte mich nämlich, ob ich wüsste, was „Babyfoot“ ist und malte es an die Tafel. Es war ein Tischfußball, und ich entschied mich, mit einigen meiner Schüler in Angriff zu nehmen, einen solchen während meiner Zeit in Togo zu bauen. Den Plan entwarf ich selbst und finanzierte das Projekt mit Hilfe von weiteren Freiwilligen. Es war ein aufwendiges, aber unglaublich lohnendes Projekt, das die Freundschaften zwischen mir und den Schülern noch weiter förderte! Generell unterrichtete ich keineswegs mit einer heroischen Strenge, sondern fungierte eher als ein an die Vernunft appellierender Freund. Ich versuchte die Dinge mit ihnen zu üben, die sonst in ihrem Unterricht außer Acht gelassen wurden, wie Ausspräche und flüssiges Sprechen.

Die Freundschaften mit meinen Schülern gingen weit über die Schule hinaus, und ich schenkte einigen Bücher und Wörterbücher, lud meinen besten Schüler zum Essen ein und kaufte ihm ein paar Dinge, woraufhin seine Familie mich zum Fufu Essen einlud – eines der schönsten Erlebnisse meiner Zeit in Togo! Einen anderen Schüler unterstütze ich, indem ich seine Schulgebühren für die letzten zwei Jahre übernahm, um ihn auf eine bessere Schule zu schicken.

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Während den drei Monaten entstanden unzählige Freundschaften mit sehr interessanten Menschen aus der ganzen Welt. Die Freiwilligen haben meist ähnliche Interessen und einen ähnlichen Abenteuergeist. So traf ich immer wieder Menschen, die mich inspirierten und mir wichtige Lektionen fürs Leben aufzeigten. Die wöchentlichen Aktivitäten von Projects Abroad, wie gemeinsames Kochen, Musik machen etc. und unter den Freiwilligen selbstorganisierte Treffen in Bars oder Restaurants schufen eine große Gemeinschaft unter den Freiwilligen.

Nach drei Monaten konnte ich mich gut auf Französisch unterhalten, zwischen Englisch, Deutsch und Französisch übersetzen und fast alles verstehen. Ich hatte eine zweite Familie, war durch den Süden Togos und ganz Ghana gereist und hatte eines der größten Abenteuer meines Lebens hinter mir, das mich in Menschen- und Lebenserfahrung als auch geistigem Wissen um Jahre weitergebracht hat.

Sebastian Draudt

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