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Journalismus-Praktikum in Samoa – wie ein Traum wahr wurde!

Journalismus auf Samoa von Sandra Nauth

Journalismus auf Samoa, Projects Abroad

Wie kommt man als Mittvierzigerin auf die Idee, einfach so für einen Freiwilligendienst in die Südsee zu gehen? Das ist eine gute und durchaus berechtigte Frage! Vielleicht ist eine Antwort darauf, dass nach Samoa zu reisen schon immer ein Traum von mir war. Und eine andere Antwort, dass ich leidenschaftlich gerne schreibe und schon immer mal in den Journalismus reinschnuppern wollte.

Nachdem ich mich für eine persönliche Auszeit kurzfristig von meinem Job getrennt hatte und auf der Suche nach einer sinnvollen Zwischenbeschäftigung war, bin ich bei meinen Recherchen im Internet auf Projects Abroad gestoßen, die beides, Samoa als auch Journalismus-Projekte in Kombination anbieten. Das war er dann, der 6er im Lotto und ich musste zugreifen, was ich direkt und ohne groß zu überlegen gemacht und in keiner Weise und zu keinem Zeitpunkt bereut habe. So hatte ich dann gerade mal gute 4 Wochen Vorbereitungszeit für „mein Abenteuer am anderen Ende der Welt“; es hat gereicht!

Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich aufgrund meines freiwilligen Engagements in Ghana drei Jahre zuvor auch schon ein wenig Erfahrung damit hatte, was mit einem solchen Projekt auf mich zukommt. Zudem tut es uns überaus korrekten und stets gut vorbereiteten Deutschen auch mal gut, nicht alles bis ins letzte Detail auszuarbeiten, vielmehr sich einfach auch mal auf neue Dinge einzulassen und ins kalte Wasser zu springen. Ich hab beides getan und damit eine weitere tolle Erfahrung gesammelt, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Soviel vorab, aber eins nach dem anderen ….

Zu Beginn

Am 15. August ging es also los und meine Füße waren in den letzten Tagen vor Abflug schon ordentlich kalt. Aber ich habe mir immer wieder gesagt, dass das für solch ein Projekt irgendwie auch dazugehört, ansonsten etwas fehlen würde. Auf der anderen Seite war ich natürlich mächtig gespannt auf all das, was mich in den kommenden Wochen erwarten würde. Ich hatte meinen Aufenthalt in Samoa ein bisschen ausgeschmückt mit einem Zwischenstopp in Auckland/Neuseeland auf der Hinreise und Sydney/Australien auf dem Rückweg, zwei absolut schönen „Unterbrechungen“ auf der langen Reise und ich kann beide Städte nur empfehlen. Wenn schon der weite Weg ans andere Ende der Welt, dann richtig!

Natur Samoa, Projects Abroad

In Auckland wurde mir erstmals klar, dass es ganz sicher nicht das letzte Mal sein wird, dass es mich auf diese Seite der Weltkugel verschlägt. Trotz Winter in Neuseeland empfing mich eine traumhafte Natur in wunderschönen intensiven Farben, eine schöne Vorbereitung auf das, was mich an Natur und satten Farben in der Südsee kurze Zeit später noch erwarten sollte. Die Menschen hier in Neuseeland sind absolut nett und freundlich, hilfsbereit und höflich . „Danke“ und „Bitte“, ob im Bus, auf der Straße oder in den Geschäften sind hier an der Tagesordnung und selbstverständlich im täglichen Umgang miteinander. Auch dies wieder eine gute Einstimmung auf das, was in Samoa auf mich wartete und mich irgendwie über meinen gesamten Trip ans andere Ende der Welt begleitete. Denn auch die Australier kennzeichnet das easy-going. Es macht die Menschen dort aus, das unkomplizierte Miteinanderumgehen, das gegenseitige Interesse am Anderen, auch wenn man sich nicht kennt und diese Offenheit nehme ich als absolutes Highlight mit zurück nach Hause. Dies ist also vorab schon mal eine meiner wesentlichen Erkenntnisse, die ich von meiner Reise sowohl aus Neuseeland als auch Australien und natürlich ganz besonders aus Samoa mit zurück nach Deutschland bringe! Das Leben kann um so vieles leichter sein mit ein bisschen Fröhlichkeit und Freundlichkeit. Ein Lächeln auf dem Gesicht, ein nettes Wort zu seinen Mitmenschen und etwas Interesse an seinem Gegenüber wirken Wunder. Leider etwas, was uns Deutschen meiner Meinung nach in den letzten Jahren so ziemlich abhandengekommen ist, da jeder viel zu sehr mit sich selbst und mit Dauermeckern beschäftigt ist. Da verlieren kleine Gesten wie z.B. ein einfaches „Guten Morgen und ich wünsche Dir einen schönen Tag“ dann durchaus ihre Bedeutung.

