Feedback
You seem interested in our projects! Care to tell us more?
Das mache ich gern! Nicht jetzt, danke.

You are from: United States, Go to our American website.

aide humanitaire
Ruf’ uns an:
+49 ­(0)30 2345 7223
info@projects-abroad.de

„90 Tage Abenteuer“

nepal-medizin-praktikum

Medizin-Praktikum in Nepal von Elias Potier aus Wien (Österreich)

Es ist Mittwoch, knapp drei Wochen sind seit meiner Ankunft vergangen. Ich betrete die Notaufnahme nach einem reichhaltigen Mittagessen in der Krankenhauskantine. Den ganzen Vormittag über zahlten kaum mehr als zwei Patienten die „Eintrittsgebühr“ von 50 Rupies (etwa 50 cent), um mit ihrem Anliegen einen Arzt konsultieren zu können. Die Ruhe des Vormittags ist der Aufregung, dem Geschrei, der Panik und der Unruhe von etwa 16 Patienten gewichen. Ein umgekipptes Tuktuk ist die Ursache dafür, dass diese Menschen mit Schnitten, Brüchen, Prellungen und kleineren Wunden hier in der Notaufnahme landen.

Es ist Freitag, sämtliche Volunteers und Betreuer sind in weiß gekleidet, mit Wasserbomben und Farbpulver bewaffnet, und ziehen von Haus zu Haus, um sich gegenseitig mit dem bunten Pulver einzureiben. Schon bald werden wir begleitet von Kindern aus der Umgebung, die dem fröhlichen Treiben beiwohnen wollen.

nepal-medizin-holi-festival

Es ist ein Sonntag, als mein Gastvater mich früh morgens weckt und mich fragt, ob ich ihm, anlässlich des Feiertages, helfen möchte, eine Ziege zu schlachten.

Es ist Aschermittwoch. Das Hotel in Pokhara, in dem Freunde und ich die Osterfeiertage verbrachten, hat es versäumt, unser Busticket für die Rückfahrt am Osterdienstag zu buchen. Es war ein Wochenende mit entspannten Tretbootfahrten, Paragliding, romantischen Sonnenaufgängen über der Annapurna Range, ungewöhnlichen Kopfmassagen beim Barbier und ausgedehnten Bar-Touren, die uns früh morgens dazu veranlassten, über die Mauer unseres Hotels zu klettern, um den Wachposten nicht zu wecken.

nepal-medizin-gastschwester

Es ist ein Donnerstag, als ich nach einer langen Schicht im Spital dezent erledigt von meinem Rad steige, dieses in die Eingangshalle des Hauses meiner Gastfamilie schiebe und für die nächsten Stunden damit beschäftigt bin, meine kleinen Gastgeschwister huckepack durchs Haus zu tragen und mich mit ihnen im Kreis zu drehen, bis sie lachend und weit weg von jeglicher Orientierung durch die Gegend taumeln.

Es ist Dienstag, Anfang April. Trotz meiner langjährigen Erfahrung als Sanitäter in Österreich ist es doch immer wieder ein schrecklicher Moment, wenn das Herz eines Patienten aufhört zu schlagen. Zum Glück gelingt es uns an diesem Dienstag, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

nepal-medizin-paragliding

Es ist der 22. April, mit gepacktem Rucksack stehe ich an der Straße und warte auf den Bus. 31 Tage Reisen und Wandern durch Nepal stehen mir bevor. Der Busfahrer ruft mich auf meinem Handy an, um mich über eine zehn minütige Verspätungen zu informieren. 90 Minuten später befinde ich mich mit Freunden auf dem Weg nach Gorkha, wo wir noch am selben Tag eine Militärpatrouille fragen, ob es noch ein offenes Lokal gibt.

Es ist der 9. Mai. Ich blicke zurück auf eine acht tägige Wanderung. Um mich herum erstreckt sich das Basecamp des Mount Everest auf 5364 Meter. In der Ferne lässt sich der Gipfel des höchsten Punkt auf Erden ausmachen. Eine drei tägige Wanderung und eine Stunde Flug trennen mich noch von der Rückkehr nach Kathmandu.

nepal-medizin-freiwilliger

Es ist der 2. Juni. Ich befinde mich auf dem Weg zum Flughafen, um meine Heimreise anzutreten. Unmittelbar hinter mir liegen unvergessliche Tage in Kathmandu mit Dutzenden Freunden, die ich während meines Aufenthalts hier kennen lernte und ein emotionaler Abschied von meiner Gastfamilie.

nepal-medizin-landschaft

Weit hinter mir liegen 90 Tage Abenteuer. Jeder Tag, den man hier erlebt, birgt neue Herausforderungen, jede Gewohnheit, die man aus der westlichen Welt mitnimmt, wird noch vor dem Reisekoffer abgelegt, sobald man den Boden dieses faszinierenden Landes betritt. Luxusgüter verlieren ihren Wert, Selbstverständlichkeiten werden Luxus. Auch wenn jeder Eindruck den subtilen Beigeschmack der Armut trägt, so ist Armut etwas, was man in Nepal vergeblich sucht. Es ist ein einfaches Land, mit einfachen Leuten, die große Freude an den einfachen Dingen im Leben finden- eine Eigenschaft, die man in westlichen Ländern oftmals vergeblich sucht. Das einfache Leben unter diesen Umständen hat mich maßgeblich geprägt, mein Horizont wurde nicht nur erweitert, sondern neu definiert. Abgesehen von den Vorzügen, die solch ein Praktikum im Lebenslauf mit sich bringen, so ist es eine enorme Bereicherung für einen selbst. Würde ich noch einmal eine solche Möglichkeit bekommen, wäre meine erste Frage „Wann?“ und die zweite „geht’s auch früher?“.

Elias Potier

Mehr zum Medizin-Praktikum in Nepal

Mehr zum Medizin-Praktikum

Mehr zu Nepal

Dieser Bericht basiert auf individuellen Erfahrungen des/der Freiwilligen im Projekt und ist eine Momentaufnahme innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Bitte beachte, dass sich unsere Projekte in stetigen Wandel befinden und kontinuierlich auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Partnergemeinden zugeschnitten werden. Projektetappen werden nach und nach fertiggestellt und darauf aufbauend neue begonnen. Auch saisonale Wetterbedingungen im Zielland haben einen großen Einfluss auf unsere Projekte. Darum können deine Tätigkeitsbereiche und persönlichen Erfahrungen im Projekt von den Schilderungen in diesem Erfahrungsbericht abweichen. Für weitere Informationen über das, was dich im Projekt erwartet, schaue dir die Projektseite an oder lass dich von unseren Mitarbeiter/innen im deutschen Büro beraten.

Weitere Erfahrungsberichte

Ruf' uns an:
+49­ (0)30 2345 7223
Global Gap Auslandsjahr
Nach oben ▲