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Die wohl spannendste Reise meines Lebens

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Medizin – Praktikum in Ghana von Johanna Merzenich

„Und, was machst du nach dem Abi?“ - „Ich werde für 2 Monate nach Ghana gehen. Dort arbeite ich in einem Krankenhaus.“ - „Wow! Wahnsinn, das ist aber mutig. Hast du nicht Angst?“

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Und ob ich Angst hatte, eine Heidenangst sogar! Seitdem ich klein war, war es mein großer Traum, Medizin zu studieren. Außerdem wollte ich nach dem Abitur unbedingt für einige Zeit ins Ausland gehen, um ein paar außergewöhnliche Erfahrungen zu machen. Mit Projects Abroad hatte ich die Möglichkeit, ein zweimonatiges Praktikum in einem ghanaischen Krankenhaus zu absolvieren.

Das westafrikanischen Land sollte mir neue Horizonte eröffnen, mir meinen Berufswunsch noch einmal vor Augen führen und mich ein Stück näher zu mir selbst bringen. Ich war voller Enthusiasmus und Tatendrang und freute mich sehr auf meine bevorstehende Reise.

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Als ich aus dem Flugzeug stieg, schlug mir eine feuchte Hitze entgegen – und das obwohl es fast 21 Uhr war. Leider konnte ich noch nicht viel von der Hauptstadt Accra sehen, denn es war stockdunkel und die Straßen recht spärlich beleuchtet. In der ersten Nacht schlief ich in einem Gästezimmer im Projects Abroad Büro mitten in Accra. Todmüde fiel ich ins Bett. Die ganze Aufregung machte sich nun bemerkbar.

Am nächsten Morgen wurde ich früh morgens geweckt und machte mich zusammen mit einem Betreuer von Projects Abroad auf den Weg in die Volta Region nahe der Grenze zu Togo. Dort sollte ich in den nächsten zwei Monaten leben und einige unvergessliche Erfahrungen machen.

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Als wir ankamen, war ich überrascht, in einem schönen Haus wohnen zu dürfen bei einer Lehrerin aus der Region. Meine Befürchtungen, in einer Hütte auf dem Boden schlafen zu müssen ohne fließendes Wasser, hatten sich damit zerstreut. Die folgenden Tage verliefen, als hätte man die Vorspultaste gedrückt. Alles ging sehr schnell, und ich merkte, dass ich einige Zeit brauchen würde, um all die Eindrücke zu verarbeiten.

Ich arbeitete im Krankenhaus – für die ersten Wochen hatte ich mir die Notfallaufnahme ausgesucht – und lernte eine Menge andere Freiwillige aus aller Welt kennen. Die Arbeit hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Natürlich gab es Tage, an denen einfach nichts klappte, aber die gibt es ja bekanntlich überall.

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Besonders von den Krankenschwestern lernte ich eine Menge. So durfte ich das erste Mal bei einem Patienten Blut abnehmen. Ich war wirklich stolz, nachdem die Abnahme so erfolgte, wie sie sollte, und an dieses Ereignis erinnere ich mich sehr gerne zurück. Abgesehen von der Arbeit, die mich mit den Krankenschwestern und Ärzten verband, genoss ich auch die persönlichen Momente, die wir miteinander teilten. Die gemeinsamen Mittagessen, in denen man ein wenig Zeit zum Erzählen hatte, wurden bald zum Ritual.

Einmal in der Woche machten wir uns mit einem Betreuer von Projects Abroad auf den Weg zu sogenannten Outreaches. Das waren Ausflüge zu verschiedenen Dörfern, in denen wir uns zum Beispiel um die medizinische Versorgung von Leprakranken oder Waisenkindern kümmerten. Manchmal hängten wir auch Moskitonetze auf, strichen Schulgebäude an oder spielten einfach mit den Kindern.

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An den Wochenende hatten wir im Krankenhaus keinen Dienst und somit Freizeit. So schloss ich mich mit anderen Freiwilligen zusammen, um Ausflüge zu planen. Wir schauten uns imposante Wasserfälle an der Grenze zu Togo an, fuhren in ein Affenreservat, wo uns die kleinen Äffchen mit ihren flinken Händen die Bananen aus der Hand klauten, und besichtigten eine landestypische Kettenfabrik, in der per Hand (!) unzählige Arten von Schmuck hergestellt wurden.

Wir besuchten auch andere Städte, wie Cape Coast im Süden des Landes. Einen etwas längeren Ausflug planten wir nach Tamale im Norden, wo wir uns den Mole Nationalpark anschauten, in dem wir Elefanten, Gazellen und Warzenschweine beobachteten. Es war einfach fantastisch!

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Ein paar Tipps zum Schluss möchte ich allen geben, die mit dem Gedanken spielen, dieses vielfältige Land zu erkunden: Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland sehr gering und so sind Ausflüge am Wochenende oder auch längere Trips nicht teuer. Fortbewegen kann man sich mit dem Trotro, größeren Reisebussen und sogar Taxen. Achtung, der Straßenverkehr ist rasant, begebt euch also einfach in die Obhut des Fahrers und denkt nicht über das Chaos nach. Auch über die Essgewohnheiten solltet ihr nicht zu viel nachdenken. Manchmal schwimmt Kurioses in der Suppe, aber der Mensch gewöhnt sich ja bekanntlich an alles.

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Junge Frauen sollten sich nicht über Heiratsanträge von wildfremden Männern wundern, dies ist nichts Ungewöhnliches. Man löst die Situation schnell auf mit einem charmanten Lächeln und einem klaren Nein. Freundlichkeit ist in Ghana selbstverständlich und so sollte man sich zunächst nach dem Befinden seines Gesprächspartners erkundigen, bevor man ein Anliegen vorträgt. Das Wichtigste ist, dass man sich frei macht von europäischen Zwängen und Lebensgewohnheiten. Lasst euch treiben und auf eine Welt ein, die ihr vielleicht bis jetzt noch nicht kennen gelernt habt.

Ich studiere nun tatsächlich Medizin. Und meine Angst? Die hat mich natürlich am Anfang rasant überholt, aber ich lernte im Laufe der Wochen das Land und die Leute mehr und mehr zu verstehen und so wandelte sich die Angst in Respekt und Stolz.

Johanna Merzenich

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