Dass solch ein Freiwilligen-Projekt immer auch etwas Abenteuer bedeutet, war mir von Anfang an klar. Aber dass das Abenteuer direkt auf dem Flug von Auckland nach Apia/Samoa startet, das hatte ich nicht unbedingt erwartet; und ein kleines bisschen weniger Aufregung hätte es durchaus auch getan. Denn auf dem Hinflug von Auckland in die Südsee entschieden sich die Piloten nach einer halben Stunde in der Luft plötzlich doch lieber wieder umzukehren aufgrund „technischer Angelegenheiten“, die jedoch kein Grund zur Besorgnis wären. Leichter gesagt als umgesetzt, dieses Sich-Nicht-Sorgen, denn in einem solchen Moment gehen einem verdammt viele Gedanken durch den Kopf. Das war bei mir nicht anders - sollte ich wirklich meinen Traum so kurz vorm Ziel nicht mehr umsetzen können? Soweit sollte es glücklicherweise jedoch nicht kommen, denn nach Rückkehr zum Airport Auckland und einem etwas länger als geplanten Aufenthalt dort erreichte ich dann letztendlich wohlerhalten und mit viel Verspätung Samoa, und zwar bei stockfinsterer Dunkelheit. Das hieß wohl, dass ich mich noch einen weiteren Tag gedulden musste, das traumhafte Land endlich zu Gesicht zu bekommen. Das Warten hat sich definitiv gelohnt! Und die Fröhlichkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Samoaner spürt man auch in der Dunkelheit in voller Stärke.

Das Leben auf Samoa

Farbenpracht Samoa, Projects Abroad

Viele Europäer haben, wenn sie Samoa hören, das Bild des Paradieses im Kopf. Und ja, Samoa hat durchaus seine paradiesische Seiten, alleine die landschaftliche Schönheit in all ihren intensiven Farben und Ausprägungen und der Pazifik lassen darauf schließen. Aber wenn man die Augen ebenso nicht vor der anderen Seite der Medaille verschließt und die Welt mit einer gesunden Portion Realismus betrachtet, so ist auch die Südsee am anderen Ende der Welt von Themen wie Armut, Kriminalität und Krankheiten nicht verschont. Da hat Samoa, wie alle anderen Länder auch, noch so einiges auf der to-do Liste zum Abarbeiten.

Das Leben bei meiner Gastfamilie war toll, es war die beste Möglichkeit den Alltag auf Samoa mit zu erleben und bei der Malaki-Familie war auch immer etwas los. Zu meiner Gastmutter Luana hatte ich direkt von der ersten Begegnung an einen guten Draht, das hat einfach gepasst und ich mich bei ihr zu jeder Zeit – auch mal in schwierigeren Situationen - gut aufgehoben gefühlt. Unsere Gespräche über Gott und die Welt, die wir oft abends auf der Veranda geführt haben, die fehlen durchaus. Luana hat es absolut nicht leicht als junge Witwe mit 6 Kindern, doch ihr Herz ist so groß und sie nimmt trotz ihrer eigenen großen Familie immer auch noch neue Leute mit in ihr Herz auf.

Bei den Malaki’s merkte man sofort, dass sämtliche Familienmitglieder eingestellt waren auf die permanente Anwesenheit der Freiwilligen aus aller Welt. Was mich aber ganz besonders beeindruckt hat, dass die Familie den Freiwilligem ihre Zimmer im großen Haupthaus überlassen und dafür in einem kleinen Nebenhaus auf engem Raum gewohnt hat – wer würde das hier bei uns machen? Yvonne, die fröhlich-lustige Nichte, hat sich um den ganzen Haushalt und die liebevolle Betreuung der Freiwilligen gekümmert. Dazu zählte auch das Kochen von sehr leckerem traditionellem Essen, und das stets bei lauter Musik durchs gesamte Haus.

