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Mexiko: Tapatío durch und durch

Freiwilliger bei einem Ausflug zur Maya-Ruine Teotihuacan

Wirtschaft in Mexiko von Paul Wiehager

Nach meinem ersten Aufenthalt mit Projects Abroad in Costa Rica flog ich direkt von San Jose über Mexiko Stadt nach Guadalajara, wo mein zweites Projekt auf mich wartete. Früh stand für mich fest, dass meine zweite Destination Mexiko werden sollte. Was ich über die mexikanische Kultur, die Menschen und die Natur gehört hatte, hat mein Interesse geweckt und es hat mich gereizt, dieses Land mit all seinen Facetten kennen zu lernen.

Im touristischen Zentrum Guadalajaras

Spät abends in Guadalajara angekommen, wurde ich direkt von der wohl herzlichsten Person ganz Mexikos empfangen: Meiner „Gastoma"! Während meines gesamten Aufenthalts haben wir uns sehr gut verstanden und sie hat alles Menschenmögliche getan, um für mein Wohlergehen zu sorgen. Anfangs überraschte mich der gravierende Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht. Während es tagsüber sehr heiß war, waren es nachts teilweise 7 Grad. Dies ist aber typisch für den Jahresanfang dort. Ab März wurde es dann auch nachts deutlich wärmer und ab April hielt man es in der Sonne kaum noch aus.

Mittagsessen mit anderen Freiwilligen

Zwei Tage nach meiner Ankunft startete dann mein Projekt bei einer lokalen NGO, die Migranten sowie Flüchtlinge aus Lateinamerika auf ihrem Weg in die USA oder bei ihrem Verbleib in Mexiko unterstützt. Bereits am ersten Tag bemerkte ich, dass dort eine besondere Atmosphäre herrschte. Jeder, der dort tätig ist, ist selbst Freiwilliger. Die meisten leisten dort ihren sozialen Dienst ab, der in Mexiko obligatorisch von den Universitäten gefordert wird. So arbeitete ich mit jungen Leuten meines Alters zusammen. Dies war einerseits für mich als Freiwilliger aus dem Ausland, aber auch für die Migranten sehr angenehm bei der Eingewöhnung. Dadurch, dass jeder freiwillig dort war und kein Leistungsdruck bestand, herrschte eine sehr lockere Stimmung und alle kamen sehr gut mit einander aus. Direkt an meinem ersten Tag machte ich Bekanntschaften, die bis heute Bestand haben. Ab und an konnte es aber auch ziemlich ruhig werden. Gerade die politischen Veränderungen in den USA führten dazu, dass sich im Vergleich zum Vorjahr wesentlich weniger Migranten auf den Weg Richtung Norden begaben. So kam es zu enormen Schwankungen in den Zahlen der zu betreuenden Migranten. Auch wenn es manchmal weniger zu tun gab, konnte ich mich dann direkt mit den Menschen beschäftigen, zum Beispiel mit Kartenspielen oder dem Zuhören von ihren Fluchtgeschichten.

Ausflug zu einem Fußballspiel im Estadio Jalisco

Sehr gut haben mir in der NGO die Organisation innerhalb der Einrichtung sowie das Engagement und die Gründlichkeit gefallen. Jeder der Freiwilligen steht absolut hinter diesem Projekt und ist gewillt den Menschen zu helfen. Das spürt man nicht nur an ihrer Sozialkompetenz, sondern auch an der Gründlichkeit mit der dort gearbeitet wird. Sei es die Küche, die Kleidervergabe oder die Herberge. Überall herrschte eine beeindruckende Ordnung. In der Einrichtung selbst gibt es viele verschiedene Areale in denen gearbeitet wird. Sei es die Tür, an der die Neuankömmlinge auf gefährliche Gegenstände kontrolliert werden, über die „Roperia", in der Migranten ihr Anrecht auf neue Kleidung in Anspruch nehmen, bis hin zu den Anrufen, da jeder einen Anruf zu seinen Angehörigen tätigen darf.

Durch die vielen verschiedenen Arbeitsbereiche wird die Arbeit um einiges vielseitiger. Es kann also sein, dass man an sechs aufeinanderfolgenden Tagen in sechs verschiedenen Bereichen arbeitet. In einigen Bereichen war es natürlich wesentlich spannender als in anderen. Trotzdem wird die Arbeit vor Ort durch dieses System deutlich vielseitiger. Zu meinen Arbeitszeiten bleibt zu sagen, dass ich 6 Tage die Woche gearbeitet habe, also etwas anders als die Freiwilligen in anderen Projekten, die am Wochenende frei hatten. Deswegen konnte ich seltener an Ausflügen mit anderen Projects Abroad Freiwilligen teilnehmen. Ohne mich über meiner Arbeitszeiten beschweren zu wollen, habe ich weniger von Mexiko sehen können, als Freiwillige anderer Projekte.

Ausflug zum Strand an der Pazifikküste

Jedoch hatte ich, wie auch schon in Costa Rica, 2 Wochen Urlaub von Projects Abroad aus bekommen. Diese legte ich auf die ersten beiden Aprilwochen, in denen ich etwas mehr von Mexiko kennen lernte. Unter anderem reiste ich nach La Huasteca Potosina. Ein wirklich beeindruckendes Gebiet mit zahlreichen Wasserfällen und Flüssen, die so blau waren, dass ich meinen Augen kaum traute. Das allerschönste war, dass man in all diesen auch schwimmen konnte.

Unterm Strich kann ich sagen, dass Guadalajara die perfekte Stadt für solch einen Aufenthalt ist. Es gibt sehr viele junge Menschen, viele Parks, Bars und Restaurant und unglaublich viel zu erleben. Die Menschen dort (Tapatíos) sind sehr warmherzig und offen. Mit der richtigen Einstellung kann man dort schnell Kontakte knüpfen und gute Freunde finden. Man sollte sich nicht dem Land vorauseilenden Ruf anpassen und so leben, als wäre man permanent in Gefahr – mit dem nötigen „Großstadtrespekt" und Vorsicht ist das Leben in der Stadt trotzdem schön.

Paul Wiehager

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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