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Meine Zeit in Ghana oder einfach nur schöne Erinnerungen

Ghana - Franziska Jäenicke

Medizin-Praktikum in Ghana von Franziska Jänicke

Lernen, Abi, Stress….und dann? So ging es mir vor ungefähr einem Jahr und ich denke, viele kennen vielleicht dieses Gefühl. Zwar spielte ich mit dem Gedanken, Medizin zu studieren, aber gleich von der Schulbank in die Uni, das wollte ich dann doch auch nicht. Warum also nicht meinen Wunsch, Medizin zu studieren, im Ausland weiter ausbauen und festigen? Als ich schließlich aus dem Flugzeug stieg, mit Jeans, da ich in Berlin im Schneegestöber abgeflogen war, und ich mich vor Hitze kaum auf den Beinen halten konnte, war ich mir sicher, mein Abenteuer hatte endlich begonnen.

Meine Gastfamilie zählte schon eher zu den etwas besser gestellten Familien und das Haus war für ghanaische Verhältnisse schon recht groß, allerdings gab es auch dort kein fließendes Wasser. Die Eimerduschen, die den anderen Freiwilligen und mir zu Beginn ein fragendes Lächeln auf unsere Gesichter zeichneten, waren schon nach einigen Tagen der ganz normale und erfrischende Alltag. Dass wir manchmal schwitzend vor dem stillen Ventilator saßen und mit jeder Sekunde, die verstrich, hofften, der ausgefallene Strom würde zurückkommen, machte uns bald auch nichts mehr aus. Unglaublich aber wahr, dass ich bei 25°C schon manchmal frierend mit langen Jeans durch die staubigen Straßen stapfte. Luxus ist wirklich etwas Schönes, doch habe ich gelernt, dass es sich auch sehr gut ohne warmes, fließendes Wasser und manchmal auch ohne Kühlschrank leben lässt und dass Geduld etwas sehr kostbares ist, was wir in den hochentwickelten Ländern erst wieder neu lernen sollten.

Ghana - Franziska Jäenicke

Ich habe in einem Krankenhaus und nachmittags mit Freunden noch in einem Waisenhaus gearbeitet. Zwar war ich anfangs schon sehr verwirrt, wie ich alleine mit den kleinen Trotros, den Verkehrsmitteln in Ghana, denn nun fahren soll, doch nach der ersten Woche war ich auch in dieser Hinsicht schon fast eine Einheimische. Man muss sich einfach nur selbst etwas zutrauen, und schon klappt es besser, als man es sich vorgestellt hatte.

Im Krankenhaus hatte ich die Möglichkeit, mir verschiedene Stationen anzusehen, dabei haben mich die Kinderstation und die Gynäkologiestation am meisten beeindruckt. Mit welchen einfachen Methoden Kinder auf die Welt geholt wurden, wie Notfälle behandelt wurden und was es heißt, kein Geld zu haben, um sein Kind in ein Krankenhaus bringen zu dürfen… Das erlernte Wissen, wie man auch mit einfachen Mitteln, mit Zuspruch und Zuhören, Patienten weiterhelfen kann, zaubert auch heute in meinem Medizinstudium hin und wieder ein dankbares Lächeln auf die Gesichter der Patienten.

Viele Menschen in Ghana sind fröhlich und freundlich, sie freuen sich sehr, Menschen aus anderen Ländern ihre Kultur näher bringen zu können. Steigt man in Deutschland zum Beispiel in die U-Bahn, so sieht man, dass die Menschen weit entfernt von einander sitzen, jeder vertieft in eine Zeitung und zugestöpselt mit Musik. In Ghana hingegen, setzen sich fremde Menschen direkt nebeneinander, man kommt ins Gespräch und verabschiedet sich nach einer kurzen Fahrt von einem neuen Bekannten.

Ghana - Franziska Jäenicke

Ich bin nicht nur glücklich darüber, diese Erfahrung, sich in einem völlig fremden Land zurecht zu finden und glücklich zu sein, gemacht zu haben, eine vollkommen andere Kultur so nah miterlebt zu haben, sondern auch so viele Freunde fürs Leben gefunden zu haben. Wir alle sind aus den unterschiedlichsten Ländern, wir waren so verschieden als wir in dieses Land kamen, doch wir sind mit dem gleichen Lächeln und wunderschönen gemeinsamen Erinnerungen nach Hause zurückgekehrt.

Mein Aufenthalt in Ghana hat mich nicht nur in meinem Wunsch, Medizin zu studieren, bestärkt, ich habe auch etwas über mich gelernt, dass man vieles einfach mal ausprobieren sollte, was Selbstvertrauen wirklich bedeutet, wie andere Menschen leben, dass man auch ohne viele materiellen Dinge einfach nur glücklich sein kann, dass es so viele Menschen auf der ganzen Welt gibt, die sich in einem völlig fremden Land treffen können und sich sofort super gut verstehen. Ich habe aber auch selbst das Leid einiger Menschen in Ghana miterlebt und heute schaut mich nicht mehr nur ein Kind mit seinen großen Augen von einem Plakat einer Hilfsorganisation an, sondern mir fallen gleich so viele Namen von Waisenkindern ein, mit denen ich so viel Spaß hatte.

Die schönste Erinnerung für mich persönlich, neben den Reisen, dem Spaß mit Freunden, ist so einfach wie auch rührend: Obwohl wir alle in verschiedenen Bereichen tätig waren, trafen wir uns nachmittags in einem Waisenhaus, um uns mit den Kindern zu beschäftigen. Durch Zufall kamen wir an einem Plakat vorbei, und als wir die Kleinen mit Cola und Keksen( was sie jedes Mal ganz verrückt machte) versorgt hatten, und uns plötzlich „der König der Löwen“ sie von der Wand her anlächelte, strahlten uns lauter Kinderaugen an, als sei gerade ein Stern vom Himmel gefallen, und dieses Glänzen vergisst man einfach nie wieder.

Franziska Jänicke

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