Natürlich ist das Leben auf Samoa ein komplett anderes als zuhause, vieles uns Selbstverständliche ist hier eben nicht selbstverständlich. Und man muss sich durchaus auch mal in Verzicht und Einfachheit üben, weil es eben gewisse Dinge nicht gibt oder sie anders/einfacher sind. Oft wird das jedoch durch Anderes wieder wettgemacht. Für mich ist es immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie leicht man in einer anderen Umgebung verzichten kann, ohne dass einem wirklich etwas fehlt. Klar trifft das nicht auf alles zu, bei einigen Dingen freut man sich einfach wieder darauf, sie daheim zu genießen, aber andererseits fällt es einem bei vielen Einzelheiten gar nicht mal mehr groß auf, sie nicht im Alltäglichen verfügbar zu haben.

Stadtbild auf Samoa, Projects Abroad

Schaue ich nun zurück auf meine Zeit am anderen Ende der Welt zurück und stelle mir die Frage, was meine Erkenntnisse sind, was es ist, was ich mitnehme nach Deutschland neben der bereits angesprochenen Freundlichkeit, Fröhlichkeit und Gelassenheit der samoanischen Menschen, die dazu so herrlich ansteckend auf Andere ist? Dann kommt da definitiv als Antwort die Aufgeschlossenheit und Offenheit der Menschen und das unkomplizierte Miteinander im Alltag dazu. Die Samoaner haben mich mit offenen Armen in Ihr Land aufgenommen und zu jeder Zeit zu Hause fühlen lassen, auch wenn ich eine Fremde in ihrer Kultur war. Ich habe mich durchweg wohl gefühlt bei Land und Leuten.

Was ich definitiv gelernt habe in Samoa? Dass man, um glücklich zu sein, nicht zwingend viel benötigt, sondern auch mit wenig und ohne all das Materielle zufrieden sein kann. Ich habe in meiner Zeit in Apia weder mein Auto oder meine vielen Klamotten noch all den anderen Kram, den man glaubt, unbedingt zum Leben zu brauchen, vermisst. Vielmehr gerät vieles Wichtige aus der Heimat in den Hintergrund und es ist auf einmal auch weniger kompliziert, wenn man geringere Auswahlmöglichkeiten hat, weil sich viele Fragen eben gar nicht mehr stellen. Man lernt ganz schnell wieder Dinge, über die man sonst keinen Gedanken mehr verschwendet, weil sie selbstverständlich geworden sind, wertzuschätzen, z.B. Wasser in ausreichender Menge und zu jeder Tageszeit. Und man ist plötzlich sehr dankbar dafür. Weniger ist eben manchmal doch mehr! Darauf können die Samoaner stolz sein und wir Europäer können von dieser Einstellung in jedem Fall noch etwas dazulernen.

Ich werde mich auch immer an diese unglaublich schöne Landschaft Samoas erinnern. Samoa ist tatsächlich die Perle des Pazifiks - die glanzvolle Schönheit in ihren prächtigen Farben, die einzigartigen und doch so verschiedenartigen Landschaften und natürlich die unberührten Strände mit dem so intensiv-türkisfarbenem Meer. Für diejenigen, die noch nicht in Samoa gewesen sind, ist es schwer, das alles in Worte zu fassen, das kann fast unmöglich den tatsächlichen Bildern gerecht werden. Man muss das selbst gesehen und erlebt haben, dann versteht man, wovon ich spreche.

Natürlich ist da auch mein Besuch von Savai’i, die zweite der beiden Hauptinseln Samoas, zu erwähnen, weit größer in ihrer Fläche als Upolu, aber mit weit weniger Menschen. Jeder Samoaner sagte mir von Beginn an „Wenn Du Samoa gesehen haben willst, musst Du in Savai’i gewesen sein, denn das ist das richtige Samoa“. Ich bin froh, diesen Ratschlag befolgt zu haben. In der Tat, auf Savai’i ist es noch ein bisschen grüner und vor allem viel, viel ruhiger als auf Upolu.

