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“Die zukünftigen Bewohner des Klassenraums tummeln sich schon um uns herum“

Hausbau - Projekt in Ghana von Lena

Hausbau - Projekt in Ghana von Lena

Hausbau - Projekt in Ghana von Lena

Ich komme an einem Mittwochabend bei meiner Gastfamilie in den Akuapem Hills an. Schnell alles in meinem neuen Zuhause verstaut, geht’s schon wieder los. Jeden Mittwoch treffen sich alle Freiwilligen aus der Region bei Emmanuel, unserem Projects Abroad Leiter, zu Hause. So knüpfe ich sofort Kontakt zu den anderen Freiwilligen: Australier, Kanadier, Japaner, Franzosen, Dänen, Briten und Schweden. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe. Für mich wird nicht nur das Zusammensein mit Afrikanern, sondern mit verschiedenen Kulturen und Menschen eine wunderbare Erfahrung. Ich lerne andere Sichtweisen kennen und bemerke plötzlich noch mehr Optionen für meine Zukunft. Und meinem Englisch tut es auch sehr gut...

Hausbau - Projekt in Ghana von Lena

Die Arbeit im Hausbau-Projekt macht mir auch in schwierigen Momenten bewusst, dass jeder Tag hier sinnvoll ist. Wenn wir die vorher mit Schaufeln vermischte Betonmasse in einer großen Schüssel auf unsere Köpfe hieven und zum Verputzen der Wände in den neuen Klassenraum tragen, dann ist das ein sehr befriedigendes Gefühl. Die zukünftigen Bewohner dieses Klassenraumes tummeln sich schon um uns herum und rufen ständig unsere Namen. Hin und wieder schauen auch Emmanuel oder Prince, die auch für Projects Abroad in den „Hills“ arbeiten, auf der Baustelle vorbei. Sie erkundigen sich, wie es uns so geht und ob wir irgend etwas auf dem Herzen haben: "Please tell me, if anything worries you. We're here to make you feel comfortable!". Ich erzähle Emmanuel, dass ich gerne vor Weihnachten ein paar Wochen in der Schule arbeiten möchte. "Sure, no problem. I’ll talk to the school’s headmaster!". Ich werde also nach dem Hausbau-Projekt noch einige Zeit unterrichten.

Hausbau - Projekt in Ghana von Lena

Nach der Arbeit setzen wir uns manchmal mit unseren zwei ghanaischen Bauleitern Kofi und Kwasi zusammen und essen Banku. Das ist ein kloßförmiger warmer Teig aus Mais und Maniok, einer stärkehaltigen Pflanzenart. Man bricht ein Stück heraus, tunkt es in die gewürzte Tomatensoße und isst getrockneten Fisch dazu. Mein Lieblingsgericht! Auch zu Hause essen wir das öfters. Wenn ich rechtzeitig zurück bin, schaue ich zu, wie meine Gastmutter Dina mit einem riesigen Mörser Banku herstellt und probiere mich selbst daran.

Hausbau - Projekt in Ghana von Lena

Früh morgens oder am Nachmittag ist mal wieder Waschzeit. Eimer raus, Wasser rein, Seife dazu. Und dann wird losgeschrubbt. Meine Gastschwester Hannah lacht mich manchmal aus, weil ich die Sachen nie ganz sauber kriege. Sie nimmt die Socken wieder von der Leine, setzt sich zu mir und demonstriert mir, wie man es richtig macht. Sie ist mit ihren 12 Jahren bereits sehr reif und ich genieße die Zeit, die ich mit ihr verbringen kann. Auf dem Grundstück leben noch einige andere Menschen. So ist häufig viel bei uns los. Einige kleine Kinder sind auch dabei, immer zum Spielen bereit. Ein Tesafilm und eine Sonnenbrille: das reicht, um ihnen ein paar schöne Stunden zu bereiten. Diesen Menschen in ihrem Alltag zu begegnen und sie immer um mich zu haben, gibt mir die Möglichkeit, in ihr Leben einzutauchen.

Hausbau - Projekt in Ghana von Lena

Mir passiert es auch, dass ich von Menschen um Geld gefragt werde. Wir Freiwilligen diskutieren darüber, wie weit man mit seiner Hilfe gehen sollte, es bleibt ein schwieriger Konflikt. Manche Gespräche mit Verkäufern oder Friseuren auf der Straße enden mit der Frage, ob ich sie mit nach Deutschland nehme, "wo alle Menschen nett sind". In der Kirche wird beim "offering", der Kirchenspende, allerdings an alle appelliert, egal mit welcher Hautfarbe. Für mich bleibt der ghanaische Kirchgang bis zuletzt eine beeindruckende Erfahrung, nicht nur wegen der wunderschönen Kleider der Frauen; ob religiös oder nicht, die energiegeladene Atmosphäre spürt jeder.

Langsam läuft mir bei meiner Gastfamilie die Zeit davon. So viele Menschen habe ich mittlerweile kennen gelernt, von denen ich mich nun verabschieden muss. Der Tag meiner Abreise ist völlig irreal. Einerseits freue ich mich darauf, wieder anonym durch die Straßen laufen zu können. Gleichzeitig fällt es mir sehr schwer, mich von Hannah zu verabschieden und dieses Land zu verlassen. Erst als ich wieder zu Hause in Berlin bin, merke ich, wie sehr sich mein Zeitgefühl verlangsamt und auf meine Bewegungen übertragen hat. Alles um mich herum kommt mir so schnell vor. Natürlich gewöhne ich mich auch schnell wieder daran. Schade ist allerdings, dass sich dadurch auch ein Teil meiner neu gewonnenen Gelassenheit wieder verabschiedet.

Lena

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Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

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