Meine Zeit beim Observer

Markt auf Samoa, Projects Abroad

Ja und zu guter Letzt werde ich natürlich meine Zeit beim Samoa Observer und meine Arbeit dort als Reporter niemals vergessen. Denn es war eine tolle Erfahrung, nicht immer leicht, aber am Ende habe ich so kostbare Einblicke in das Journalismus-Leben und die tägliche Arbeit einer Tageszeitung erhalten. Diese werden immer in meinem Gedächtnis bleiben. Und dabei kam ich zum Observer ohne jegliche Vorkenntnisse als Reporter oder Journalist; und wurde dennoch vom ersten Tag wie alle anderen Reporter behandelt. Das gesamte sehr engagierte Observer-Team hat mich herzlich in seinen Kreis aufgenommen und mir auch mit Rat und Tat bei der täglichen Herausforderung, die ich zu meistern hatte, zur Seite gestanden. So musste ich nämlich ein Gespür entwickeln, um die richtigen Stories zu finden, an die geeigneten Kontaktpersonen heranzukommen und darüber hinaus letztendlich die Interviews zu einem interessanten Artikel zusammenzuschreiben, der möglichst viele Leser anzieht. Rückblickend denke ich, dies alles ist mir ganz gut gelungen für die doch recht kurze Zeit von 4 Wochen. Ebenso wie das Observer-Team gaben mir auch all die interessanten und netten Gesprächspartner, die ich während meiner Arbeit kennengelernt habe und mit denen ich mein Netzwerk erweitern konnte, nicht einmal das Gefühl, Anfänger zu sein. Vielmehr haben sich aus den verschiedenen Begegnungen einige sehr schöne Verbindungen entwickelt, mit denen ich auch jetzt nach meiner Rückkehr noch in Kontakt stehe.

Ich bin dankbar für den Einblick in das Geschäft einer Tageszeitung und dafür, dass ich diese für mich so bedeutende und wertvolle Erfahrung machen konnte. Diese wird mir keiner mehr nehmen können. Es hat sich mal wieder bewahrheitet: Wenn man ins kalte Wasser geworfen wird, lernt man doch am besten. Herausforderungen sind nun mal dazu da, sich ihnen anzunehmen und sie zu meistern, genau daran wächst man. Will man etwas erreichen, muss man investieren! Und genau das konnte ich während meines Aufenthaltes in Samoa mal wieder für mich demonstrieren.

All die wunderschönen Bilder, die ich von Samoa in meinem Kopf habe, werden für immer dort eingebrannt und jederzeit abrufbar sein. Es war schon eine tolle Zeit, an die ich mich gerne zurück erinnere. Wo wird man denn auch schon von einem Fahrer der Zeitung, übrigens eine Seele von Mensch und lustig dazu, zu den Interviewterminen hin- und her chauffiert? Mein Englisch hat ganz sicher auch von meinem Aufenthalt profitiert.

Zusammenfassend gesagt

im Büro von Projects Abroad, Samoa

Also, fasse ich meine Freiwilligenarbeit auf Samoa nochmals zusammen, dann sieht mein Resümee wie folgt aus:

Es war mein Herzensprojekt und ich habe mir damit definitiv einen Lebenstraum erfüllt. Was hat es für die Umsetzung des Projekts gebraucht? Nicht mehr als eine klare Entscheidung und dann den Mut, sie umzusetzen. Ich habe damit Verantwortung für mich selbst übernommen und die Dinge angepackt und etwas bewegt und verändert. Und meine Erkenntnis ist, dass man für mutige Schritte ins Ungewisse auch belohnt wird, zum Beispiel mit der Leichtigkeit der Menschen einer anderen Kultur, die so ansteckend sein kann, wenn man es nur zulässt und offen dafür ist. Es ist weit leichter, aus seiner gewohnten Komfortzone auszubrechen, als man immer glaubt; man redet sich hier nur selbst gerne das Gegenteil ein. Es lässt sich weit leichter auf die gewohnten Dinge verzichten, als man immer annimmt. Letztendlich fehlen sie einem noch nicht mal wirklich, unser Hirn trickst uns hier gerne aus und am Ende ist man sehr erfüllt von Stolz, den Sprung ins kalte Wasser gewagt zu haben. Noch dazu ist man wieder ein Stück weit geerdet, kann bewusst und dankbar dafür sein, was man im Alltag alles hat und überdenkt infolgedessen durchaus auch mal Wertigkeiten.

Mir persönlich haben das Innehalten in einer ganz anderen Kultur und all die gesammelten Erfahrungen sehr gut getan – Dinge so anzunehmen, wie sie sind, bereichert ungemein fürs weitere Leben.

Ich habe also Samoa verlassen mit einer großen Dankbarkeit dafür, dass ich Gast sein durfte und die Möglichkeit hatte, Land und Leute kennenzulernen und für ein paar Wochen Teil davon gewesen zu sein. Danke auch für all die schönen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen. Die Erinnerung an meine Zeit auf Samoa wird immer Teil in meinem Herzen sein. Und meine ganz persönliche Erkenntnis, die sich mal wieder absolut bewahrheitet hat: Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein – weniger, und davon das Richtige, ist manchmal mehr!

In diesem Sinne, faafetai lava and tofa soifua Samoa!

I will come back one day!

Sandra Nauth

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